Ursache

Hieber-Markt-Brand: Zigarette war wohl Ursache

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Do, 28. Dezember 2017 um 05:02 Uhr

Bad Krozingen

Womöglich eine brennende Zigarette in einem Müllsack hatte am Samstag, 23. Dezember, den Brand im Hieber-Markt in der Bad Krozinger Tulpenbaumallee ausgelöst.

Das zumindest ist der aktuelle Stand der polizeilichen Ermittlungen, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch auf BZ-Nachfrage angab. Über dem Sack, den ein Mitarbeiter zuvor im Leergutlager unter einem Holzregal abgestellt hatte, entzündeten sich infolge des Schwelbrandes Reinigungsmittel und das Regal. Dies gehe aus Videoaufnahmen hervor, die Inhaber Dieter Hieber nach eigenen Angaben mit Polizei und Feuerwehr analysiert hatte.

Dass das Feuer nicht auf weitere Teile des Gebäudes übergriff, lag demnach zum einen an der Sprinkleranlage, die angegangen war. "Aber vor allem hat ein aufmerksamer Mitarbeiter das dadurch auf dem Boden laufende Wasser im Lager bemerkt", sagte Hieber auf Nachfrage. Mit einem Feuerlöscher habe er sich ans Werk gemacht, ehe die eingetroffene Feuerwehr die Flammen vollends in den Griff bekamen.

"Wir haben insgesamt Glück gehabt", so Dieter Hieber. Er sei froh, dass sich die regelmäßigen Übungen und die bestehenden Vorschriften zum Brandschutz ausgezahlt hätten. So konnten die rund 150 Kunden den Markt rasch verlassen und blieben wie die Mitarbeiter unversehrt. Erste Angaben, wonach der Mitarbeiter, der das Feuer entdeckt hatte, vorsorglich auf eine Rauchgasvergiftung hin medizinisch untersucht wurde, konnte Dieter Hieber nicht bestätigen.

Unklar ist laut Hieber noch, warum die installierte Entrauchungsanlage am Dach des Marktes, die erst vor 14 Tagen überprüft worden sei, nicht ansprang. "Die Klappen haben komischerweise nicht geöffnet", so Hieber. "Der Grund muss noch geklärt werden."

Waren im Wert von 80 000 Euro mussten entsorgt werden

Möglicherweise hätte durch diese Entrauchungsanlage auch der größte entstandene Schaden verhindert oder wenigstens verringert werden können. Denn trotz des vergleichsweise kleinen Brandes ist es laut Hieber zu einer sehr unangenehmen Rauchentwicklung gekommen. Der entstandene Rauch verbreitete sich im Markt, sodass ein erheblicher Teil der Frischwaren – darunter Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Obst und Gemüse – nach Überprüfung durch die Versicherung und die Behörden gleich am Samstag entsorgt werden musste. Waren im Wert von rund 80 000 Euro wurden laut Hieber durch den Rauch kontaminiert. "Den Schaden wird die Versicherung übernehmen", sagte der Geschäftsinhaber.

Den entstandenen Schaden am Regal und im Lager beziffert Dieter Hieber auf einen niedrigen vierstelligen Betrag. Teilweise hätten Handwerker bereits den alten Zustand wieder hergestellt. Lediglich kleinere Aufgaben, darunter Malerarbeiten im Lager, seien noch zu erledigen. Zu den Umsatzeinbußen – direkt vor Weihnachten war der Markt knapp fünf Stunden kürzer geöffnet als üblich – wollte Hieber keine genauen Angaben machen. "Aber es fehlt eine ordentliche Menge."

Die Ventilatoren der Feuerwehr sorgten seit Samstag für frische Luft im Markt, sodass dieser bereits am Mittwochmorgen wieder öffnen konnte. Das Sortiment sei laut Geschäftsführung zu 98 Prozent schon wieder verfügbar. Der Rest soll in den nächsten Tagen folgen.

Von einem Vorwurf an den Mitarbeiter, der den Sack ins Lager gestellt hatte, will Dieter Hieber nichts wissen. "Er hat nicht grob fahrlässig gehandelt. Im Gegenteil finde ich es positiv bemerkenswert, dass er an einem so umsatzstarken Tag die Zeit fand, auch noch volle Aschenbecher zu leeren."