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23. Januar 2012

Wie es ist, in einem "Dreamland" zu wohnen

Großes Interesse am Bad Bellinger Neujahrsempfang im Kurhaus / Bürgermeister blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurück.

  1. Neujahrsempfang Bad Bellingen Foto: Jutta Schütz

BAD BELLINGEN. Das Interesse am Neujahrsempfang der Gemeinde im Kurhaus war riesig. Um es vorwegzunehmen: Wieder einmal war es Bürgermeister Christoph Hoffmann und den Mitarbeitern des Rathauses gelungen, interessante Gäste einzuladen und Überraschungen ins Programm einzubauen. Das kam gut an: Beim anschließenden gemütlichen Sektumtrunk im Foyer gab es von allen Seiten Lob für einen gelungenen Abend. Ein kleiner Wermutstropfen für Bürgermeister, Bürger und Landrat Walter Schneider, der sich zwischen Terminen aufteilen musste, waren die gleichzeitig stattfindenden Neujahrsempfänge in Schliengen und Efringen-Kirchen. "Da sollte man sich zukünftig besser absprechen", so Schneider beim Programmpunkt "Bad Bellingen von außen gesehen".

Nachdem das junge Bläserensemble unter Dirigent Erwin Bornemann den Abend mit dem Stück "Dreamland" eingeleitet hatte, griff Hoffmann in seiner Neujahrsrede den Begriff auf. Fast nämlich habe man im Kurort 2011 in einer Art "Dreamland" gelebt. Zweiter Platz in Deutschland, was die Sonnenstunden angeht, Zuzug in die Gemeinde, die auf fast 4000 Bürger wuchs und für den Rathauschef die beste Nachricht: 34 Neugeborene. Heiterkeit im Publikum löste Hoffmanns Hinweis aus, dass ein Geburtenanstieg komischerweise erfolgt, seit er 2007 Bürgermeister wurde.

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Überhaupt Kinder: Die Kleinkindbetreuung in Bad Bellingen kommt so gut an, dass man nun schon 20 Kinder auf der Warteliste hat und sich "wohl noch über weitere Räumlichkeiten einen Kopf machen muss", so Hoffmann. Die Sanierungen der Kindergärten in Bamlach und Rheinweiler stehen noch an, ebenso wie die Totalsanierung der Grundschule und der Neubau der Sporthalle – letzteres gut für Schüler und Vereine. Die Ganztagsbetreuung in der Schule will man einführen. All das stärke die Attraktivität des Standortes Bad Bellingen, so Hoffmann. Was bei der Aufzählung fehlte, war der Hinweis darauf, dass der Wohnort zudem durch die Nähe der in Schliengen gelegenen, schnell erreichbaren neuen Gemeinschaftsschule mit nun weiterführenden Abschlüssen profitieren wird.

Zum "Dreamland" gehören die Bauhofmitarbeiter, die einen "Super-Job" bei den Straßenerneuerungen machen. Feste, Veranstaltungen und Wettbewerbe wie Schlemmerwochen, Lichterfest und Rotweinnacht, Mundarttage, Grasbahnrennen, der Machwerk-Markt in Hertingen, Orgelkonzerte, Märchenstraße und mehr werden 2012 um den Gutedeltag am Himmelfahrtstag mit einer Wanderstrecke zwischen Bad Bellingen und Efringen-Kirchen ergänzt. Die E-Bike Flotte soll sich weiter etablieren, ein Rheinschwimmen gestartet werden, zusätzlich gibt es im Mai den Landeswandertag, veranstaltet vom TV Rheinweiler.

Ein neues Wohnbaugebiet, vielleicht mit dem Angebot von günstigeren Erbpachtgrundstücken, so Hoffmann, wird 2012 am Hellberg in Angriff genommen. Nicht verhehlen wollte er, dass es – trotz gestiegener Übernachtungszahlen – die Kurkliniken schwerer haben. Auch die Schwierigkeiten, die Rheinstraße zu beleben, kamen zur Sprache: "Da baut gerade die Bäckerei um, ein Vertrag für ein Eiscafé ist unterschrieben und an einem Informationspunkt vielleicht mit Hofladen sind wir dran", versprach Hoffmann, der zudem die Geschichte vom "Blauen Dorf Juzcar" in Spanien aus dem Hut zauberte. Dort haben die Anwohner es geschafft, durch spektakuläre blaue Farbgebung aller Häuser rund 80 000 Touristen im Jahr anzulocken, die ein Fotomotiv suchen. "Bad Bellingen soll nicht blau gestrichen werden, aber in der Rheinstraße könnten viele lebensgroße lustige Figuren eine Attraktion sein. "Sie alle sind gerne zum Mitmachen aufgefordert, Ilke Weisenseel sorgt dafür, dass die Idee etwas wird", regte der Bürgermeister die Fantasie an. Für die Vorgartenverschönerung gab es zudem schon einmal kostenlos Tütchen mit Samenmischungen, die an die Gäste verteilt wurden.

Autor: Jutta Schütz