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27. August 2016

Der Kunstrasen wächst

Zwei neue Plätze entstehen derzeit in Bad Säckingen und Wallbach / Verzögerungen wegen Regens.

  1. Beim Verlegen des Kunstrasens in Wallbach kamen die Arbeiter am Freitag ins Schwitzen. Foto: Jörn Kerckhoff

  2. Architekt Nikolas Krieg (rechts) und FC-08-Vorsitzender Werner Wunderle sahen sich am Freitag den alten Tennenplatz im Hochrheinstadion an. Foto: Jörn Kerckhoff

BAD SÄCKINGEN. Gleich zwei weitere Kunstrasenplätze entstehen derzeit im Stadtgebiet Bad Säckingens. Einer in der Kernstadt, einer im Ortsteil Wallbach – der SV Obersäckingen bekam seinen Kunstrasenplatz bereits 2011 dank seines inzwischen verstorbenen Gönners Erwin Himmelseher finanziert. Nicht nur der Kunstrasen im Hochrheinstadion Bad Säckingen, sondern vor allem auch der in Wallbach entspricht den modernsten Erkenntnissen. Auch mit der Fluchtlichtanlage liegen die Wallbacher deutlich vorne.

Mitte September sollen die beiden Kunstrasenplätze fertig sein. Ein ehrgeiziges Ziel. Denn es gab wetterbedingte Verzögerungen zum Baubeginn, sowie Unvorhersehbares bei der Sanierung des Tennenplatzes im Hochrheinstadion. "Das wird eng", so Architekt Nicolas Krieg bei der Besichtigung des Platzes im Hochrheinstadion am Freitag. Sowohl Krieg als auch die Firma Gotec von Ralf Goldschmidt sind mit den Projekten beschäftigt. Im Mai begannen die Arbeiten, die fast zwei Monate von Regen begleitet wurden. Nicht leicht für die Arbeiter, den Unterbau für die Plätze anzulegen beziehungsweise zu sanieren.

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Dann besserte sich das Wetter, die Arbeiten schritten voran. Aber drei Wochen Verspätung sind das Fazit des nassen Frühlings. Während sich in Bad Säckingen jetzt noch offene Leitungsgräben um den Platz ziehen und die Kieshaufen für den Unterbau auf dem Platz liegen, begannen in Wallbach am Freitag die Arbeiten mit dem Verlegen der Elastikschicht und des Kunstrasens.

Aus dem unterschiedlichen Stand der Baumaßnahmen eine Ungleichbehandlung abzuleiten, wäre jedoch falsch. Beide Maßnahmen unterscheiden sich erheblich, wie Krieg erläutert. In Wallbach habe man zu Beginn eine Wiese vor sich gehabt. Da seien die Planung und die Arbeiten deutlich einfacher gewesen, weil klar war, um was es geht. Trageschicht, Filterschicht, Drainage, Ausgleichsschicht, Elastikschicht, Kunstrasen und oben drauf noch Quarzsand und Korkgranulat mussten komplett Schicht für Schicht aufgebracht werden. So ist der Platz in Wallbach mit etwa 550 000 Euro zwar der teurere, aber einfachere Platz.

Der Preis ist auch daher so hoch, weil eine neue Flutlichtanlage aufgestellt wurde. Und zwar eine moderne mit LED-Technik. Die sei deutlich einfacher in der Bedienbarkeit und wesentlich sparsamer im Verbrauch und der Wartung. Bis zu 60 Prozent weniger Strom benötigen die LEDs gegenüber den normalen Fluchtlichtscheinwerfern, so Goldschmidt. Wenn schon neu, dann sei es auch sinnvoll, eine moderne Technik zu verwenden, erklärt Peter Weiß, Präsident des FC Wallbach und Leiter des Baurechts- und Bauverwaltungsamts von Bad Säckingen.

Gleiches gilt für das Granulat. Statt 35 Tonnen Kunststoffgranulat werden auf beiden Plätzen neun Tonnen Korkgranulat verteilt. Als Naturstoff sei dies viel umweltfreundlicher und nachhaltiger. Dazu noch jeweils 125 Tonnen Quarzsand. Vom Unterbau bis zur Kunstrasenschicht wiege so ein Platz 3500 Tonnen, erläutert Krieg. Für den Laien kaum vorstellbar.

Der Platz im Hochrheinstadion wurde mit 320 000 Euro veranschlagt, erläutert Weiß. In Bad Säckingen gab es bereits einen Unterbau, von dem, nach etwa 40 Jahren Nutzungsdauer, aber niemand mehr wusste, wie gut er in Schuss ist. Während den Arbeiten seien Probleme mit den Rohrleitungen aufgetreten, so der FC-08-Vorsitzende Werner Wunderle. Dies habe zu Verzögerungen geführt.

Bei der Finanzierung des Eigenanteils in Höhe von jeweils 60 000 Euro setzen beide Vereine auf die Großzügigkeit der Mitglieder. FC 08 wie auch FCW versuchen, diesen Betrag auch über eine Patenschaft zu erwirtschaften. Die Vereinsvormänner Weiß und Wunderle geben an, dass sie bislang zufrieden seien mit dem Stand der Aktion. "Jeden Euro, den wir durch die Aktion in die Kasse bekommen, müssen wir nicht selbst bezahlen", erklären beide.

Für den Platz in Wallbach gibt es außerdem einen Zuschuss vom Badischen Sportbund in Höhe von 75 000 Euro, für den in Bad Säckingen von 67 500 Euro. Gedanken zur Einweihung der Plätze haben sich die beiden Vereine schon gemacht, genaues wollen sie aber noch nicht verraten.

Spendenkonten: Sowohl der FC 08 Bad Säckingen als auch der FC Wallbach setzen zur Finanzierung der Kunstrasenplätze auf eine Patenschaftsaktion, mittels Spendenkonten. FC 08 bei der Sparkasse Hochrhein. "Spende Kunstrasen" IBAN: DE07 6845 2290 0077 0719 83, BIC: SKHRDE6WXXX. Der FC Wallbach bei der Volksbank Rhein-Wehra, Spendenkonto Kunstrasen, IBAN:
DE89 6849 0000 0000 4621 01

Autor: Jörn Kerckhoff