Städtebau

Erschließung des Neubaugebiets Kurgarten in Bad Krozingen fertig: Häuslebauer können loslegen

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Do, 05. September 2013 um 17:49 Uhr

Bad Krozingen

Mit einem Festakt sind die Erschließungsarbeiten für das Bad Krozinger Neubaugebiet Kurgarten abgeschlossen worden. Damit kann die Wohnbebauung bei einem der größten Städtebauprojekte in der Umgebung von Freiburg beginnen.

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude – und so fanden sich zum Festakt am Donnerstag anlässlich der offiziellen Baufreigabe für das Neubaugebiet Kurgarten nicht nur zahlreiche Vertreter von Planungs- und Baufirmen, Stadtverwaltung und Gemeinderat ein, sondern auch etliche künftige Bewohner des neuen Viertels am Nordrand der Kurstadt. Nicht nur die Kameras der Pressevertreter klickten, sondern auch die von Familienvätern und -müttern, die das Abenteuer Eigenheim von Anbeginn dokumentieren wollten.

In 18 Monaten ist es gelungen, das Gebiet so weit zu erschließen und vorzubereiten, dass nun die Wohnbebauung beginnen kann. Damit wurde ein durchaus ambitionierter Zeitplan eingehalten – und das, obwohl parallel noch archäologische Untersuchungen liefen. Wie einige interessante Funde zeigten, bot das Gebiet, auf dem einmal bis zu 1000 Menschen leben sollen, auch schon unseren Vorfahren in der Eisen- und Römerzeit einen attraktiven Siedlungsraum.

Das Straßennetz des neuen Baugebiets ist nun fertig, Energie-, Wasser- und Datenleitungen sind verlegt, die öffentlichen Grünanlagen sind weitgehend vorbereitet, auch wenn noch nicht alle Pflanze gesetzt wurden. Laut Auskunft der Rüdiger Kunst Kommunal Konzept GmbH, die die Erschließung des Kurgartens koordiniert hat, steht Bauherren auf einer Fläche von rund 150 000 Quadratmetern Baugrund für 175 Grundstücke zur Verfügung, die mit Einzel-, Doppel, Reihen- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden sollen. Auch Geschäftseinheiten für die Nahversorgung und für die Büronutzung sind vorgesehen.

Das Baugebiet Kurgarten hat Bad Krozingen noch ein zusätzliches Schmankerl gebracht – einen See im nördlichen Teil des Kurparks, der das neue Wohngebiet entwässert und als ökologischer Ausgleich gilt.

Bad Krozingens Bürgermeister Ekkehart Meroth bezeichnete den Kurgarten, dessen Erschließung rund 10 Millionen Euro gekostet hat, als nachhaltiges Baugebiet. Mit der Nähe zu einem der am stärksten genutzten Bahnhöfe in der Region und einer fußläufigen Entfernung zur Innenstadt habe man mit dem Kurgarten ein Wohngebiet geschaffen, das der allgemeinen Zersiedlung der Landschaft entgegentrete. Eine Ansicht, die nicht von allen immer so geteilt wurde – vor allem in den Nachbargemeinden hatte es durchaus auch kritische Stimmen zu dem Projekt gegeben.

Die Nachfrage indes scheint den Verantwortlichen recht zu geben. Die Grundstücke sind laut Rüdiger Kunst weitgehend verkauft: "Nur noch einige wenige städtische und private Grundstücke stehen zur Verfügung." Angesichts dessen richtet sich das Augenmerk von Stadtverwaltung, Gemeinderat und Planern schon auf eine Erweiterung des Baugebiets, die unter der Bezeichnung "Kurgarten II" im Norden bis zur L 120 an den Kurgarten anschließen soll.

Bürgermeister Meroth verwies am Donnerstag jedoch darauf, dass sich Kurgarten II womöglich nicht ganz im ursprünglich geplanten Umfang realisieren lasse. Die Landesregierung habe neue, restriktivere Regelungen zur Bauland-Ausweisung erlassen, die Vorbereitungen für Kurgarten II könnten schwierig werden, so Meroth. Eine interessante Frage wird auch sein, ob in dieser Baugebietserweiterung dann auch endlich ein Angebot für günstigeren Wohnraum entsteht, das bereits mehrfach angekündigt und von diversen politischen Kreisen – inklusive des Bürgermeisters selbst – auch eingefordert wurde.