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03. Februar 2012 00:39 Uhr

Neue Station der Wohlfühl-Weltreise

Marokkanisches Bad in der Vita Classica eröffnet

  1. Für eine Gesichtsmassage auf marokkanische Art kommen unter anderem Safranfäden zum Einsatz. Foto: Mathias Osti

BAD KROZINGEN. Als Schnäppchen kann man sie nicht bezeichnen – die speziellen Angebote der Vita Classica, die anspruchsvolle Wellness-Hungrige in exotische Badekulturen entführen sollen. Doch die Nachfrage ist da – und sie verlangt immer wieder nach neuen Attraktionen. Die Kur und Bäder GmbH reagiert darauf: Nach Indien, Japan und der Türkei hat man sich nun von Marokko inspirieren lassen. Unter anderem bei einer Studienreise vor Ort.

Die ersten Gäste haben sich bereits im marokkanischen Bad verwöhnen lassen, das sich im oberen Teil des 2011 eröffneten Erweiterungsbaus der Vita Classica befindet. Der Start für den rund 20 Quadratmeter großen Raum, in dem jeweils ein bis zwei Personen eine traditionelle Berbermassage genießen dürfen, ließ zunächst etwas auf sich warten. Zum Jahreswechsel dann öffnete diese neue Attraktion ihre Pforten, mit denen die Vita Classica ihre Weltreise in Sachen Badekultur um eine Station erweitert.

"Authentizität" ist das herausragende Stichwort, das Kur- und Bäderchef Rolf Rubsamen immer wieder ins Spiel bringt. Wie schon beim japanischen, türkischen und indischen Bad hat sich Rubsamen mit Mitarbeitern von der Kur und Bäder GmbH auch für das marokkanische Bad vor Ort umgeschaut, Kontakte geknüpft und Produkte getestet. Rubsamen macht indes keinen Hehl daraus, dass sich Authentizität und Qualität nicht immer so leicht unter einen Hut bringen lassen. So sind die Fliesen für den Fußboden des neuen Bades zwar nach marokkanischem Vorbild gefertigt, stammen aber aus Südspanien – weil in Marokko selbst keine zu finden waren, die den Beanspruchungen in einem öffentlichen Bad auf Dauer gewachsen wären. Auch für Teile des Mobiliars hat man dann lieber einen ortsansässigen Schreiner beauftragt – und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wenn es drauf ankommt, können südbadische Handwerker offenbar auch nordafrikanisch.

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Für Rubsamen ist klar: Eine stimmige Atmosphäre ist das Eine – das Andere ist eine durchgängig hohe Qualität des Angebots. Immerhin zahlt ein Gast des marokkanischen Bades 119 Euro (174 Euro für zwei Personen) für die rund 100 Minuten dauernde Behandlung; wobei das neue Bad damit noch günstiger liegt als etwa das japanische oder indische Bad. Für die Massage kommt eine spezielle Technik der Tuareg zum Einsatz, in die sich Hildegard Stemmler, Wellness-Expertin der Vita Classica, hat einweisen lassen. Edle Öle spielen dabei eine wichtige Rolle, wie etwa das Arganöl (siehe Infokasten), dem eine regenerierende und straffende Wirkung auf die Haut nachgesagt wird. Hildegard Stemmler hat eigens einen Duft aus Rosengeranie und Orangenblüte kreiert, mit dem das Öl verfeinert wird. Auch Arnika-Öl, Rosenwasser und Safran kommen zum Einsatz – Letzteres für ein spezielles Gesichtspeeling.

"Alle drei bis vier Jahren wollen wir was Neues bieten", lautet die Devise von Rolf Rubsamen, und so laufen bereits erste Überlegungen, welche Badekultur als nächstes in der Vita Classica einziehen könnte. Konkret ist da noch nichts, versichert Rubsamen. Womöglich aber führt die nächste Studienreise weniger in ferne Länder denn in vergangene Zeiten.

Info: Am Sonntag, 26. Februar, von 11 bis 14 Uhr bietet Kathrin Fechner-Schöpf einen marokkanischen Kochkurs im "Kochstudio" der Vita Classica an. Nähere Infos unter Telefon 07633/4008-160.

Stichwort: Arganöl

Das Arganöl wird aus der Frucht des seltenen Arganbaumes gewonnen, der nur noch in Marokko und Algerien zu finden ist. Der Baum mit relativ niedrigem Stamm und einer ausladenden Krone gilt als wichtige Pflanze in der traditionellen Landwirtschaft der Berber, allerdings sind die Bestände so stark zurückgegangen, dass er 1998 unter den Schutz der Unesco gestellt wurde. Um die traditionelle Herstellung des Arganöls, für die vor allem Frauen verantwortlich sind, zu sichern, wurden internationale Förderprogramme, unter anderem der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) aufgelegt und Frauen-Kooperativen gegründet. Die Herstellung des Öls erfolgt meist in Handarbeit und ist sehr aufwändig. Die getrockneten Früchte des Arganbaums, die entfernt an Datteln erinnern, werden aufgeschlagen, die Samen werden geröstet, gemahlen und schließlich gepresst. Der Prozess dauert 24 Stunden und länger; um einen Liter Arganöl zu gewinnen, braucht man rund 30 Kilogramm Samen. Für das Öl, das sowohl in der Küche als auch in der Kosmetik eingesetzt wird, zahlt man in Deutschland, je nach Verarbeitung, ab 80 Euro pro Liter aufwärts.

Autor: Alexander Huber