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27. November 2009

Klinik hofft auf gutes Ende der Krise

HBH-Aufsichtsrats-Chef Ehret sichert Belegschaft der Hochrhein-Eggberg-Klinik zu, an einer zukunftsfähigen Lösung zu arbeiten

  1. Im Bad Säckinger Kurgebiet muss mal wieder die Hand aufgehalten werden. Gesucht werden diesmal Investoren für die Hochrhein-Eggberg-Klinik. Foto: archivfoto: simone höhl

BAD SÄCKINGEN. Betroffenheit ja, aber auch Hoffnung in die Zukunft: Die Beschäftigten der Hochrhein-Eggberg-Klinik wurden gestern in einer Betriebsversammlung über die Entscheidung des Hegau-Bodensee-Hochrhein-Klinikverbundes (HBH) informiert, sich von der Rehaklinik zu trennen. "Wir glauben weiter an eine Zukunft", sagte Betriebsratschef Peter Marquart, der sich überzeugt zeigte, dass nicht an eine schnelle Abwicklung der Klinik gedacht sei.

"Es gibt keine kurzfristige Lösung", bekräftigte auch HBH-Aufsichtsratschef Oliver Ehret im Anschluss an die Betriebsversammlung, der eine Sitzung der Gesellschafterversammlung vorausgegangen war. "Wir sind auf der Suche nach einem strategischen Partner", so Ehret, der von einer "Abnabelung" für die Hochrhein-Eggberg-Klinik sprach, für die augenblicklich eine Lösung gesucht werde. Der Aufsichtsratschef bekräftigte gleichwohl, dass die Entscheidung des HBH-Aufsichtsrates vom Montagabend, "die Reißleine zu ziehen" und sich vom Reha-Bereich zu trennen, die richtige war. "Wir befanden uns in einer Situation, die immer schwieriger und noch schwieriger wurde und waren gezwungen, zu handeln", sagte Ehret zur BZ. Übers Knie brechen wolle man aber nichts und man werde auf jeden Fall die Interessen der Beschäftigten im Auge behalten: "Wir wissen, dass es um Menschen geht und haben absolutes Verständnis für die Situation der Mitarbeiter."

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Der Vorsitzende des Betriebsrates, Peter Marquart, meinte im Anschluss an die gut besuchte, rund einstündige Betriebsversammlung, dass es gut gewesen sei, dass alle Mitglieder der Gesellschafterversammlung zu den Beschäftigten gekommen seien. "Wir haben ihnen die Gelegenheit gegeben, die Dinge zu erklären", meinte Marquart. Dabei sei zwar vieles deutlicher geworden, Kritik sei aber auch nicht ausgeblieben. Insbesondere die Informationspolitik in den vergangenen Wochen und gerade in den vergangenen Tagen nahm er dabei in den Fokus, als die Belegschaft wichtige Entscheidungen über ihre Zukunft aus der Presse erfahren musste. "Wir haben an die Geschäftsleitung appelliert, ehrlich und konkret zu informieren", so Marquart, der darin auch eine Chance sieht, in den kommenden Wochen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen: "Wenn das beherzigt wird, dann ziehen alle mit."

Auch die derzeitige Situation der Klinik malt Marquart nicht unbedingt in schwarz. Im medizinischen Bereich sei man gut aufgestellt und mit einer Belegung von 70 bis 80 Prozent auch wieder gut nachgefragt. Den Grund hierfür sieht der Betriebsratschef darin, dass es in den vergangenen Wochen gelungen sei, mit den Krankenkassen endlich einen Versorgungsvertrag zu schließen. "Wenn die Hochrhein-Eggberg-Klinik als Spezialklinik tatsächlich schließen müsste, wäre das auch ein Verlust für die medizinische Versorgung", sagt Marquart, der deshalb an alle Beteiligten appelliert, an einem Strang zu ziehen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Hoffnungen setzt er dabei auf den "runden Tisch", an den Bürgermeister Martin Weissbrodt für den heutigen Freitag geladen hat. Und auch Oliver Ehret bezeichnet die Situation zwar als schwierig, aber auch er bekräftigt, dass es Chancen für ein gutes Ende gebe. "Wir machen weder heute noch morgen zu und suchen nach einer langfristig tragfähigen Lösung", bekräftigt der Aufsichtsrats-Chef.

Autor: Stefan Sahli