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17. Februar 2015

Ein Kunstsalon für alle

Bürgermeister Guhl übergibt die Kunstpreise und gratuliert den Organisatoren zum Erfolg.

  1. Die Preisträgerinnen des Publikumswettbewerbs beim Grand Salon sind Ellen Vetter (Mitte), Eka Peradze und Ellen Mosbacher (rechts). Im Bild sind (von links) Kuratorin Elena Romanzin, Christine Stanzel, Frank von Düsterlho und Alexander Guhl. Foto: Michael Gottstein

BAD SÄCKINGEN. Die Salons vom 17. bis zum 19. Jahrhundert waren Orte in adeligen, später großbürgerlichen Häusern, in denen sich Künstler und Intellektuelle in kleinem Kreis zum Gedankenaustausch trafen. Mit den historischen Vorbildern teilte der Grand Salon 2015 in der Villa Berberich zwar die Leidenschaft für die Kunst, nicht aber den exklusiven Charakter. Dies wertete Organisator Frank von Düsterlho bei der Finissage am Sonntag als Erfolg, schließlich sei "Barrierefreiheit" gegenüber der Kunst das Ziel gewesen.

Insgesamt besuchten rund 1500 Menschen während der vergangenen fünf Wochen die Ausstellung mit Werken von 70 Künstlern. Fast 700 Kunstfreunde hatten ihr jeweiliges Lieblingsbild gekürt, und aus der Auswertung ergaben sich die drei Gewinner des von der Stadt gestifteten Frowalt-Häusler-Publikumspreises sowie die Sieger in den einzelnen Kategorien. Bürgermeister Alexander Guhl überreichte den ersten Preis an Ellen Vetter (Lahr) für ihr ausdrucksstarkes "Tango"-Gemälde. Den zweiten Preis erhielt Eka Peradze (Georgien/Berlin) für ihr Gemälde "Freiheit", das raffiniert mit Realitätsebenen und Trompe-l’oeil-Effekten spielt. Die Drittplatzierte ist Ellen Mosbacher (Lörrach) mit einer abstrahierten Landschaftskomposition. Die Einteilung der Werke in verschiedene Kategorien war nicht immer einfach: So sieht Ellen Mosbacher ihr Werk eher als Beispiel für abstrakte Kunst, obwohl es in dem der Landschaftsmalerei gewidmeten Raum gezeigt wurde. In der Kategorie "Skulpturen" gewann Heike Stadler (Kandern), in der Kategorie "abstrakte Malerei" Dietmar Wölfl (Hiltenfingen), in der Kategorie "Expressionismus und abstrahierte Malerei" Conny Rosskamp (Geilenkirchen). In den Bereichen "Landschaft" und "Genremalerei" setzten sich Eka Peradze und Ellen Vetter durch, und bei den Stillleben wurden die Werke von Patrick Gall (Mulhouse) am häufigsten genannt. In der Kategorie "Porträt" gab es mit Luca Lazzerini (Düsseldorf) und Simone Lichtenauer (Zillisheim) zwei Gewinner. Unter den symbolistischen Gemälden fand das Treppenhausbild von Marga Golz (Lörrach) den meisten Anklang.

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Bürgermeister Alexander Guhl dankte den Künstlern, dem Organisator und den Juroren, die 70 Werke aus 300 Bewerbungen ausgewählt hatten, sowie Kulturreferentin Christine Stanzel, die die Dankesworte gleich an die Verantwortlichen weitergab. Wie Frank von Düsterlho erklärte, habe man den Künstlern im Grand Salon die Gelegenheit zum Austausch geben wollen. Die Ausstellung war von Konzerten und Führungen flankiert. Zahlreiche Schüler (darunter behinderte) hätten sich mit Begeisterung die Gemälde angesehen, von denen zwölf Prozent verkauft worden seien. Für den Grand Salon 2016 rechne er mit 500 Bewerbungen.

Autor: Michael Gottstein