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18. Januar 2009 17:17 Uhr
Neujahrsempfang in Bad Krozingen
2009 wird das "Jahr der Bewährung"
Auch beim Neujahrsempfang in Bad Krozingen war die Finanz- und Wirtschaftskrise das beherrschende Thema. Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) versicherte, dass es in Baden-Württemberg dennoch keinen Grund zur Resignation gebe. Ganz im Gegenteil.
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Bürgermeister Ekkehart Meroth, Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Bäderchef Rolf Rubsamen beim Anschnitt der Neujahrsbrezel Foto: Donner
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Minister Ernst Pfister im Gespräch mit den Bad Krozinger Kommunalpolitikern Elvira Mutterer, Sabine Pfefferle und Bernd Scherer. Foto: Markus Donner
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Freiburgs Finanzbürgermeister Otto Neideck am Tisch mit Bürgermeister Michael Benitz, Staufen und Werner Dammert, Geschäftsführer des Gewerbeparks Breisgau (v.l.) Foto: Markus Donner
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Landtagsabgeordneter Christoph Bayer im lockeren Gespräch. Foto: Markus Donner
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Hermann Frommhold (links) mit Tischnachbar Helmut Schillinger, Geschäftsführer des Regionalverbunds kirchlicher Krankenhäuser (RkK). Foto: Markus Donner
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Blick in den Festsaal beim Neujahrsempfang Foto: Markus Donner
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Die Gemeindekapelle Bad Krozingeen unter Leitung von Dirigent Andreas Daiger Foto: Markus Donner
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Der Krise auch positive Seiten abgewinnen: Bürgermeister Ekkehart Meroth Foto: Markus Donner
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Gewerbeverbandsvorsitzeender Karlheinz Burgert flüstert Minister Pfister ein. Foto: Markus Donner
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Stellt sein Unternehmen vor: Sparkassendirektor Herbert Lehmann Foto: Markus Donner
BAD KROZINGEN. "2009 wird wohl das Jahr der Bewährung und womöglich das schwierigste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik". Der Vorsitzende des Gewerbeverbandes Bad Krozingen, Karlheinz Burgert, zeichnete im Beisein von Wirtschaftsminister Ernst Pfister ein düsteres Bild beim gestrigen Neujahrsempfang im Kurhaus. "Vertrauen muss her – und das ist die Aufgabe der Politik", so Burgert vor vielen Gästen aus dem öffentlichen Leben der Kurstadt und der ganzen Region.
Deutschland leide vor allem darunter, dass wichtige Absatzmärkte weggebrochen seien. Der Konsum in Deutschland, der seit Jahren schwächele, könne die Lücke nicht füllen. Und ob und wie lange das umkämpfte Konjunkturpaket II wirke, werde sich zeigen. Als leichter, billiger und willkommener bezeichnete Burgert eine andere Hilfe: Eine Reform der Unternehmenssteuerreform. Diese Substanzbesteuerung entzöge den Unternehmen dringend benötigte Liquidität.Krisenmanagement sei in Bad Krozingen kein Fremdwort, erinnerte Burgert mit Hinweis auf die Bäderkrise und die Gesundheitsreform mit ihren teilweise existenziellen Einbrüchen. Damit Bad Krozingen als Gesundheits- und Wirtschaftsstandort erfolgreich bestehen konnte, bedurfte es Änderungen und großer Einschnitte in vorhandene Strukturen. Der Gewerbeverband werde sich mit vollem Einsatz bei der weiteren Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Bad Krozingen einbringen. Burgert nannte hier besonders die städtische Entwicklung nach der im Herbst geplanten Freigabe der B-3-Umfahrung. Auch wenn die Zeichen wenig hoffnungsvoll stimmten, sollten alle mit einer positiven Grundstimmung ins neue Jahr gehen.
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Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) hörte es gerne, dass sich Bad Krozingen in die Reihe der Kommunen stelle, die nicht nur jammern wollten. Die Wirtschaft sei in Baden-Württemberg robuster aufgestellt wie noch vor fünf Jahren, zeigte sich der stellvertretende Ministerpräsident überzeugt. Pfister lobte den "Rekord an Ausbildungsplätzen" und die hohe Produktivität des Mittelstandes. Günther Oettinger beim Neujahrsempfang der Landesregierung in Freiburg zitierend, meinte Pfister, wenn in Baden-Württemberg jeder im Schnitt ein Jahr älter werde als anderswo, "dann hängst das natürlich auch mit Bad Krozingen zusammen". Der Wirtschaftsminister versprach auch im neuen Jahr großzügige Fördergelder etwa für die Investitionsvorhaben der Vita Classica. Bei einem Kostenaufwand von vier Millionen Euro stünden Bad Krozingen Landesmittel in Höhe von rund 1,5 Millionen in Aussicht. Auch die bauliche Erneuerung im Bahnhofsbereich werde vom Land mitgetragen. "Bad Krozingen ist dem Land nicht nur lieb, sondern auch teuer", sagte der Wirtschaftsminister und verwahrte sich dagegen, die Anstrengungen im Tourismus mit dem Bau des 3. und 4. Gleises wieder zunichte machen zu wollen. "Eine umwelt- und menschengerechte Trasse muss in der gleichen Liga spielen wie Stuttgart 21." Bund und Bahn müssten den Baustein setzen, das Land liefere gegebenenfalls den Schlussstein dazu, so Pfister über die Aufgabenverteilung bei diesem Projekt.
Auch Bürgermeister Ekkehart Meroth wollte seine Sichtweise zu den wirtschaftlichen Problemen in seinem Grußwort nicht aussparen. Bad Krozingen habe gerade ein erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht, nicht nur wegen der 1200-Jahr-Feier mit dem herausragenden Festumzug. Die Kurstadt sei um 200 auf 16 200 Einwohner gewachsen und freue sich über zusätzliche, neue Arbeitsplätze. Nach seiner Beobachtung seien die Auftragsbücher der heimischen Gewerbebetriebe noch gut gefüllt. Wenn es gelänge, die Binnenkonjunktur anzukurbeln, verringere sich die Abhängigkeit vom Export. Als ein "Leuchtfeuer" bezeichnete Meroth auch die Verzahnung von Herz-Zentrum und Universität Freiburg, was Investitionen von 55 Millionen Euro nach sich ziehen werde.
Sparkassen gibt es länger als die Automobilindustrie – und das sehr erfolgreich, wie Herbert Lehmann, Direktor der Sparkasse Staufen-Breisach in seinem Unternehmensporträt veranschaulichte. Sein Haus sei eng mit der Geschichte von Bad Krozingen verknüpft, wo die Sparkasse seit 1929 vertreten sei. 15 Mitarbeiter in drei Geschäftsstellen seien mit allen Finanzdienstleistungen der Bank "nah am Kunden". Alles sehr solide. "Auch wenn ich Lehmann (mit zwei ,n‘) heiße: Lehman-Zertifikate gibt’s bei uns nicht".
Viele weitere Fotos vom Neujahrsempfang unter http://www.badische-zeitung.de
Autor: Markus Donner


