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13. September 2017

"Bestes Jahresergebnis aller Zeiten"

Gewerbesteuereinnahmen um 60 Prozent zum Ansatz gestiegen / Aber: Verschuldung von 2,28 auf 3,62 Millionen Euro erhöht.

  1. Das beste Jahresergebnis, das es in Bezug auf die Jahresrechnung je in Bad Bellingen gab, wurde von Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter im Gemeinderat im Rathaus präsentiert. Foto: Jutta Schütz

BAD BELLINGEN. "Wir können mehr als zufrieden sein, es war ein sehr erfolgreiches Jahr und der Horizont ist weiterhin gut", stellte Bürgermeister bei der Präsentation und Feststellung der Jahresrechnung 2016 im Gemeinderat fest. Einen großen Anteil am Ergebnis hat Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter – er bekam für seine Arbeit viel Applaus von Seiten der Gemeinderäte. Allein die Gewerbesteuereinnahmen waren im Vergleich zum Ansatz um mehr als 60 Prozent gestiegen, was der Gemeinde einen Geldsegen von einer halben Million Euro an Mehreinnahmen bescherte.

Das Gesamthaushaltsvolumen 2016 betrug letztendlich 17,69 Millionen Euro. Das waren 858 968 Euro mehr als ursprünglich mit rund 16,84 Millionen Euro berechnet worden war.

Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt lagen bei 11 942 724 Euro und damit um 81 582 oder zehn Prozent über dem Planansatz. Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt betrugen 5 756 243 Euro, das waren 265 765 Euro weniger als im Ansatz festgelegt. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt lag bei 1 964 856 Euro.

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Die Verschuldung ist von 2,28 auf 3,62 Millionen Euro gestiegen, das sind genau 860 Euro umgerechnet auf jeden Einwohner – allerdings investierte die Gemeinde auch große Summen etwa in das Flüchtlingswohnheim und in einen Hochwasserkanal. "Ohne Förderbeiträge und Eigenbeteiligungen schafft man solche Investitionen nicht", betonte Hoffmann und fuhr fort: "Wir sind absolut im Lot, wir haben an zehn Baustellen gleichzeitig gearbeitet, aber auch Gegenwerte geschaffen." Zehn Prozent der Schulden werden jährlich getilgt – diesmal waren es 323 478 Euro. "191 828 Euro wurden aus der allgemeinen Rücklage entnommen – der neue Rücklagenbestand lag Ende 2016 dann bei knapp 2,54 Millionen Euro", berichtete Spiegelhalter und fuhr fort: "Insgesamt gesehen, ist das das beste Jahresergebnis was wir je hatten."

Grund für das tolle Ergebnis ist die nach wie vor gute Konjunktur, die sich allen Unkenrufen zum Trotz bisher nicht abgeschwächt hat, "und es könnte noch bis 2010 so weitergehen", überlegte Hoffmann mit Blick auf die neuesten Wirtschaftsdaten. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen im Vergleich zum Haushaltsansatz um 511 692 Euro auf 1 361 692 Millionen, das entspricht einem Plus von mehr als 60 Prozent. Auch bei den Schlüsselzuweisungen gab es ein Mehr von 162 257 Euro – hier stand das Rechnungsendergebnis dann bei 1 962 257 Euro.

Das Haushaltsvolumen der Gemeinde ist mit insgesamt rund 18 Millionen Euro mittlerweile auch deutlich höher als noch 2015 (14 Millionen). Viele Vorgaben haben sich dabei in den letzten Jahren geändert. Zum einen gibt es deutlich mehr Zuweisungen – sie stiegen in einem Zeitraum von zehn Jahren von 3,8 auf fast 6 Millionen Euro. "Aber wir haben auch das Personal vor allem bei der Kinderbetreuung aufgestockt und damit sind auch die Personalkosten von 2,5 Millionen in 2015 auf mittlerweile 3 Millionen Euro gestiegen", so Spiegelhalter. "Bei der Kinderbetreuung richtig Gas gegeben und insgesamt rund 1,1 Millionen Euro investiert, das war auch so gewollt", betonte Hoffmann, der aber wie Spiegelhalter der Meinung war, dass man in Zukunft wieder genauer auf die Beitragsentwicklung bei der Kinderbetreuung schauen sollte. 170 Betreuungsplätze gibt es jetzt. "Wir liegen bei einer Kostendeckung von rund 58 Prozent, früher waren es unter 50 Prozent – das Defizit, das wir mitschleppen, sind 484 000 Euro", stellte der Rechnungsamtsleiter vor dem Hintergrund fest, dass die Kinderbetreuung in Gemeinden immer ein Zuschussgeschäft ist.

Autor: Jutta Schütz