"Für alle Ansprüche etwas dabei"

Spatenstich: In Bad Krozingen fällt der Startschuss für das neue Baugebiet Kurgarten

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Do, 26. Januar 2012 um 17:02 Uhr

Bad Krozingen

BAD KROZINGEN. Mit einem feierlichen Spatenstich ist am Mittwoch der offizielle Startschuss für eines der derzeit größten Städtebauprojekte im Freiburger Umland gefallen. Die Zeit für das neue Baugebiet Kurgarten in Bad Krozingen drängt, deshalb rollten während der Feierstunde im Hintergrund schon die Bagger über die Felder. Im August 2013 sollen die Erschließungsarbeiten fertig sen. Ekkehart Meroth verteidigte Größe und Konzeption des neuen Stadtviertels, in dem einmal rund 1000 Menschen leben sollen. "Das wird kein Viertel nur für die Reichen", erklärte der Bad Krozinger Bürgermeister und versprach, auf eine angemessene Bevölkerungs-Mischung in dem neuen Wohngebiet zu achten.

Keine Schickimicki-Gegend also, aber ein Viertel mit Flair soll der Kurgarten werden, wurde Meroth nicht müde zu betonen. Der Bürgermeister rechnete den beim Spatenstich zahlreich anwesenden Gästen aus Verwaltung, Gemeinderat, Planungs- und Baufirmen sowie dem Landtagsabgeordneten Christoph Bayer vor, dass aufgrund des stetig wachsenden Flächenanspruchs der Menschen eine Stadt von der Größe Bad Krozingens jährlich 5000 Quadratmeter mehr Wohnfläche brauche, um bei der Einwohnerzahl nicht zu schrumpfen. So werde das neue Viertel zwar Platz für rund 1000 Einwohner bieten, gleichzeitig rechnet Meroth im übrigen Kernort aber mit einem Bevölkerungsrückgang in Höhe von 300 Einwohnern in den kommenden Jahren. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen sei der Kurgarten gar nicht so groß, wie es auf den ersten Blick scheine, erklärte Meroth – wohl auch mit Blick auf einige Nachbargemeinden, die das neue Wohnviertel im Kurort durchaus kritisch sehen.

Insgesamt wird das Baugebiet Kurgarten eine Fläche von rund 15 Hektar umfassen, die reine Baufläche beträgt 10,5 Hektar. Die Planer rechnen mit etwa 450 Wohneinheiten. Einzelhäuser-, Doppel- und Reihenhäuser sollen ebenso entstehen wie eine villenartige Bebauung in Richtung des angrenzenden Kurparks. Auf etwa 1,5 Hektar soll auch Platz für gewerbliche Nutzung sowie für Dienstleistungsangebote und Gastronomie sein. Als besonders attraktiv werten die Verantwortlichen die Lage des neuen Wohnviertels unweit des Bahnhofs. Familien, die hier wohnen werden, "brauchen eigentlich keine zwei Autos", meinte Bürgermeister Meroth.

Rüdiger Kunst, dessen Kommunal-Konzept GmbH die Gesamtkoordination bei der Entwicklung des Baugebiets Kurgarten in den Händen hielt, zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass in dem neuen Wohnviertel "für alle Ansprüche etwas dabei sein wird". Kunst blickte auch zurück auf die nicht ganz unkomplizierten Grundstücksverhandlungen, die im Vorfeld abgelaufen waren. Mit rund 110 Eigentümern musste man handelseinig werden; dabei ging es nicht nur um den Ankauf von Grundstücken, sondern zum Teil auch um komplizierte Umlegungsverfahren.

Sollten wie geplant bis Sommer 2013 die Erschließung fertig sein, für die rund 7 Millionen Euro veranschlagt sind, dann könnten im Herbst 2013 die ersten Bauherren loslegen. Unter http://www.bk-kurgarten.de soll in den nächsten Tagen eine Internetseite eingerichtet werden, die über den Fortschritt der Arbeiten im Kurgarten informieren wird. Rüdiger Kunst lud Interessierte zudem zu den regelmäßigen Baustellenbesprechungen, die jeweils mittwochs um 8.15 Uhr am Rande des Baugebiets in der Straße Am Kurpark stattfinden sollen.