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26. August 2011
Hochrhein-Eggberg-Klinik: Neustart mit Chancen und mit Risiken
Peter Paul Gardosch von Krosigk hat in der Hochrhein-Eggberg-Klinik die Fäden in der Hand und lobt die Belegschaft / Ärztlicher Leiter Arndt Dohmen geht.
BAD SÄCKINGEN. "Traktorfahren und das Feld bestellen durften wir schon seit Dezember 2010, doch Eigentümerin der Hochrhein-Eggberg-Klinik (HEK) ist die Deutsche Kliniken Holding (DKH) exakt seit dem 19. Mai. An dem Datum haben wir die Verträge unterschrieben." Geschäftsleiter Peter Paul Gardosch von Krosigk ist – um im Bild zu bleiben – nicht auf dem Traktor hocken geblieben. Managing by walking arround. Er läuft durchs Haus, mischt sich überall ein, packt an, räumt auf. "Der Dornröschenschlaf ist bald beendet", ist er zuversichtlich, dass HEK schon bald wieder schwarze Zahlen schreibt. Allerdings ohne den bisherigen ärztlichen Leiter Dr. Arndt Dohmen. Er verlässt das Haus zum Jahresende.
Er denke nicht an Kahlschlag, sondern daran, weitere Geschäfte zu machen, hatte Peter Paul Gardosch von Krosigk im Frühjahr erklärt, nachdem die Übernahme der Hochrhein-Eggberg-Klinik beschlossene Sache war. Dass er das ernst meint, hat die Belegschaft schnell begriffen. Alles hat er auf den Prüfstand gestellt. Zuerst die vielfältigen Verflechtungen der Hochrhein-Eggberg-Klinik mit dem Krankenhaus Bad Säckingen und dem Hegau-Bodensee-Hochrhein-Klinikverbund (HBH). "Bei den Leistungsbeziehungen hat niemand mehr richtig durchgeblickt. Die Verwaltung saß weit weg. Auch die Dienstleistung der einstigen Servicegesellschaft haben wir ins Haus zurückgeholt und die Abläufe sämtlicher Standards neu organisiert."Werbung
Von seinem kleinen Büro im 6. Stock aus "regiert" Peter Paul Gardosch von Krosigk nun "seine" Klinik und erfüllt sich damit einem Traum, wie er sagt. Nach dem Abitur und dem Studium in Hamburg hat er "alles" in der Medizin gemacht. Jahrelang war er als Arzt und Notarzt im Einsatz, hat in der klinischen Forschung gearbeitet und war Projektmanager bei der Münchener Unternehmensberatungsfirma Roland Berger, bevor er Geschäftsführer und Vorstand einer Klinikengruppe wurde. Zusammen mit Fred Vock – von Haus aus Diplom-Betriebswirt, Schwerpunkt Krankenhaus – hat er die Deutsche Kliniken Holding GmbH (DKH) mit Sitz in Hamburg gegründet. Warum gerade Hamburg? "Weil dort bis dato mein Lebensmittelpunkt war und Fred Vock und ich mit unserer Unternehmensgründung ja irgendwo andocken mussten." Jeden Tag bekomme er irgendwo in Deutschland eine Klinik angeboten, plaudert der 53-Jährige aus dem Nähkästlein. Für Bad Säckingen habe sich die DKH entschieden, weil die Immobilie in gutem Zustand sei, das Umfeld stimme, vor allem aber, weil er im HEK-Leistungsspektrum und der Ausrichtung auf die Gefäßmedizin langfristig großes Potenzial sehe. Das bundesweit einzige Fachzentrum für arterielle, venöse und lymphologische Gefäßerkrankungen stehe gut da. Das Haus verfüge über umfassende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten für Gefäßerkrankungen aller Art. Und: "Die Menschen werden immer älter, ernähren sich schlecht, bewegen sich kaum. Damit Lebensverlängerung nicht nur Leidensverlängerung ist, gibt es für die Medizin viel zu tun."
Der Belegschaft zollt Gardosch von Krosigk Respekt und Anerkennung. Sie habe von Anfang an mitgezogen, sei hochmotiviert und gut ausgebildet. Gemeinsam mit dem Team sieht sich der neue Chef für die Zukunft gerüstet. Es sei gut, sagt er, dass "wir keinen Konzern im Nacken haben, der ordentlich Rendite sehen will. Wir wollen gute Medizin machen und das soll sich herumsprechen". Wichtig ist dafür heutzutage der Auftritt im Internet. Der ist gründlich überarbeitet worden. Auf der Suche nach Informationen über das Angebot der Hochrhein-Eggberg-Klinik kann im Netz nun jede(r) Interessierte – ob Arzt, Patient oder Verantwortliche der Krankenkassen – das Leistungsspektrum nachlesen.
viel zu tun."
Peter Paul Gardosch von Krosigk
Autor: Elisabeth Willers


