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27. Juli 2010
Handel mit Marihuana in großem Stil
Sieben Männer müssen sich seit gestern im Landgericht wegen Drogengeschäften verantworten.
BAD SÄCKINGEN / WALDSHUT-TIENGEN. Wegen bandenmäßigem Handel und Schmuggels von Betäubungsmitteln stehen seit dem gestrigen Montag sieben Angeklagte vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Waldshut-Tiengen. Laut Staatsanwaltschaft geht es um Marihuana mit einer Gesamtmenge von weit mehr als 100 Kilogramm.
Der Zugang zum Gerichtsgebäude war beim Prozessauftakt gut bewacht, alle Zuschauer mussten sich vor dem Betreten des Gerichtssaals durchsuchen lassen. Im Zuschauerraum war eine ganze Stuhlreihe für 15 Vollzugsbeamte reserviert. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen sollten unter anderem Fluchtversuche der Angeklagten verhindern, war zu hören. Zwei mutmaßliche Mittäter haben sich bereits abgesetzt.
Am ersten Verhandlungstag unter Vorsitz von Richter Matthias Wetz standen neben der Anklage die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten im Vordergrund. Bislang sind für den Prozess noch elf weitere Termine bis Mitte Oktober vorgesehen, in deren Verlauf die Anhörung von sieben Zeugen geplant ist.
Bei den Angeklagten handelt es sich um Männer im Alter von 27 bis 40 Jahren, viele von ihnen Familienväter mit Kindern. Sie wohnten in Bad Säckingen, Murg, Waldshut oder der benachbarten Schweiz. Der Bildungsstand reicht von verkürzter Hauptschule bis zum Abitur.
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Beruflich trugen die Männer bislang als Abteilungsleiter Verantwortung, waren als Facharbeiter oder Hilfskraft tätig oder führten in einem Fall zeitweise eine Mode-Boutique in der Kreisstadt. Durch Familiengründung oder Hauskauf liefen bei mehreren Angeklagten Schulden von 20 000 bis 65 000 Euro auf.
Die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft, dass in Basel eine Firma mit dem Ziel der Geldwäsche gegründet wurde. Seit etwa 2005 hätten Mitglieder der Bande größere Mengen Marihuana in den Niederlanden gekauft und diese dann an den Hochrhein gebracht. Dabei habe es eine Arbeitsteilung gegeben. So seien für Finanzen und die Schmuggelfahrten jeweils bestimmte Personen zuständig gewesen. Bedient wurden dabei die Schweiz sowie der Landkreis Waldshut.
Ermittelt wurden elf Kurierfahrten mit je 15 Kilogramm Marihuana im Gepäck. Anschließend hätten Kleinhändler die Ware zum Weiterverkauf erhalten. Treffpunkte und Übergabeorte waren unter anderem das Umfeld der Moschee in Bad Säckingen, eine Tiefgarage in Waldshut oder Mc Donalds in Bülach. Einem der Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, mit mehr als einem Kilogramm Amphetaminen gehandelt zu haben. Die Verhaftungen erfolgten Ende Februar 2010, in einem Fall durch das Mobile Einsatzkommando der Polizei. Ein Angeklagter wurde am Flughafen Düsseldorf festgenommen. Im Laufe der weiteren Ermittlungen gab es eine weitere Festnahme Ende März. Die Verhandlung wird am 5. August um 9 Uhr im Landgericht Waldshut-Tiengen fortgesetzt.
Autor: Manfred Hüfner
