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03. April 2009 14:07 Uhr
Peter-Huchel-Preis geht an Gerhard Falkner
Poesie-Kicks eines Andersdenkenden
Der Peter-Huchel-Preis 2009 wurde in Staufen an den Lyriker Gerhard Falkner verliehen. Übergeben wurde die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung durch Staatssekretär Dietrich Birk vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
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Peter-Huchel-Preisträger 2009 Gerhad Falkner. Foto: Susanne Müller
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Bürgermeister Michael Benitz aus Staufen (links) und der Peter-Huchel-Preisträger 2009 Gerhad Falkner. Foto: Susanne Müller
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Staatssekretär Dietrich Birk übergibt den Peter-Huchel-Preis 2009 in Staufen an den Lyriker Gerhard Falkner. Foto: Susanne Müller
STAUFEN. Der Lyriker Gerhard Falkner wurde am gestrigen Freitag im Staufener Stubenhaus mit dem Peter-Huchel-Preis 2009 ausgezeichnet. Geehrt wurde der 1951 geborene Franke für seinen im vergangenen Jahr im Berlin Verlag publizierten Gedichtband "Hölderlin Reparatur".
Laut Jury erkundet Falkner in seinem Werk "Möglichkeiten sublimen Sprechens in einer Zeit beschädigter Sprachwelten". "Hölderlin Reparatur" erweise sich als Gedichtband, der in der Auseinandersetzung mit Hölderlin und anderen Traditionsstiftern Schönheit und Pathos mit ironischen Mitteln rehabilitiere. Facettenreich erprobe der Preisträger Falkner die Idee des erhabenen Sprechens im Netzwerk heutiger fragmentierter "Einsatz- und Bereitschaftssprachen" einer technisierten und durchökonomisierten Realität. Indem Falkners Lyrik dem Zusammenstoß von Poesietradition und zeitgenössischer Weltwahrnehmung standhalte, erweise sie sich als große Dichtung.
Falkner lebte nach seiner Buchhändlerausbildung zeitweise in London und den USA. 1981 debütierte er mit seinem Gedichtband "so beginnen am körper die tage". Besondere Aufmerksamkeit erhielt der 1989 erschienene Band "wemut", mit dem er sein lyrisches Schaffen für einige Jahre unterbrach. Mit "X-te Person Einzahl" (1996) kehrte er zurück. Es folgten Bände wie "Endogene Gedichte" oder "Gegensprechstadt - ground zero" sowie die Novelle "Bruno". Falkner erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Stipendium Schloß Solitude und zuletzt im Jahr 2008 den Kranichsteiner Literaturpreis.
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Übergeben wurde die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung durch Staatssekretär Dietrich Birk,
vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der über eine "fast leere A5" angereist war. Nach der Lesung des Vorjahrespreisträgers Ulf Stolterfoht näherte Laudator Peter Geist sich Falkners Poesie-Kicks.
Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1983 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er soll die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigen. Zugleich soll er das Interesse der Öffentlichkeit auf die von den Medien oftmals marginalisierte Gattung Lyrik lenken.
Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel - geboren am 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin, gestorben am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau -, den bedeutenden Lyriker und Chefredakteur von "Sinn und Form". Seinem Anspruch und seiner Unbestechlichkeit fühlen sich Preisgeber und die aus sieben unabhängigen Literaturkritikern, -wissenschaftlern und Autoren bestehende Jury verpflichtet.
Eine Aufzeichnung der Preisverleihung soll am 4. April von 14.05 bis 15 Uhr in SWR2 gesendet werden.
Autor: sam


