Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. September 2017

Wohin will Bad Krozingen?

Gemeinderat gibt ein Gemeindeentwicklungskonzept in Auftrag / Voraussetzung für Fördergelder.

BAD KROZINGEN. In Bad Krozingen tut sich viel. Die Innenstadt wird sich in den nächsten Jahren massiv verändern. Der Gemeinderat brachte am Montagabend den Vorentwurf des Bebauungsplans für den Bereich zwischen Rathaus und Lammplatz auf den Weg und gab ein Gemeindeentwicklungskonzept in Auftrag. Dieses braucht es für den anderen großen Bereich, der sich verändern soll, nämlich das Sanierungsgebiet Staufener/Freiburger Straße, es wird aber auch Aufschlüsse für die Zukunft der Gesamtstadt geben und soll mit massiver Bürgerbeteiligung erstellt werden.

Für den Bebauungsplan "Innenstadt", der der Öffentlichkeit ja umfangreich vorgestellt wurde (siehe BZ vom 24. Juli 2017), billigte der Gemeinderat nun einstimmig den Vorentwurf des Bebauungsplans und gleichzeitig eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange, da man hier im beschleunigten Verfahren ohne Durchführung eine Umweltprüfung agieren will.

Nicht minder Gas geben wollen Stadt und Gemeinderat bei der Innenstadtsanierung im angrenzenden Bereich an der Staufener Straße und Freiburger Straße. Noch im September will man das genaue Sanierungsgebiet förmlich festlegen und für das Jahr 2019 ist eine Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm und damit die mögliche Bewilligung von Fördermitteln des Bundes und des Landes für das Sanierungsvorhaben geplant.

Werbung


Ganz so einfach wie früher ist es allerdings nicht mehr, eine Kelle Fördersuppe aus den Fördertöpfen zu bekommen. Land und Regierungspräsidium verlangen dafür ein sogenanntes Gemeindeentwicklungskonzept (GEK). Man will einzelne Sanierungsgebiete künftig nur noch fördern, wenn sie in einen großen Rahmen eingebettet sind. Eine Art neuer Nachhaltigkeit quasi für die Verwendung von Staatsgeldern: Die Gemeinden sollen darlegen, wo sie insgesamt hinwollen und wie sich einzelne Ortsgebiete dazu verhalten. Gerade in einer Stadt wie Bad Krozingen, die sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt, sahen nun Bürgermeister und Gemeinderat dieses Ansinnen als willkommene Anregung, "die zukünftige Stadtentwicklung mit Weitsicht auf der Basis einer ganzheitlichen Betrachtung zu gestalten", wie es in der Beschlussvorlage heißt, die letztlich einstimmig angenommen wurde.

Den Auftrag für die Erstellung des GEK vergab der Rat an das Büro fsp.stadtplanung zum Preis von rund 88.300 Euro. Die integrierte Bürgerbeteiligung wird das Büro memoU für rund 26.600 Euro durchführen. Beide Büros sollen gleich loslegen, denn, will man sich für das Erneuerungsprogramm 2019 bewerben, muss der Prozess bis Mitte 2018 abgeschlossen sein – und das, obwohl das GEK einen Horizont von 20 Jahren hat und laufend fortgeschrieben werden soll.

Was ist ein Gemeinde- entwicklungskonzept?

Zu einem Gemeindeentwicklungskonzept gehört vor allem eine Analyse des lokalen Wohnungsbestandes und Wohnungsbedarfs, der Bevölkerungsentwicklung, der Einzelhandelsstruktur und wohnungsnahen Grundversorgung, des Bildungs- und Arbeitsangebots, der sozialen und integrationsfördernden Einrichtungen sowie der Verkehrsinfrastruktur, an die sich eine konkrete kommunale Zielvorstellung zur zukünftigen Entwicklung anschließt. Grün- und Freiräume haben besondere Bedeutung für den Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz sowie die Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt in Stadtquartieren. Alle diese Aspekte sind in einem GEK zu berücksichtigen.  

Autor: bz

Autor: Hans-Peter Müller