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04. März 2013

Neue Uniformen für die Wehrleute

10 564 Dienststunden haben die Aktiven der Feuerwehr Bad Krozingen im vergangenen Jahr ehrenamtlich geleistet.

  1. Ein Gewinn für die Bürger: die Bad Krozinger Feuerwehr Foto: S. Müller

BAD KROZINGEN. Die Bad Krozinger Feuerwehr arbeitet heute interkommunal. Kooperation, Teamgeist und neue Medien sind nicht nur ein Gewinn für die Aktiven, so bekräftigten die Löschtrupps bei ihrer 148. Hauptversammlung in der Merowingerhalle in Biengen, sie sind auch ein Gewinn für die Bürger. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch dabei, wenn kommenden April die konstituierende Sitzung des neuen Feuerwehr-Zweckverbandes erfolgt. Es klafft noch eine Lücke in den Reihen.

Die Befürworter der gemeindeübergreifenden Feuerwehrkooperation aus Bad Krozingen, Ehrenkirchen, Hartheim, Bollschweil und Münstertal sähen es gerne, wenn auch die Fauststadt künftig in ihrer Liga mitspielen würde, so bekam Staufens Kommandant Thomas End am Freitagabend zu hören. Es war eine Einladung, die vor allem von Bad Krozingens Bürgermeister Ekkehart Meroth an die Staufener erging, worauf End erklärte: "Wenn es für uns kalkulierbar ist, sind wir dabei." In seiner Funktion als stellvertretender Kreisbrandmeister attestierte End den Kameraden der Kurstadt jedoch auch: "Bad Krozingen ist die Heimat der Führungstruppe südlicher Breisgau", und verband damit den Wunsch, dass "sie weiterhin maßgeblich auf Kreisebene mitwirken." Er versprach zudem die Prüfung des Fahrzeugbestandes im Landkreis.

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Neue Uniformen bekommen die Wehrleute ebenfalls. Angesichts der 284 Einsätze – womit die Bad Krozinger Wehr im vergangenen Jahr statistisch alle 31 Stunden alarmiert wurde – stellte End die Frage nach den Leistungsgrenzen ehrenamtlichen Engagements.

Dass die Feuerwehr in der Zukunft angesichts des Wachstums der gesamten Region eher noch mehr gefordert sein wird, beschäftigt auch Bad Krozingens Gesamtkommandant Jürgen Bleile: "Das fordert die Wehr." 10 564 Dienststunden haben die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Bad Krozingen 2012 ehrenamtlich geleistet. Das entspricht Bleile zufolge einer Leistung von 6,25 Vollzeitkräften. Rund 3000 Stunden entfielen auf Einsätze der 172 Aktiven, davon 250 Einsätze in der Kernstadt, 16 in Schlatt, 33 in Tunsel, 36 in Hausen und 32 in Biengen. Dabei konnten bei Bränden acht Personen und bei technischer Hilfeleistung elf Menschen gerettet werden. Mehr als 4000 Stunden wurden in das Einsatztraining investiert. Für die Aus- und Weiterbildung auf Kreis- und Landesebene kommen weitere 800 Stunden hinzu, wobei die Atemschutzlehrgänge besonders anspruchsvoll sind.

Als Erfolgsmodell wertet Bleile die neuen Ausbildungssamstage im Frühjahr und im Herbst. Beim nächsten Termin am 26. März soll es um den Atemschutz gehen. Seine Anerkennung und eine Einladung zu einem Grillabend sprach Kommandant Bleile den Betreuern der Jugendfeuerwehr mit ihren 53 Mitgliedern (44 Jungs, neun Mädchen) aus. "Die Jugend ist unsere Lebensversicherung." Das sieht auch der Kiwanis-Club so, dessen Vertreter – Präsident Hans-Martin Schaller und Stellvertreter Gunter Zink – dem Nachwuchs einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreichten.

Es gab noch mehr Erfreuliches an diesem Abend: 20 neue Feuerwehrleute wurden von Bürgermeister Meroth per Handschlag verpflichtet, darunter auch zwei Feuerwehrfrauen. Ebenfalls konnten langjährige Mitglieder der Feuerwehr ausgezeichnet werden (die Badische Zeitung berichtet noch.)

Als unvermeidlich werten der Biengener Löschtrupp und Ortsvorsteher Edgar Fader den Umbau des Gerätehauses in ihrem Stadtteil. Dieser wird Bleile zufolge vorgezogen, während die Aktiven in Tunsel nach einer Sanierungsmaßnahme weiter auf einen Neubau hoffen: "Die schlimmsten Mängel sind weg, aber die Räume sind nicht zukunftsfähig", klagte Tunsels stellvertretender Abteilungskommandant, Heinz Gutgsell, und forderte eine Lösung von Räten und Verwaltung.

"Swissphone ResQ"-Piepser, "Terra GIS"-System – das sind nur zwei technische Neuerungen, mit denen Jugendfeuerwehrwart Christian Seefried die Kameraden konfrontierte. Der Piepser erlaubt eine bessere Statusmeldung, die interaktive Landkarte – vergleichbar mit Google-Maps – schafft einen besseren Überblick.

Verbesserungen schaffen will auch der Anfang 2012 gegründete Feuerwehrförderverein mit derzeit 25 Mitgliedern unter Vorsitz von Volker Schmitt.

Ein Herz zeigten die Feuerwehrleute auch für die Opfer des Gewaltverbrechens, mit dem sie Anfang diesen Jahres in Biengen konfrontiert waren. Edgar Fader und Abteilungskommandant Rudolf Müller überreichten einen Scheck über 500 Euro für den Hilfsfonds. In der Halle kreiste zusätzlich ein zur Spendenbox umfunktionierter Feuerlöscher, in dessen Schlitz erfreulich viele Scheine verschwanden.

Weitere Infos zur Feuerwehr Bad Krozingen im Internet unter http://www.ff-bk.de

Autor: Susanne Müller