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29. Juli 2010
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum
NOMEN EST OMEN: In Ulmer steckt ein wässriger Ortsname.
BAD SÄCKINGEN (mie). Familiennamen sind ein Stück Kulturgeschichte. In ihnen finden sich längst vergessene Berufe, fremdsprachige Einflüsse und eine wechselvolle Geschichte. In der BZ-Serie "Nomen est Omen" analysiert Daniela Ohrmann von der Namenberatungsstelle der Universität Leipzig jeden Donnerstag den Familiennamen eines unserer Leser. Heute geht es um Ulmer.
Auch für Michael Ulmer aus Bad Säckingen, der seinen Familiennamen zur Analyse eingereicht hat, wird es keine große Überraschung sein, dass Ulmer wahrscheinlich einen Hinweis auf den Wohnort des ersten Namensträgers gibt. "Die Namensform Ulmer hat sich dann aus der Konstruktion ,Vorname + der Ulmer’ entwickelt", erklärt unsere Namensexpertin Daniela Ohrmann.Dabei muss es sich aber keineswegs um die bekannte Großstadt an der Donau gehandelt haben. Michael Ulmer vermutet die Vorfahren seines Vaters im Raum Karlsruhe, was wahrscheinlicher macht, dass der erste Namensträger aus Ulm im Landkreis Rastatt kam. Siedlungen namens Ulm sind übrigens in der Regel nicht nach einem Baum benannt, sondern gehen auf sehr alte Gewässernamen zurück. Denen liegt der indogermanische Wortteil "uel-" zugrunde, was mit "drehen, winden, wälzen (zum Beispiel eines Wasserschwalls)" übersetzt werden kann.
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Eine zweite Möglichkeit, wie der Name Ulmer entstanden sein kann, ist nach Daniela Ohrmann die Benennung des ersten Namensträgers nach seinem direkten Wohnumfeld, in dem eine markante Ulme stand. Und ebenfalls nicht ganz auszuschließen sei, so unsere Namensexpertin, dass sich in dem Familienname Ulmer ein alter heimischer Vorname – Ul(l)mar verewigt hat.
analysieren lassen? Dann melden Sie sich per Telefon unter 07761/92195928 oder per E- Mail: mielcarek@badische-zeitung.de. Wichtig: die Telefonnummer und den Wohnort nicht vergessen. Da zahlreiche Anfragen eingegangen sind, muss mit einer längeren Wartezeit gerechnet werden.
Autor: ohrm
