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20. Februar 2017

Farben, die man hören kann

Gitarrist Bernd Gast spielte im Grand Salon.

  1. Bad Säckingen Foto: Ernst Brugger

BAD SÄCKINGEN. Vor der Finissage am Sonntagabend gab es im Grand Salon 2017 noch ein Konzert. Am Samstag gastierte der in Köln lebende Gitarrenvirtuose Bernd Gast in der Villa Berberich. "Bilder einer Ausstellung" war das letzte Konzert zur fünfwöchigen Ausstellung Malerei & Skulptur im Kulturhaus der Kurstadt überschrieben. Und es sollte ein farbenfrohes werden, wie der Ausstellungs-Organisator Frank von Düsterloh bei der Begrüßung ankündigte.

Mit einer Mischung von Blues, Pop und Jazz sowie auch klassischen Titeln interpretierte der 55-jährige Gitarrist ausgewählte Werke der Ausstellung mit einer einfühlsamen Performance, was man als Fingerstyle Guitar bezeichnet. Hinzu kamen Stücke, die er selbst zu den Bildern geschrieben oder neu arrangiert hat. Und Farben waren in seinen "vorbereiteten Improvisationen", wie der Kölner Gitarrist seine Interpretationen bezeichnete, spannende Gegensätze. So bezeichnete er das Werk Irish Memorys als "grünes Lied". Tatsächlich war in seinen bunten Gitarrenklängen die irische Landschaft buchstäblich herauszuhören. Nicht minder gefühlvoll präsentierte er "Fields of Gold". Da interpretierte Bernd Gast virtuos ein im Wind rauschendes goldgelb gereiftes Gerstenfeld. Sanfte Saitenklänge wechselten dabei bei perfekter Fingerfertigkeit zu einem rauschendem Gitarrenwirbel.

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Der vielseitige Gitarrist verstand es auch, teils heitere Geschichten zu den Bildern oder zu seinen musikalischen Interpretationen zu erzählen. So auch zum Titel "Lady Madonna" von den Beatles, eine Hommage des Gitarristen an alle Frauen dieser Welt, die Berge von Arbeit weitaus spielender bewältigen könnten als Männer. Assistiert wurde ihm von der Kuratorin der Ausstellung, der Künstlerin Elena Romanzin aus Wehr. Sie präsentierte die Bilder aus der Ausstellung, die Gast gerade bespielte.

Swingend interpretierte der Virtuose auch die "Little Samba", in der er die Copacabana farbenfroh aufleben ließ. Seine Liebe zur Gitarre und den verschiedenen Genres bewies er bei einem Boogie, das er mit Blick auf seinen Namen Gasthaus-Boggie titelte und wie viele andere Stücke auch in eine eigene Stilrichtung verpackte. Klar, dass der mal in sich gekehrte und mal dezent extrovertiert aufspielende Gitarrist nach langem Beifall auch noch zu einer Zugabe bereit war.

Autor: Ernst Brugger