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03. Juli 2010

Im Grundsatz ein klares Ja zu Atdorf

Vorbehaltlich der Zustimmung der Verbandsversammlung am 13. Juli stimmt der Regionalverband dem Pumpspeicherkraftwerk zu.

  1. Für akzeptabel hält der Regionalverband in einer vorläufigen Stellungnahme den geplanten Standort des Unterbeckens fürs Pumpspeicherwerk im Haselbachtal. Unten der Bergsee. Foto:  erich Meyer; montage: Schluchseewerk

BAD SÄCKINGEN / WEHR / HOTZENWALD / WALDHSUT. Um die von Regierungspräsidium gesetzten Fristen einzuhalten, hat der Regionalverband Hochrhein-Bodensee eine Stellungnahme zum geplanten Pumpspeicherwerk Atdorf abgegeben, die aber erst am 13. Juli dem Planungsausschuss zum Beschluss vorgelegt wird. Danach steht der Regionalverband Hochrhein-Bodensee dem Projekt "im Grundsatz positiv" gegenüber.

Der Regionalverband unterstütze die Ziele von Bund und Land zum Klimaschutz und zum Ausbau von regenerativ erzeugter Energie, heißt es in der Stellungnahme. Und das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf sei ein sinnvoller Beitrag zur Förderung der Integration von erneuerbaren Energien. Die vier untersuchten Alternativstandorte im Südschwarzwald kommen aus Überzeugung des Verbandes nicht in Frage: Der Standort Habsberg verfüge noch nicht über eine Infrastruktur, wie sie bei der Atdorf-Variante vorliege. Außerdem würden durch die Bauten ein bedeutendes Vogelschutzgebiet und das wichtige Rotwildgebiet gestört. Die anderen drei Alternativen könnten wegen ihrer Leistungsdaten nicht mit einem PSW Atdorf konkurrieren.

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Zufrieden ist der Verband mit der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltprüfung, die die "Umweltbelange aus regionalplanerischer Sicht ausführlich und in geeigneter Weise" abhandele. Die Lage des Unterbeckens in einem regionalen Grünzug sei wegen fehlender Standortalternativen akzeptabel. Zwar berühre das Haselbecken im Randbereich regional bedeutsame Biotope, die im Regionalplan als "schutzbedürftig" ausgewiesen sind, beeinträchtige sie aber in ihrer Funktion nicht. Keinen Konflikt sieht der Verband in seiner vorläufigen Stellungnahme mit der Siedlungsentwicklung. Ein Teil der siedlungsnahen Waldflächen könnte nach dem Bau wieder genutzt werden, bestehende oder geplante Siedlungsflächen würden nicht beansprucht.

Da das Unterbecken eine nördliche Bergsee-Trasse für die A 98 unmöglich mache, fordert der Regionalverband, dass beide Projekte zeitgleich vorangetrieben und intensiv miteinander verknüpft und abgestimmt werden. Außerdem müsse für die Bauphase ein Baustellenverkehrs- und Transportkonzept erarbeitet werden, das die Belastungen der Bevölkerung minimiert.

Aus der Umweltverträglichkeitsstudie ergeben sich für den Verband einige Forderungen: Die öffentliche Wasserversorgung müsse durch ein Ersatzwasserkonzept gewährleistet bleiben. Die Fließgewässer, mit deren Wasser die Becken befüllt werden, dürften nicht erheblich beeinträchtigt werden. Dem Verlust von Erholungsflächen soll im späteren Planfeststellungsverfahren mit einer "Förderung der Erholungsnutzung" begegnet werden. Die Auswirkungen auf die Böden, Tiere, Klima und Luft schätzt der Verband als vergleichsweise gering ein. Die Veränderung des Landschaftsbildes soll durch eine Anpassung der Becken an die Topographie und eine Begrünung der Dämme verringert werden.

Die Stellungnahme des Regionalverbandes ist noch eine vorläufige. Erst am Dienstag, 13. Juli, tagt der Planungsausschuss, der sie noch verändern kann.

Autor: Katja Mielcarek