Ein neuer Stadtteil für Bad Krozingen

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Sa, 11. März 2017

Bad Krozingen

Das Neubaugebiet Kurgarten II ist fertig erschlossen, jetzt kann der Häuserbau beginnen / Wohnraum für 1200 bis 1400 Menschen.

BAD KROZINGEN. Die Kanäle, Straßen, Gehwege, Laternenmasten, Bauminseln, Lärmschutzwand und ein Spielplatz sind bereits fertig, der Rest wird bis Ende April folgen: Das Baugebiet Kurgarten II in Bad Krozingen ist bereit für seine künftigen Bewohner. Die Bauträger und auch einige private Häuslebauer warteten nur auf die offizielle Freigabe am Donnerstag, um mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Für Bürgermeister Volker Kieber markierte der Abschluss der Erschließungsarbeiten "einen großen Tag". Als die Stadt Kurgarten I auf den Weg brachte, gab es noch Zweifel, ob überhaupt Bedarf besteht. Doch die Nachfrage stieg rasant. Und so dachte die Stadt 2013, nur wenige Monate nach der Freigabe von Kurgarten I, schon an das zweite Baugebiet. Im September 2014 fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, ein Jahr später wurde der Plan beschlossen, im Februar 2016 folgte der Spatenstich. Eigentlich hätte die Erschließung auch noch vergangenes Jahr beendet werden sollen, die Feier war für den 20. Dezember geplant, doch wegen eines Frosteinbruchs mussten die Asphaltarbeiten und damit auch die Feier auf dieses Jahr verschoben werden.

Kieber dankte allen Beteiligten für die fast termingerechte Fertigstellung. Der Erschließungsträger Rüdiger Kunst mit seiner Kommunalkonzept GmbH habe "alles sehr zu unserer Zufriedenheit abgewickelt", so der Rathauschef. Architekt Felix Ruch musste im Kurgarten II eine dichtere Bebauung planen als im Kurgarten I, um mehr und günstigeren Wohnraum zu ermöglichen. Landschaftsarchitekt Ralf Wermuth hatte Kieber zufolge die Idee, den See im Kurpark anzulegen, um dort das Oberflächenwasser aus beiden Baugebieten einzuleiten. Altstadtrat Fritz Hanser half bei den Verhandlungen mit den 21 Eigentümern, auf deren Grund und Boden das Baugebiet entwickelt wurde. Kieber dankte auch den Büros Raupach & Stangwald, Ludin und Jans sowie den Baufirmen, allen voran Knobel Bau mit dem Polier Lothar Koller sowie Elektro Glockner und Flor Design.

Rüdiger Kunst gab das Lob an die Stadt und den Gemeinderat zurück. Im Kurgarten II sei es "gelungen, das Ziel des bezahlbaren Wohnraums mit einer ansprechenden städtebaulichen Planung zu kombinieren", sagte er. Der Weg dorthin führte über einen Investorenwettbewerb. Rund eineinhalb Hektar des Baugebiets durften die Investoren verplanen. Dabei mussten sie zehn Kriterien erfüllen, "an erster Stelle stand das Kriterium Bezahlbarer Wohnraum", so Kieber. Manche reagierten irritiert auf die strengen Vorgaben, doch letztlich gaben acht ein Angebot ab. Den Zuschlag bekamen Siedlungswerk, Treubau und Heiwog.

Wohneigentum, aber auch Mietwohnungen

Sie mussten eine Mischkalkulation aufstellen: Die Hälfte ihrer Neubauwohnungen dürfen sie frei verkaufen. Die andere Hälfte müssen sie für die nächsten 15 Jahre günstiger als üblich vermieten, derzeit für 7,75 bis 8,25 Euro Kaltmiete je Quadratmeter. 90 solcher Mietwohnungen werden im Kurgarten II entstehen. Einziehen darf nur, wer höchstens zehn Prozent mehr verdient als jene, die staatliche Wohnraumförderung beantragen können. Bei einem Drei-Personen-Haushalt sind das 53 075 Euro. Die künftigen Mieter müssen auch einen (familiären oder beruflichen) Bezug zu Bad Krozingen haben. Das Siedlungswerk, das mit Treubau das größte Grundstück gekauft hat, wird überdies 44 Sozialwohnungen schaffen. Sie werden nur an Menschen mit Berechtigungsschein vermietet.

Das Baugebiet reicht bis an den Autobahnzubringer L 120, wo eine begrünte Lärmschutzwand errichtet wurde. Zusätzlich werden manche Wohnungen mit passivem Lärmschutz ausgestattet. Für das geplante Gewerbegebiet Am Krozinger Weg wird auf der L 120 ein Kreisverkehr gebaut, den auch die Kurgarten-Bewohner nutzen werden. Die weitere Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen oder auch der innerstädtische Verkehr, müsse folgen, so Kieber, "wir sind dabei und auf einem guten Weg".