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19. Juni 2010

Nicht nur der Bundestrainer rauft sich die Haare

Public Viewing im Bad Krozinger Kurpark: Gestrige WM-Niederlage gegen Serbien versetzt den Fußballfans einen Dämpfer.

  1. Spannend war’s, auch wenn es nichts zu jubeln gab. Foto: Hans Christof Wagner

BAD KROZINGEN. Public Viewing – das ist Spannung pur. Nur das kollektive Anschauen von Fußballspielen lässt gemeinsam jubeln und bangen. Fremde Menschen kommen miteinander ins Gespräch und alle haben für Jogi Löw einen Tipp parat. So war es auch wieder gestern im Kurpark beim Spiel Deutschland gegen Serbien. Nur zu jubeln gab es leider wenig.

Trotz der mittäglichen Stunde und trotz schlechten Wetters gab es im Zelt am Weinbrunnen keinen freien Platz mehr. So mancher hatte sich freigenommen oder vorgearbeitet. Schüler, Rentner und Pensionäre waren unter den Zuschauern. Viele hatten sich Schwarz-Rot-Gold auf die Wangen gemalt oder trugen die Trikots unserer Jungs. Und da und dort gab es auch ein paar Vuvuzelas zu sehen, die aber nicht zum Einsatz kamen. Dafür fehlten ja auch die passenden Jubelmomente. Sechste Minute, die erste Torchance für die Deutschen, leider daneben, aber es war ein guter Auftakt. Elfte Minute: Klose sah gelb und ein Raunen brandete durchs Zelt. An einem Tisch wurde diskutiert: "Das wird nicht so leicht wie gegen Australien", sagte einer. Die Umsitzenden nickten. Bela Rethy, der Moderator, betonte, dass noch nicht einmal 20 Minuten gespielt sind und schon drei gelbe Karten verteilt wurden. 29. Minute: Schon rissen viele ihre Arme nach oben in der Annahme eines Tors für Deutschland. Aber es war keines – Abseits. Dann die 36. Minute: In den Gesichtern stand Entsetzen. Klose sah rot und ging vom Platz. Groll gegen den "Schiri" kam auf. Aber einer fand auch, dass Klose "sich dumm angestellt hat". Keine zwei Minuten später: Serbien schoss sich in Führung.

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Halbzeit: Auf den Bierbänken draußen saßen die Experten. "Jetzt muss Cacau rein", meinte einer. Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit hatte sich das Zelt ein wenig geleert. Aber nichts wollte mehr so richtig und dann verschoss Poldi auch noch den Elfer. Schiere Verzweiflung machte sich breit.

Die Zeit drängte. In der 70. kam Cacau. 75. Minute: Die Nerven lagen blank, Jogi rauft sich die Haare, stinksauer. Drei Minuten Nachspielzeit: "Los jetzt", rief einer laut nach vorne. Aber es nützte nichts. Abpfiff – Aus. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Im Ghana-Spiel gilt’s. Auf Wiedersehen im Kurpark.

Autor: Hans Christof Wagner