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12. Dezember 2011
Wertvolle Erfahrungen fürs Leben
Bufdis statt Zivis: Im Bad Krozinger Kreisgymnasium wird der neue Bundesfreiwilligendienst vorgestellt.
BAD KROZINGEN. Die Pflicht zum Dienst an der Waffe ist abgeschafft. Damit entfällt auch die Alternative – der Zivildienst. Aus dem Zivi wird jetzt ein Bufdi. Der engagiert sich beim Bundesfreiwilligendienst. Was es damit auf sich hat, erklärte der Bundesbeauftragte des Bundesfreiwilligendienstes (BFD), Jens Kreuther aus Bonn, kürzlich bei seinem Besuch im Kreisgymnasium.
Der CDU-Bundestagabgeordnete Armin Schuster hatte Kreuther für die Informationsveranstaltung in seinem Wahlkreis gewonnen. Bevor die beiden eintrafen, konnte Schulleiter Eberhard Schad schon einmal Waltraud Sink aus Endingen, die Regionalbetreuerin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, willkommen heißen. Sink breitete Infomaterial für die Schüler aus. "BFD – Zeit, das Richtige zu tun", stand auf dem großen Faltblatt, dessen Inhalt inklusive Stellenbörse auch auf der Webseite http://www.bundesfreiwilligendienst.de abrufbar ist.Neben den Experten nahm auch Dirk Hollerbach aus Haltingen auf dem Podium Platz. Er absolviert derzeit den Freiwilligendienst und berichtete den rund 50 Gymnasiasten in der Aula aus seiner Praxis. Die scheint jedoch nicht ganz exemplarisch zu sein. Hollerbach hat für seinen Sportverein TV Haltingen ein Schulungsprojekt mit aufgebaut. Darüber hinaus hat er eine Trainerlizenz und betreut Jugendmannschaften im Zuge seines Freiwilligendienstes. Rund 60 Prozent seiner Zeit investiere er in die Trainertätigkeit, der Rest sei vor allem Büroarbeit. 300 Euro Taschengeld bekommt er dafür im Monat.
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Damit ist Hollerbach derzeit einer von rund 25 000 Ehrenamtlichen des Bundesfreiwilligendienstes, so war Kreuthers Zahlen zu entnehmen. Der Bundesbeauftragte, der zu Guttenbergs Zeiten fünf Jahre lang für den Zivildienst verantwortlich war, zeigte sich, ebenso wie Armin Schuster, mit der vollzogenen Kehrtwende vom Zivildienst zum BFD zufrieden: "Der Sozialstaat funktioniert heute genauso gut wie vorher." Als die große Masse der BFD-Teilnehmer bezeichnete Kreuther die Schulabgänger. Hinzu kommen rund 20 Prozent Ehrenamtliche, die älter als 27 Jahre sind, und 4 Prozent sind momentan sogar über 75 Jahre alt. Denn im Gegensatz zum früheren Zivildienst kann jeder Volljährige ein Bufdi werden.
In der Regel sind 12 bis 18 Monate Einsatzzeit vorgesehen, in Ausnahmefällen auch mal 24 Monate. Die Freiwilligen sind sozialversichert und bekommen eine Aufwandsentschädigung. "Das müssen Sie selbst mit dem Träger aushandeln", erklärte Kreuther, der dem Nachwuchs exzellente Chancen bescheinigt, bei der Suche nach einer solchen Tätigkeit fündig zu werden. Auch kurzfristig, es sei denn, jemand wolle ins Ausland – da sollte man sich möglichst früh entscheiden. Andererseits hätten die Gymnasiasten ohnehin gute Berufschancen, da sollten sie das Jahr nutzen, um neue Erfahrungen zu machen; vor allem jene, die noch kein konkretes Ziel vor Augen haben. "Sie können dann bis zur Rente immer noch lange genug im Beruf arbeiten."
Armin Schuster motivierte die Gymnasiasten dazu, sich auch in den Sozialberufen umzusehen. Da gebe es durchaus Karrierechancen. "Es kommt auch vor, dass jemand durch den BFD zu seinem Beruf findet", ergänzte Waltraud Sinn, die 470 soziale Einrichtungen in der Region betreut, und dabei für die jungen Leute nicht nur Kontakte herstellen, sondern auch zur Berufsfindung beitragen kann. "Der BFD kann ein Sprungbrett sein, oder ein Teil, mit dem sie später in der Praxisorientierung punkten können."
Autor: Susanne Müller


