Am 29. Dezember gehen die Lichter aus

Felix Held

Von Felix Held

Do, 07. Dezember 2017

Bad Säckingen

Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt hat den Fahrplan für die Schließung des Spitals Bad Säckingen vorgestellt.

BAD SÄCKINGEN. Dass das Spital Bad Säckingen zum 31. Dezember geschlossen wird, ist bekannt. Nicht bekannt war indes bisher, wie die Schließung genau ablaufen soll. In dieser Frage hat nun Hans-Peter Schlaudt, der Geschäftsführer der Spitäler Hochrhein GmbH, in einem Pressegespräch am Mittwoch für Klarheit gesorgt.

Die Schließung des Spitals könne "nicht in wenigen Tagen" erfolgen. Zudem sei es das Ziel, "alle im Spital Bad Säckingen aufgenommenen Patienten am Ende der Behandlung aus Bad Säckingen zu entlassen". Deswegen müsse bereits vor dem 31. Dezember entsprechend geplant werden. Am 1. Januar sollen im Spital Waldshut 303 stationäre Betten zur Verfügung stehen – etwa 50 mehr als bisher. Außerdem will man über eine Verkürzung der Verweildauer eine Erhöhung der Kapazität schaffen.

In Bad Säckingen fallen dagegen etwa 18 Betten in der Geriatrie und 50 in der Inneren Abteilung weg. Deswegen werde die geriatrische Abteilung bereits ab dem 10. Dezember keine Patienten mehr aufnehmen. Die Geriatrie in Waldshut soll dann ab dem 2. Januar zur Verfügung stehen. Neue Patienten wird die Spitäler Hochrhein GmbH in der Zwischenzeit in diesem Bereich keine mehr aufnehmen. Dies sei aber kein Problem, da es sich in der Geriatrie im Regelfall um planbare Aufenthalte und nicht um Notfälle handle, so Schlaudt. Patienten, die dennoch kämen, würden in der Übergangszeit in der Inneren Abteilung behandelt.

Intensivpatienten werden zudem ab dem 15. Dezember nicht mehr in Bad Säckingen aufgenommen, sondern müssen ab diesem Zeitpunkt ins Spital nach Waldshut. Internistische Patienten werden ab dem 20. Dezember nicht mehr aufgenommen. Patienten, die über den 31. Dezember hinaus in stationärer Behandlung bleiben müssen, sollen zwischen 26. und 29. Dezember nach Waldshut verlegt werden. "Im besten Fall schaffen wir es, dass wir gar niemanden verlegen müssen", hofft Hans-Peter Schlaudt.

Da der 29. Dezember ein Freitag ist, wird das auch der Tag sein, an dem de facto am Spital Bad Säckingen die Lichter ausgehen werden. Erhalten werden sollen aber über diesen Zeitpunkt hinaus die ambulanten Angebote am Spital. Den Arztpraxen im Spital habe man zunächst einmal zugesichert, dass sie bis Ende 2018 im Gebäude bleiben können. Auch das Notarztzimmer und der Helilandeplatz sollen erhalten bleiben. In diesen Punkten habe man das Angebot zunächst bis zum 31. März garantiert. "Natürlich ist das auch darüber hinaus möglich. Wir müssen allerdings die Finanzierung klären", so der Geschäftsführer. Zum Betrieb des Landeplatzes und für die Gebäudesicherheit sei ein Wachdienst notwendig.

In der Endphase befinden sich laut Hans-Peter Schlaudt zudem auch die Sozialplanverhandlungen. Das Ergebnis solle voraussichtlich am 12. Dezember kommuniziert werden. Es sehe danach aus, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird (die BZ berichtete). Sollten doch betriebsbedingte Kündigungen nötig sein, würden aber die Sozialklauseln greifen, sodass es auch sein könnte, dass Mitarbeiter aus Waldshut ihre Stelle verlieren könnten. Um den Übergang für die etwa 180 Mitarbeiter in Bad Säckingen gut gestalten zu können, werden sich am kommenden Dienstag die einzelnen Abteilungsleiter in Bad Säckingen vorstellen. Außerdem soll es in Waldshut eine "Integrationsgruppe" geben, die den Mitarbeitern als Ansprechpartner dient.

Auch zum Thema Abschiedsfeier in Bad Säckingen äußerte sich Schlaudt. Er war vom Förderverein Pro Spital kritisiert worden, weil er keine Feier im Spital zulassen wollte. Dies sei ihm zu gefährlich gewesen, so Hans-Peter Schlaudt. Er habe den Mitarbeitern aber finanzielle Unterstützung für die Feier angeboten. Dieses Angebot gelte weiterhin, er habe aber "seit zwei Wochen" nichts mehr von den Mitarbeitern gehört, die die Feier organisieren. Mit Brandschutzbedenken begründete Schlaudt, dass er die gelben Namenstafeln, die Pro Spital als Anerkennung für die Mitarbeiter am Spital angebracht hatte (die BZ berichtete), am Mittwoch hat entfernen lassen.