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13. Juni 2017

Leserbriefe

SPITAL BAD SÄCKINGEN
Perfide Hinterhältigkeit
Zu unserer Berichterstattung zum Thema Spital Bad Säckingen
Empfindlichkeiten vernebeln bekanntlich den Geist. Wie stark müssen folglich die Ressentiments sein, dass ein so gescheiter Mann wie Herr Albers einen solchen Unsinn über die Verantwortlichkeit von Herrn Guhl verzapft, sobald es um Bad Säckingen und sein Spital geht.

Für die Brandschutzmisere ist nicht Herr Guhl verantwortlich, sondern Herr Albers selber. Unter seinem Vorsitz hatte die damalige Geschäftsführung nämlich im Mai 2014 sämtliche Sanierungsmaßnahmen eingestellt, weil man zuerst die Angiologie ausbauen wollte, was aber nie geschah. Die Brandschutzsanierung selber hätte man schon zum damaligen Zeitpunkt fortführen können, wenn Herr Albers nur gewollt hätte.

Die heute dafür vorgesehenen Kosten von 1,6 Millionen Euro standen bereits damals im Haushalt des Kreistages zur Verfügung. Im übrigen: Der von Herrn Albers vorgebrachte Vorwurf gegen Herrn Guhl, er habe sich "am stärksten als Gegner der von der Mehrheit des Kreistages gefassten Beschlüsse hervorgetan", adelt ihn ja geradezu für diesen Posten im Sanierungsausschuss.

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Denn die Mehrheit, allen voran Herr Albers selber, hat bisher alles getan, das Spital Bad Säckingen funktionsuntüchtig zu machen. Es ist auch nicht richtig, dass Herr Guhl "konsequent gegen das Paket mit den zwölf Millionen gestimmt" hat. "Zwangsläufig" wäre das richtige Wort gewesen. Jeder, der am 15. Februar diesen Jahres an der Kreistagssitzung anwesend war, weiß um das Prozedere der damaligen Abstimmung.

In die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Sanierung des Spitals wurde auf Antrag von Herrn Albers noch der Zusatz aufgenommen, dass die Notfallversorgung in Waldshut zentralisiert werden solle. Wohlgemerkt, in ein und demselben Beschluss. Wer also für die Sanierung stimmte, sprach sich gleichzeitig für die dauerhafte und einseitige Verlegung der Notfallversorgung von Bad Säckingen nach Waldshut aus und umgekehrt. Ich denke, ein verlässliches Abstimmungsergebnis wär nur bei einer getrennten Abstimmung über die beiden Entscheidungen möglich gewesen. Und was tat Herr Guhl in dieser Situation? Er stimmte aus Überzeugung wie in früheren Abstimmungen konsequent gegen einen weiteren Funktionsverlust des Bad Säckinger Spitals und damit zwangsläufig gegen die Sanierung.

Beklagenswert ist also nicht das Verhalten von Herrn Guhl, sondern der Abstimmungsmodus. Herr Albers mag ihn als einen geschickten politischen Schachzug ansehen, ich halte ihn für eine perfide Hinterhältigkeit, vor allem, wenn man Herrn Guhl im Nachhinein dadurch als Ausschussmitglied disqualifizieren will.

Rolf Metzger, Bad Säckingen

Autor: Rolf Metzger, Bad Säckingen