111 Werke von 46 Künstlern

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Sa, 22. Dezember 2018

Bad Säckingen

Der fünfte Grand Salon in der Villa Berberich wird der letzte sein / Änderungen im Konzept.

BAD SÄCKINGEN. Mit dem fünften Grand Salon, der am Samstag, 12. Januar, seine Pforten öffnen wird, geht eine Tradition in Bad Säckingen zu Ende. Die Ausstellungen sollen aber in anderer Form weitergeführt werden. Und auch beim kommenden Grand Salon ist einiges anders als bei seinen vier Vorgängern. Gezeigt werden 111 Werke von 46 Künstlern.

Mit dem ersten Grand Salon im Jahre 2015 haben sich die Organisatoren Frank von Düsterlho und die Malerin Elena Romanzin einen Traum verwirklicht: In der Villa Berberich professionelle Künstler einzuladen, sie intensiv zu betreuen und durch ein Rahmenprogramm mit Veranstaltungen, Kuratorenführungen und dem Publikumspreis in Kontakt mit dem Publikum zu bringen. Der Titel spielt auf die Grands Salons im Paris des 19. Jahrhunderts an, als die Künstler, die sich aus der Bindung an die aristokratischen und kirchlichen Auftraggeber emanzipiert hatten, in direkten Kontakt mit dem Publikum, das nun breitere Gesellschaftsschichten umfasste, traten.

In den vergangenen vier Grands Salons wurden mehr als 330 Werke von rund 180 verschiedenen Künstlern aus dem In- und Ausland ausgestellt. Damit war es den Organisatoren gelungen, die Aufmerksamkeit auf bis dato in der Region wenig bekannte Künstler zu lenken. "Zum vierten Grand Salon kamen mehr als 2000 Besucher gekommen", erklärte Frank von Düsterlho.

Bisher erfolgte die Auswahl der Künstler durch eine vierköpfige Jury. Dabei kamen auch persönliche Präferenzen zum Tragen, so dass diese Vierkonstellation "nicht immer zwangsläufig zum höchsten Niveau führte", so Frank von Düsterlho, zumal es schwierig gewesen sei, aus der Vielfalt der Werke eine harmonische Ausstellung zu organisieren.

Der fünfte Salon wird daher alleine von Elena Romanzin kuratiert. War es bei den ersten vier Salons eher um die Darstellung eines breiten Panoramas der Kunst gegangen (mit der Folge, dass von jedem Künstler ein oder zwei Einzelwerke zu sehen waren), so geht es nun um eine Vertiefung. Es werden nicht weniger Werke, aber weniger Künstler sein. Elena Romanzin wählte 37 Maler und neun Bildhauer aus Bremen, München, Köln, Kassel, Berlin, Hannover, aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und der Ukraine aus, darunter 15 Künstler, die noch nie in Bad Säckingen ausgestellt hatten. "Auch einige Künstler aus der Region sind vertreten, aber nicht deshalb, weil sie aus der Region stammen, sondern weil sie gut sind", erklärten die Organisatoren. Während von manchem nur ein Werk ausgestellt wird, werden von zwei Künstlern jeweils neun Exponate zu sehen sein. Vertreten sind die Gattungen Landschaft, Stillleben, Porträt, die Stilrichtungen Symbolismus und Surrealismus, und auch der Abstraktion wird Platz eingeräumt. Die Besucher bekommen eine Vielfalt an Techniken wie Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei, Zeichnungen in Bleistift, Kohle, Tusche und Pastell sowie Skulpturen aus Holz, Bronze und Glas sowie Mischtechniken zu sehen. Reproduktive Techniken sind ausgeschlossen. Während die Räume in der Villa Berberich bisher nach Gattungen und Stilrichtungen aufgeteilt waren, wird die Raumverteilung beim anstehenden fünften Salon etwas anders aussehen; wie genau, ist noch geheim. Größten Wert legt Elena Romanzin darauf, aus der Vielfalt der Werke eine harmonische Einheit zu bilden. Auch der Publikumspreis wird dieses Mal nicht nach Kategorien vorgegeben, so dass es nur einen einzigen ersten, zweiten und dritten Platz geben wird, der von der Stadt Bad Säckingen mit 500, 300 beziehungsweise 200 Euro dotiert wird.

In Zukunft werden Elena Romanzin und Frank von Düsterlho weiterhin große Ausstellungen organisieren, wobei das Datum – fünf Wochen im Januar und Februar – sowie der Name Salon beibehalten werden. Es wird dabei eher um thematische Vertiefungen als um eine breit angelegte Kunstpräsentation gehen, denn die Ausstellungsmacher haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Kontakte zu Künstlern aufgebaut und ein Netzwerk organisiert, das es ihnen erlaubte, große Themenausstellungen wie die Surrealisten-Schau oder die Präsentationen "Das Rad neu erfinden" und "Neue Romantik" zu organisieren.

Grand Salon: Am Samstag, 12. Januar, 16 Uhr, findet die Eröffnung mit Bürgermeister Alexander Guhl und Kulturreferentin Christine Stanzel statt, und die Finissage ist am Sonntag, 17. Februar. Um 15 Uhr wird der Publikumspreis verliehen. Die Ausstellung ist mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Internet: http://www.grand-salon.de