"Das sind wir der Gesellschaft schuldig"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 10. Januar 2013

Bad Krozingen

Engagement in vielen Bereichen: Seit zehn Jahren ist Angelika Rupp in der Demenzbetreuung tätig.

BAD KROZINGEN (BZ). Als die ausgebildete Kranken- und Altenpflegerin Angelika Rupp zufällig vom Qualifikationskurs der Sozialstation zur bürgerschaftlichen Demenzbetreuung las, dachte sie sich spontan: "Das mach ich mal!" Heute – zehn Jahre später – ist sie immer noch dabei, und zwar mit ganzem Herzen. Seit Beginn ihres Engagements betreut sie jeden Freitag mit einem Team aus einer Fachkraft und weiteren freiwilligen Betreuerinnen an Demenz erkrankte Menschen in Bad Krozingen. Das Engagement in den Betreuungsgruppen ist für sie ein echter Glücksfall. "Auch wenn man es nicht glauben mag: Wir lachen sehr viel."

Angelika Rupp ist nicht nur in der Demenzbetreuung, sondern auch als Pflegebegleiterin tätig. Dabei berät und unterstützt sie Angehörige von pflegebedürftigen Menschen. Zudem ist sie einmal pro Woche auf Abruf als Alltagsbegleiterin im Herzzentrum. Als solche begleitet sie in Sechs-Stunden-Schichten stationär an Demenz erkrankte Patienten im Klinikalltag. Und ganz nebenbei ist sie noch Gemeinderätin in Heitersheim.

Bei soviel Engagement wundert es kaum, dass ihr die Ehre zuteil wurde, vom Bundespräsidenten Joachim Gauck im vergangenen Jahr persönlich ins Schloss Bellevue eingeladen zu werden. "Das war wirklich ein einprägendes Erlebnis. Es gab einen wunderschönen Empfang und die Anerkennung des Bundespräsidenten bedeutet mir viel."

Waltraud Kannen, Leiterin der Sozialstation Südlicher Breisgau in Bad Krozingen, bekräftigt: "Die Sozialstation lebt davon, dass es Menschen wie Frau Rupp gibt. Wir sind sehr dankbar, dass sie sich in so vielfältiger Weise bei uns einbringt." Für Angelika Rupp ist das Ehrenamt selbstverständlich: "Das sind wir der Gesellschaft schuldig. Ohne Ehrenamt geht nichts." Aber sie warnt auch eindringlich: Nur mit Ehrenamt könne man keine Löcher stopfen.