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19. Januar 2010
Benefizkonzert
Choeur Vocaléidos - A-capella-Gesang auf Spitzenniveau
Der "Choeur Vocaléidos" aus Mulhouse begeisterte beim Benefizkonzert von Kiwanis Club und Katholischem Bildungswerk
BAD KROZINGEN. Das jüngste Benefizkonzert des Kiwanis Clubs Bad Krozingen-Staufen in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Bad Krozingen wurde großartig gestaltet vom "Choeur Vocaléidos" aus Mulhouse unter der Leitung von Bernard Beck. Der Chor, der zum ersten Mal in Deutschland auftrat, versetzte das zahlreich in die Pfarrkirche St. Alban gekommene Publikum in Erstaunen. Trotz der Tatsache, dass es sich um einen reinen Amateurchor handelt, stellte das Ensemble anspruchsvollste sakrale Literatur in faszinierenden Interpretationen vor.
Der Präsident des Kiwanis Clubs, Arnulf Geissler, und der Leiter des Katholischen Bildungswerkes, Günter Blasel, zeigten sich erfreut über den guten Besuch des Konzertes, dessen Erlös dafür bestimmt ist, jungen Messdienern von St. Alban dieses Jahr eine Reise nach Rom zu ermöglichen. Von Herzen willkommen hießen sie auch den Chor aus Mulhouse, dessen Gesang, wie Kiwanis-Präsident Arnulf Geissler treffend bemerkte, "uns den Frühling brachte".
Im ersten Teil seiner Musikfolge präsentierte der "Choeur Vocaléidos" Psalmvertonungen verschiedener Komponisten. Der Auftakt erfolgte mit Mendelssohns herrlicher Doppelchor-Komposition "Warum toben die Heiden". Schon bei diesem Vortrag beeindruckten die Reinheit der Intonation, die Fülle und differenzierte Ausgestaltung des Stimmvolumens und die dynamische Harmonie.
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Eine unglaubliche Leistung vollbrachten die Sängerinnen und Sänger bei der Darbietung von sechs Psalmvertonungen des estnischen Komponisten Cyrillus Kreek. Der umfangreiche, in Estnisch gesungene Text, verbunden mit der Bewältigung moderner, intensiver Klangbilder von hoher Schönheit und geradezu gregorianischer Luzidität – das war hoch professionell, und man spürte hinter jeder Klangsequenz die sorgfältige Einstudierung und innige Verarbeitung. Ein intensives Gesangserlebnis stellt auch die Wiedergabe des "Miserere mei domine" des Franzosen Darius Milhaud dar. Hier überrascht wiederum die ästhetisch reine, feine Gestaltung der komplizierten, teilweise dissonant angelegten Klangbilder. Den Abschluss des Psalmenvortrages bildete eine aus der Feder des Renaissancekomponisten Henry Purcell stammende Vertonung des 43. Psalms, die nahtlos überging in ein zeitgenössisches Arrangement des Schweden Sven David Sandström.
Der zweite Programmteil brachte eine Reihe von Vertonungen aus dem Hohelied Salomons. Auch hier reichte die Palette von der Renaissance bis zur Neuzeit. Eine anonyme Komposition aus der Zeit des Sonnenkönigs, "Osculetur me osculo oris sui", stand am Beginn und verzauberte mit ihren warmen Vokalbildern. Ebenfalls aus dieser Zeit, aber von dem bayrischen Hofkapellmeister Leonhard Lechner, stammt "Fahet uns die Füchse".
Einen faszinierender Gegensatz zu dieser Alten Musik bildeten die modernen Kompositionen "Al mishkavi baleilot bikashti" des Israeli Yehezkel Braun und "Descendi in hortum meum" für Frauenchor des Iren Ivan Moody. Zwei weitere Lieder aus dem Hohelied, "I sat down under his shadow" von Edward C. Bairstow und "Set me as a seal upon thine heart" von William Walton, demonstrierten nochmals ausdrucksstark und auf höchstem Niveau die gewaltige Kraft, Innigkeit und Intensität der neueren sakralen Musik. Der Schlussapplaus brandete gewaltig auf, woraufhin die Sänger und ihr exzellenter Dirigent sich im Kreis über das ganze Kirchenschiff verteilten und als Zugabe "Immortal Bach" von Knut Nystedt intonierten.
Fazit: Ein A-capella-Konzert der Spitzenklasse.
Autor: Bianca Flier
