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15. November 2017

Zustimmung zum Forstbetriebsplan

Forstlicher Einsatz an der Riesi in Bad Bellingen wurde teurer als gedacht / Bedarf wird abgefragt im Vorfeld der Versteigerung.

  1. Der Hertinger Wald erfüllt eine Naherholgungsfunktion, ist aber auch Nutzwald. Foto: Jutta Schütz

BAD BELLINGEN. Teurer als gedacht wurde die Forstmaßnahme an der Riesi in Bad Bellingen, die Ende 2016 abgeschlossen wurde. "Wir hoffen aber, dass wir das im Forstbetriebsplan für 2018 wieder wettmachen und auch einen sehr kleinen Überschuss erwirtschaften", informierte Försterin Heike Wiegand den Gemeinderat bei der Vorstellung des Forstbetriebsplans für das kommende Jahr. Geändert wurden die Modalitäten bei der kommenden Holzversteigerung im Januar 2018.

Begleitet wurde Wiegand von Bernhard Schirmer, der sich als Nachfolger von Martin Groß als Forstbezirksleiter Kandern und Schopfheim vorstellte. Die Gemeinderäte stimmten dem neuen Forstbetriebsplan zu.

Im Haushaltsplan sind bei den Einnahmen 24 850 Euro eingeplant, 12 950 Euro sind dabei für den Verkauf von Brennholz und Nebenerzeugnissen eingerechnet, 9850 Euro für den Verkauf von Nutzholz. Bei den Ausgaben sind es 24 450 Euro, die zu Buche schlagen, größter Betrag mit 11 000 ist hier die Ernte von Forsterzeugnissen. Im Vermögenshaushalt sind 5000 Euro als Investitionssumme vermerkt.

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Jedes Jahr setzt Heike Wiegand einen Schwerpunkt bei der Berichterstattung in Sachen Gemeindewald und Forstbetriebsplan. Diesmal waren es die Maßnahmen an der Riesi, also dem Steilhang oberhalb des Kurgebietes, wo zunächst nur einzelne Bäume aus dem Bestand entnommen werden sollten. "Der Gesamtzustand war aber viel desolater als geplant", berichtete Wiegand und zeigte den Gemeinderäten entsprechende Fotos. Insgesamt sei man drei Wochen beschäftigt gewesen, den Bestand zu durchforsten, letztendlich blieben nur wenige gesunde Bäume stehen. "Die Entscheidung, so vorzugehen, fiel nicht leicht – aber letztendlich können wir froh sein, dass dort im Vorfeld der Abholzung nichts passiert ist, weil die Zersetzungsprozesse in manchen Bäumen schon weit fortgeschritten haben", erläuterte die Försterin. Neue Bäume wurden gepflanzt, davon zehn Spitzahorne und zehn Traubeneichen.

Leider überstanden sechs Traubeneichen die lange Trockenheit im Sommer nicht – sie sollen ersetzt werden. Erstaunlich schnell erholte sich die die restliche Vegetation – Blumen, Sträucher und Gräser wachsen am Hang, der im späten Sommer aussah wie ein kleines Biotop. "Die ganze Maßnahme hat ein Loch in den Haushalt gerissen – wir hatten einen kleinen Überschuss von 1270 Euro erwirtschaftet – dem steht nun ein Minus von rund 16 000 Euro gegenüber, das wir hoffentlich mit einer schwarzen Null im Jahr 2018 ausgleichen können", so Wiegand. Nach wie vor Sorgen macht das Eschentriebsterben, das nun auch im Altbestand angekommen ist. "Im Hertinger Wald, der auch Erholungswald ist, ist dies nun deutlich zu sehen, glücklicherweise haben wir nur kleinere Flächen, wo nur Eschen stehen", berichtete Wiegand. "99 Prozent unserer heimischen Eschen werden absterben – das ist wirklich schlimm", ergänzte Schirmer.

Im kommenden Jahr wird der Barfußpfad im Hertinger Kurpark zehn Jahre alt. "Dort haben wir länger nichts gemacht, 2013 gab es die letzte Neuerung, deshalb wollen wir Ideen für ein neues Element für das kommende Jahr sammeln", sagte Wiegand. Gemeinderat Andreas Großhans (FW) regte an, die Hertinger Holzversteigerung "umzuplanen". Im vergangenen Winter habe es viel Unmut unter den steigerungswilligen ansässigen Bürgern gegeben, denn ein "Händler von auswärts hat ganz viel gekauft, unsere Bürger hatten das Nachsehen ", erwähnte er. Philip Dahm (FW) schlug vor, im Vorfeld der Versteigerung eine Bedarfsermittlung bei den einheimischen Bürgern abzufragen. Heike Wiegand änderte im Nachgang zur Gemeinderatssitzung die Vorgaben für die kommende Holzversteigerung, die am 20. Januar 2018 stattfinden soll. Die einheimische Bevölkerung hat nun im Vorfeld die Gelegenheit, bis zum 30. November 2017 ihren Bedarf in haushaltsüblichen Mengen bei Heike Wiegand anzumelden (siehe unten). Das Holz wird dann am 20. Januar 2018 zugeteilt.

Vorbestellungen für haushaltsübliche Holzmengen für die Holzversteigerung 2018 können bis zum 30. November 2017 bei Heike Wiegand, E-Mail: heike.wiegand@loerrach-landkreis.de oder per Telefon 07635/8791 bestellt werden. Der komplette Name sowie die Anschrift sind anzugeben. Die Preise liegen bei der Vorbestellung um vier Euro über dem Anschlagspreis – bei Buche sind es 59 Euro pro Festmeter, bei Esche 53 Euro/Festmeter. Ein Festmeter sind 1,4 Ster. Es wird hauptsächlich Buchen- und Eschenholz anfallen.

Autor: Jutta Schütz