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23. Februar 2010
Ein gar nicht gruseliger Geist kennt Cembalo und Orgel
Märchenerzählerin Stephanie Pricking und Musiker Enno Kastens brachten Kindern die Instrumente im Bad Krozinger Schloss nahe.
BAD KROZINGEN. Ein Gespenst geht um im Bad Krozinger Schloss. Es wohnt schon seit vielen hundert Jahren ganz allein auf dem Dachboden in einem alten Klavier, auf dem es ab und zu etwas Geistermusik macht. Pünktlich zur Geisterstunde kommt es jede Nacht aus seinem Klavierkasten hervor und geistert ein wenig im Schloss herum.
Einmal aber wird es mitten am Tage wach, weil von draußen seltsame Geräusche zu hören sind. Müde schleicht es sich aus dem Klavier und blinzelt in das Tageslicht. Unten im Schlossgarten schleppt ein Mann viele große Kisten in das Schloss. Das kleine Gespenst ist zwar neugierig, was da los ist, aber mitten am Tag auch viel zu müde und legt sich wieder hin. Zur gewohnten Geisterstunde hört es dann feine kleine Töne durch das Schloss geistern, die so ganz anders als seine eigene Geistermusik klingen.
Neugierig huscht es das Treppengeländer hinunter und trifft im großen Saal auf einen alten Mann, der in den Kisten Musikinstrumente in das Schloss gebracht hat, auf denen er nun spielt. Der alte Mann kriegt zwar einen gehörigen Schreck, als er das kleine Gespenst sieht, aber da es ja ein ganz liebes Gespenst ist, freunden sich die beiden schnell an. Der alte Mann erklärt dem Gespenst, was es mit dem Clavichord und den Cembali auf sich hat, und es darf sogar die Orgel spielen. Am schönsten aber ist der alte Hammerflügel, auf dem man mit viel Tschingderassabumm den Türkischen Marsch von Mozart spielen kann, was die beiden jetzt auch jede Nacht tun.
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Seit Sonntag muss sich das Schlossgespenst ganz bestimmt nicht mehr vor dem Alleinsein fürchten, denn es hat im Schloss jetzt ganz viele neue Freunde gefunden, die ganz begeistert waren von der äußerst kurzweiligen Geisterstunde, die sie mit der Märchenerzählerin Stephanie Pricking und dem Musiker Enno Kastens mitten am Tage erlebt hatten.
Genauso begeistert wie die zahlreich erschienenen Kinder und Erwachsenen waren auch die kleinen Sängerinnen und Sänger des Kinderchors Tunsel, die unter der Leitung von Ulrika Winterhalter mit geisterreichen Liedern und Tänzen das Märchen von dem Schlossgespenst tat- und stimmkräftig unterstützten und für ihren schwungvollen Auftritt tosenden Applaus vom Publikum einheimsen durften.
Autor: Hans-Jürgen Kugler
