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11. Mai 2015

Der Abend der Solistinnen

Drei preisgekrönte Musiktalente aus Bad Säckingen überzeugen beim Orchesterverein.

  1. Als Cello-Solistin beeindruckte Natalia Dauer beim Konzert des Orchestervereins Bad Säckingen unter Leitung von Klaus Kunzmann im Kursaal (links). Die Zwillingsschwestern Katrin und Hanna Friedrich begeisterten das Publikum durch ihr perfekt harmonierendes Geigen- und Klavierspiel. Foto: Roswitha Frey

  2. Als Cello-Solistin beeindruckte Natalia Dauer beim Konzert des Orchestervereins Bad Säckingen unter Leitung von Klaus Kunzmann im Kursaal (links). Die Zwillingsschwestern Katrin und Hanna Friedrich begeisterten das Publikum im Kursaal durch ihr perfekt harmonierendes Geigen- und Klavierspiel. Foto: Roswitha Frey

  3. Foto: Roswitha Frey

BAD SÄCKINGEN. Glänzender Auftritt für drei junge Musikerinnen aus Bad Säckingen: Beim großen Konzert des Orchestervereins Bad Säckingen am Samstag im sehr gut besuchten Kursaal begeisterten die Zwillingsschwestern Hanna und Katrin Friedrich (Klavier und Geige) sowie die Cellistin Natalia Dauer als Solistinnen.

Wie Vorsitzende Ortrud Merkert sagte, war die Jugendmusikschule die "musikalische Wiege" für die drei preisgekrönten Talente, die mittlerweile an der Musikakademie Basel unterrichtet werden. Zusammen mit dem Orchesterverein unter Leitung von Klaus Kunzmann aufzutreten, war für die hochbegabten jungen Virtuosinnen eine Premiere, die sie mit Bravour meisterten. Die 18-jährige Jungstudentin Natalia Dauer beeindruckte im Cellokonzert c-Moll von Johann Christian Bach mit warmem, volltönendem Klang. Das prachtvoll entfaltete Timbre und der samtdunkle Klang nahmen im Spiel der Cellistin ebenso für sich ein wie die erstaunliche gestalterische Reife, das Ausdrucksvermögen und die konzentrierte Bogenführung. Rhythmisch lebendig, prägnant und virtuos gestaltete sie den ersten Satz, der "maestoso" klang. Im Adagio lotete Natalia Dauer die tiefen Lagen des Cellos herrlich aus, spielte sanglich und ließ den Klang warm und satt strömen. Im technisch kniffligen Schluss-Allegro überzeugte sie mit virtuoser, effektvoller Cellogeste. Das von Kunzmann umsichtig dirigierte Streichorchester ging klanglich feinfühlig auf die romantisierende Ausdruckshaltung der Solistin ein. Als Zugabe erklang der von der Cellistin und den Orchesterstreichern elegisch zelebrierte "Schwan" von Saint-Saens – zum Dahinschmelzen schön.

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Auch die 16-jährigen Schwestern Hanna Friedrich (Klavier) und Katrin Friedrich (Violine) sind Ausnahmetalente, wie sie bei ihrem fulminanten Auftritt im Doppelkonzert für Violine, Klavier und Orchester d-Moll von Mendelssohn-Bartholdy bewiesen. Die Zwillinge, frühlingsfrisch in duftigen Kleidern, waren ideale Interpretinnen für dieses Jugendwerk des Romantikers. Selbstsicher, hochkonzentriert, mit unwiderstehlichem Schwung und jugendlichem Elan, spieltechnisch fabelhaft vorbereitet agierten sie im spannungsvollen Wechselspiel von Geige und Violine. Dabei war zu spüren, wie traumwandlerisch sie aufeinander eingespielt sind. Katrin Friedrich eroberte die Zuhörer durch ihren schönen, kräftigen Geigenton und die griff- und bogentechnische Sicherheit. Katrins Violinstimme korrespondiert in diesem anspruchsvollen Mendelssohnschen Frühwerk bestens mit dem klaren, kraftvoll akzentuierten und zupackenden Klavierspiel ihrer Schwester Hanna. Im zweiten Satz lässt Katrin ihren Geigenklang schön "aufblühen", während Hanna ebenfalls gefühlvoll und perlend spielt. Im Finalsatz war wieder die enge Vertrautheit der beiden zu spüren. Die Streicher des Orchestervereins waren ein engagiert und verlässlich spielender Orchesterpartner für die bejubelten Solistinnen.

Der Orchesterverein hatte den Abend mit Benjamin Brittens Simple Symphony eröffnet. Differenziert im Streicherklang spielte er die vier Sätze.

Autor: Roswitha Frey