Ausstellung in der Villa Berberich: Faszination – Japan – Inspiration

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 30. August 2012

Bad Säckingen

Den Schwerpunkt bildet aber der japanische Einfluss auf die darstellende Kunst und das Kunsthandwerk der letzten 30 Jahre / Vernissage ist am 9. September.

BAD SÄCKINGEN (ph). Für die Herbstausstellung in der Villa Berberich hat der Kunstverein Hochrhein ein spannendes, weil spannungsreiches Thema gewählt und zwar die Wirkung der Inspirationsquelle Japan auf die darstellende Kunst unserer Tage. Faszination – Japan – Inspiration, so der Titel der Ausstellung, greift zunächst eine bereits vor zirka 100 Jahren weitgehend abgeschlossen geglaubte Entwicklung wieder auf, die als "Japonismus" bekannt geworden ist.

Darunter war – und ist noch heute – eine Adaption japanischer Sicht- und Darstellungsformen auf die Stile von Kunst und Kunsthandwerk in Europa zu verstehen. Vor-Bilder waren vor allem die seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch hier zu Lande bekannt gewordenen Farbholzschnitte, Kalligrafien und Tuschmalereien. Worin besteht dieser japan-eigene andere Blick, der so begeistert in Europa aufgegriffen worden ist? Tendenziell stärker gewichtet sind Umrisse statt Flächen, Leere statt Fülle, Asymmetrie und Bewegung an Stelle von statischer Präsentation, weitgehender Verzicht auf räumliche Darstellung und Perspektive. Ungewohnt für das westliche Auge sind kühne, abrupte Schnitte und extreme Blickwinkel; kurz gesagt, tut sich hier ein ganzes Arsenal von damals ungewohnten Sichtweisen auf, gepaart mit hier zu Lande weniger gepflegten Techniken wie zum Beispiel dem Farbholzschnitt.

Die Ausstellung beginnt daher zunächst mit einem Überblick über den japanischen Farbholzschnitt vom 19. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, den der Sammler Hannspeter Kunz aus Sigmaringen als Leihgabe der Ausstellung beigesteuert hat.
Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet aber der japanische Einfluss auf die darstellende Kunst und das Kunsthandwerk der letzten zirka 30 Jahre. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Passau, insbesondere deren Vorsitzende Sibylle Rauscher, hat Arbeiten von Künstlern und Kunsthandwerkern, hauptsächlich aus den deutschsprachigen Raum, für diese Ausstellung zusammengestellt. Thematisch ist die Ausstellung nach den Quellen der Inspiration gegliedert: Neben den schon erwähnten Farbholzschnitten werden von Kalligrafie und Tuschmalerei inspirierte Arbeiten gezeigt. Es folgen Form und Ornament als Prinzip kunsthandwerklicher Produktion, wie sie zum Beispiel in den Keramiken von Markus Rusch oder Horst Kerstan zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt sind es die nachwirkenden Eindrücke, die Künstler von ihren Aufenthalten in Japan mit nach Hause gebracht haben und sich in ihren Arbeiten wiederfinden.