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28. Oktober 2010

Mord auf der Rheinbrückstraße?

APROPOS: Keine Leiche – kein Verbrechen

  1. „Tatort“ in Bad Säckingen Foto: BZ

Wo waren Sie eigentlich am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr? Falls Sie sich zu dieser Uhrzeit vor der Rheinbrückstraße 16 aufgehalten haben, hoffen wir, dass Sie dafür gute Gründe hatten. Die Bad Säckinger Polizei tappte gestern jedenfalls bei einer Verbrecherjagd noch im Dunkeln. "Uns ist nichts bekannt", hieß es von den ansonsten beinharten Profiermittlern im Polizeirevier am Rathausplatz.

Ehrlicherweise müssen wir als im Normalfall stets gut informierte lokale Tageszeitung zu unserer eigenen Schande gestehen: Wir wussten zunächst auch von nichts. Die Nachricht vom vermeintlichen Schwerverbrechen kam inmitten in der Frühkonferenz. Aufgeregt und völlig außer Atem berichtete eine besorgte Leserin, dass vor der Buchhandlung "Schwarz auf Weiß" ein Kreidemännchen auf den Boden gemalt worden sei und mit weiß-rotem Polizeiabsperrband vor öffentlichem Zugriff gesichert werde. So, wie man es sonst nur aus dem Krimis im Fernsehen kenne. Und in der Tat: Vor der Buchhandlung sah’s am frühen Morgen ein bisschen so aus wie am Tatort eines schrecklichen Gewaltverbrechens.

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Gottlob aber gab’s kein Verbrechen, wie ein Anruf bei Angelika Siebrands von der Buchhandlung rasch zeigte. "Das ganze war reine Dekoration", erzählt die Buchhändlerin hoch amüsiert. "Wir hatten Dienstagabend eine Krimilesung. Damit jeder erkennt, dass alles nur gestellt ist, haben wir dem Männchen extra noch einen riesigen Kugelkopf und ein überdimensionales Messer gezeichnet", erzählt sie. Und woher das Absperrband? "Das hat die Autorin Ulrike Blatter mitgebracht", berichtet Siebrands. Wir kombinieren also: Alles ganz harmlos.

Autor: Sebastian Kaiser