Trotz Römern und Winter im Plan

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Fr, 19. April 2013

Bad Krozingen

Erschließung des Baugebiets Kurgarten geht in die letzte Runde.

BAD KROZINGEN. Die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet Kurgarten I in Bad Krozingen gehen in die letzte Runde. Trotz widriger Wetterbedingungen während der Wintermonate und parallel laufender archäologischer Grabungen können die Tiefbauarbeiten für den neuen Stadtteil, in dem einmal bis zu 1000 Menschen leben sollen, wie geplant Ende August fertiggestellt werden. Zwei größere Projekte stehen noch an: Die Errichtun

g einer Lärmschutzwand entlang der Eisenbahn und die Anlage der Grünflächen.

Noch immer braucht zumindest der Laie einige Fantasie, um sich das neue 150 000 Quadratmeter große Baugebiet im Norden von Bad Krozingen fertig vorzustellen – doch die groben Konturen zeichnen sich immer deutlicher ab. Das Wegenetz ist angelegt, auf den ersten Straßen schimmert bereits der Asphalt und auch die Masten für die Straßenbeleuchtung stehen. Einen Großteil der Arbeit, die hier seit dem Spatenstich im Januar 2012 geleistet wurde, sieht man aber gar nicht – denn der wurde vergraben. Wasser- und Abwasserleitungen, Leitungen für Gas, Strom und DSL sind bereits komplett verlegt. Die Straßenbauarbeiten sind zu gut der Hälfte fertig.

Auch der Löwenanteil der 9 Millionen Euro, die die Erschließung kostet, ist bereits ausgegeben, sagte Rüdiger Kunst von der Kommunalkonzept GmbH am Freitag bei einem Baustellen-Rundgang, an dem Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, Vertreter von Banken, Stadtverwaltung, Gemeinderat und der Presse teilnahmen.

Außerdem hatte sich eine kleine Delegation des Regierungspräsidiums Freiburg eingefunden. Denn nicht nur die Zukunft des Baugebiets Kurgarten ist interessant, sondern auch dessen Vergangenheit. Funde aus der Römer-, der Eisen- und der Steinzeit hatten die Archäologen bereits in einem frühen Stadion des Projekts auf den Plan gerufen, die voranschreitenden Tiefbauarbeiten zeigten aber, dass das Gebiet aus historischer Sicht noch interessanter ist als ohnehin schon angenommen. Und so kommt es, dass an verschiedenen Orten auf dem Gelände zwischen den imposanten Baumaschinen Archäologen mit kleinen Spachteln und Schaufeln in mühevoller Handarbeit alte Fundamente, Brunnenreste, Keramiken, Knochen und mancherlei mehr sichern.

Die zeitweise laut gewordene Befürchtung, die Grabungsarbeiten des Regierungspräsidiums könnten den Zeitplan der Erschließung gefährden, haben sich jedoch nicht bewahrheitet, versichert Rüdiger Kunst. Im September sollen wie vorgesehen die ersten Bauherren damit beginnen können, ihre Häuser zu errichten. Bis der neue Stadtteil dann aber wirklich in seiner Gesamtheit sichtbare Gestalt annimmt, wird noch einige Zeit vergehen. Immerhin: Die insgesamt 175 Grundstücke, die zur Hälfte in Privathand und zur Hälfte im Besitz der Stadt waren, sind weitgehend verkauft. Auf ihnen sollen 450 Wohneinheiten in Form von Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Noch zu haben sind ein paar der Villengrundstücke direkt am Kurpark mit jeweils über 1000 Quadratmetern Fläche.

Noch sind Braun- und Grautöne die vorherrschenden Farben auf dem Gelände von Kurgarten I. Doch das soll nicht so bleiben, versicherte Ralf Wermuth vom gleichnamigen Büro für Landschaftsarchitektur. Mit den Arbeiten an den Grünanlagen soll im Mai begonnen werden; insgesamt, so betonte Rüdiger Kunst, seien rund eine Millionen Euro der Erschließungsinvestitionen für ökologische Maßnahmen eingeplant worden. Ein Highlight diesbezüglich ist schon fertig: ein neuer See im Norden des Kurparks, der der Entwässerung des Neubaugebiets dient und zu einem Naherholungsgebiet für die Bad Krozinger ausgestaltet werden soll.

Die nächste Baustellenbesichtigung, das versprach Rüdiger Kunst, soll dann auch nicht mehr vom Lärm der vorbeifahrenden Züge gestört werden. Die Lärmschutzwand, die das Baugebiet von der Rheintalbahn abschirmen wird, ist das letzte große Projekt im Zuge der Erschließungsarbeiten. Sie soll ab Juni in Angriff genommen werden und nach acht Wochen fertig sein.