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30. März 2010

Ein selbstbewusstes Bekenntnis zum Dialekt

Die Gruppe Hochrhii der Muettersproch-Gsellschaft feiert 30-jähriges Bestehen mit Tracht, Tanz und Musik.

  1. Von Anfang an in der Gruppe Hochrhii engagiert sind mehr als 30 Personen. Wer das Jubiläum mitfeierte, bekam von Uschi Isele (links) und Lothar Fleck (Zweiter von rechts) eine Urkunde überreicht. Foto: christin keller

BAD SÄCKINGEN / RICKENBACH. "Schwätze wie dä Schnabel gwachse isch" war beim Fest zum 30-jährigen Bestehen der Gruppe Hochrhii der Muettersproch-Gsellschaft im Alemannenhof Hotel Engel in Rickenbach angesagt. Gruppenleiter Georg Albiez aus Ibach zeigte sich erfreut, dass sich der Saal mit Dialekt- und Heimatverbundenen füllte.

"Spontan isch mir d’Idee ko, die Trachtegruppe z’froge, ob sie nit bi dä Geburtstagsfeier mitmache wänn. Dann bin i wenigstens nit ganz allei" schilderte Georg Albiez seine anfänglichen Bedenken, ob das Jubiläum auf ausreichend Interesse stoßen würde. Dass seine Zweifel unbegründet waren, zeigten ihm die zahlreichen Besucher. Zum Auftakt der Veranstaltung zitierte er, übrigens völlig dialektfrei, einen Satz von Goethe. Demnach sei es der Dialekt, "aus welchem die Seele ihren Atem schöpft".

"Grad im Alemannische schwätzt jeder sini eigeni Sproch" betonte Uschi Isele vom Präsidium der Muettersproch-Gsellschaft in Freiburg, wie wichtig die Arbeit der einzelnen Regionalgruppen sei. Die Muttersprache lebe von ihren Mitgliedern und von Menschen, die ihren Dialekt aktiv im Alltag sprechen. Zusammen mit ihrem Vorstandskollegen Lothar Fleck übernahm sie die Ehrungen für 25- und 30-jährige Mitgliedschaft. "Es ist wichtig, dass die Leute zu ihrer Heimat stehen und das Programm heute aus Tracht, Tanz und Musik zeigt: Do obe isch die Welt no in Ordnung", so Fleck.

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Bad Säckingens Bürgermeisterstellvertreter Alfons Döbele erwähnte, dass es im Zuge der Globalisierung wichtig sei, Schriftdeutsch zu beherrschen. Gleichzeitig könne man auf seinen Dialekt stolz sein. Es habe durchaus seine Vorteile, wenn man im Ausland als "Schweizer" betrachtet werde. "Heißt Muttersprache, dass der Vater nichts zu sagen hat", fragte sich Hubert Strittmatter, Bürgermeisterstellvertreter von Rickenbach. Er freute sich, die Hochrhii-Gruppe in der Gemeinde begrüßen zu dürfen.

"’S Alemannisch hän mir vo Herze gern, deswege trifft sich immer wieder dä harti Kern", las Erna Jansen aus der Chronik vor, die sie zum Jubiläum der Gruppe verfasst hat. Georg Albiez dichtete für den Anlass sogar eigens das "Lied an die Muttersprache" und trug es zusammen mit dem Hotzenchörle vor. Viele weitere Heimatlieder, Trachtentänze, Anekdoten und Gedichte wurden, natürlich alle in der "Muettersproch", vorgetragen. Sie rundeten die Feierlichkeiten ab.

Die Gruppe Hochrhii der Muettersproch-Gsellschaft wurde 1980 in Bad Säckingen gegründet und hat etwa 100 Mitglieder. Ziel ist es, Dialekte zu fördern und zu leben. Ansprechpartner ist Gruppenleiter Georg Albiez, Telefon: 07672/90466.

Autor: Christin Keller