Drinnen Märchen, draußen Wetter

Stefan Sahli

Von Stefan Sahli

Mo, 11. November 2013

Bad Säckingen

Am Samstag lockte die Sonne zu den Bad Säckinger Märchentagen – am Sonntag war’s nass und kalt wie im vergangenen Jahr.

BAD SÄCKINGEN. Ein Novembermärchen waren die diesjährigen Märchentage in Bad Säckingen nicht – zumindest nicht am Sonntag. Da zeigte sich der November von seiner eher tristen Seite: Das etwas windige, regnerische und kühle Wetter lockte eher dazu, in der warmen Stube zu bleiben. Dagegen hatte der verkaufsoffene Sonntag einen eher schweren Stand. Dabei war am Samstag noch etwas von einem goldenen Herbst zu spüren, mit vielen Besuchern in der Stadt, gut frequentierten Geschäften und einem gut besuchten Start der Märchentage.

Märchentage mit zwei Gesichtern also, die schon im Vorfeld nicht gerade unter einem guten Stern standen. Erst musste die Nachtwanderung für Erwachsene am Freitag wegen des vorausgesagten, starken Regens abgesagt – trotz etlicher Voranmeldungen. Dann musste auch noch das beliebte und immer gut besuchte Mitmach-Theater ausfallen, weil Rosemarie Krüttli erkrankte und deshalb absagen musste. Trotzdem starteten die Märchentage 2013 als Erfolg: Beim Gestalten von Kinder-Fleecemützen mit Märchenmotiven – heuer erstmals im Programm – waren viele bastelnde Kinder, und die Märchenlesung mit Anselm König am späten Nachmittag im Gallusturm ist sowieso bereits seit Jahren ein Selbstläufer und auch die "Märchen und Melodien" mit Märchenerzählerin Christine Malfi und dem Akkordeonisten Vadim Fedorov war sehr gut besucht.

Ähnlich ging’s am Samstag weiter: Bei zwar kühlem, aber trockenem und zeitweise sonnigem Herbstwetter konnte sich auch der Handel über viele Besucher in der Stadt freuen und die Märchentage zeigten, dass sie nichts von ihrem Reiz verloren haben. Vor allem die vielen Märchenerzähler in den Geschäften, auch in diesem Jahr waren wieder viele unterwegs, stießen heuer wieder ein größeres Interesse als in den Vorjahren. Ein echter Gewinn war die Beteiligung des Mittelalterstammtisch Hochrhein, der mit Bardengesang und mittelalterlichen Märchen den ganzen Nachmittag in der Altstadt unterwegs waren. Ein ganzer Tross, mittelalterlich gekleidet und mit Fahne und Bollerwagen unterwegs, der überall dankbare Zuschauer fand, wo er auch Halt machte. Am Abend fesselte dann die Märchenerzählerin "Frau Wolle", alias Karin Tscholl, mit Sitar-Spieler KLaus Falschlunger seit Jahren ein fester Bestandteil der Märchentage, ihr Publikum – das in diesem Jahr allerdings nicht so groß war wie in den Jahren zuvor.

Konnte man bis zum Samstagabend also von einem Erfolg der Märchentage sprechen, war es damit am Sonntag vorbei. Kalte Temperaturen, Regen in Bad Säckingen sowie am Hochrhein und Schnee auf den Höhen des Hotzenwalds ließen nicht gerade große Lust zu einem Ausflug nach Bad Säckingen aufkommen, so dass sich der Besucherstrom in diesem Jahr in engen Grenzen hielt – was am Nachmittag bereits an den Parkplätzen in der Stadt ablesbar war: Standen in den Vorjahren die Autos, viele mit schweizer Kennzeichen, dicht an dicht, fiel es in diesem Jahr nicht schwer, einen Parkplatz zu finden. In der Steinbrück- und der Schützenstraße, wo es in den Vorjahren kaum ein Durchkommen gab, konnte man heuer bequem schlendern.

Immerhin, wer kam, der füllte die Geschäfte – ein bisschen zumindest. Drinnen war’s halt doch etwas wärmer als auf den Straßen – und trockener. Zumal die Gewerbetreibenden, nicht nur die in der Innenstadt, auch die etwas außerhalb der Altstadt wie Sport und Leitern Waßmer in Obersäckingen oder der Toom-Baumarkt waren geöffnet, sich auch in diesem Jahr wieder etliches hatten einfallen lassen, um Kunden zu locken.

Den Veranstaltungen der Märchentage schadete das schlechte Wetter wenig – wenngleich die Märchenerzähler am Sonntag deutlich weniger Zuhörer fanden als am Samstag. Zumal, das Kinderkarussell lief unermüdlich und die Besucher der Stadt ließen sich ihre gute Laune nicht vermiesen – zumal der Mittelalterstammtisch auch am Sonntag unverzagt unterwegs war und mit einer Tanzgruppe für einen besonderen Farbtupfer sorgte.

Mehr Fotos von den Märchentagen und vom verkaufsoffenen Sonntag im Internet unter http://mehr.bz/maerchen