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15. November 2017

Leserbriefe

  1. Ob der Campus ins Spitalgebäude kommt, ist noch unklar. Foto: Steudel

SPITÄLER HOCHRHEIN GMBH
Medizinischer Notstand im Landkreis Waldshut
Zu unserer Berichterstattung über die Schließung des Spitals Bad Säckingen:
Der Landkreis Waldshut ist und bleibt ein medizinisches Notstandsgebiet. Die fadenscheinige Erklärung von Herrn Schlaudt (Geschäftsführer der Spitäler Hochhrein Gmbh, d. Red.), dass im Umkreis von Säckingen viele Krankenhäuser unseres entbehrlich machen, sind Hohn und Spott! Die Häuser nördlich des Rheins sind alle am Anschlag, haben zu wenig Betten und/oder Personal. Und dass er die Kliniken in der Nordschweiz mit einbezieht, betrachte ich persönlich als eine Beleidigung, denn für mich und alle anderen Kassenpatienten sind sie nur eine Fata Morgana.

Herr Schlaudt hat immer wieder darauf hingewiesen, dass nur die fehlenden Ärzte der Grund für die Schließung in Säckingen sind. Und solange Waldshut mitbestimmt, werden wir auch kein Personal für einen Gesundheitscampus finden. In den medizinischen Fachkreisen hat sich längst herumgesprochen, wie menschenverachtend man in Waldshut mit dem Krankenhauspersonal umgeht. Schon Dr. Thümmler hat in der Versammlung in Wallbach mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass viele seiner Kollegen, die in die Schweiz gehen mussten, gerne zurückkämen – aber nicht unter der Verwaltung von Waldshut! Waldshut sitzt jetzt in seiner eigenen Falle, denn mit dem Image, das sie sich in Fachkreisen erworben haben, werden sie das notwendige Personal nicht bekommen.

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Und warum ist es sicher, dass der in Säckingen angedachte Gesundheitscampus nicht im bestehenden Gebäude angesiedelt wird? Hat die Spitäler Hochrhein GmbH schon jetzt Angst davor, dass ihnen wieder Konkurrenz entsteht? Lieber Herr Guhl, Sie sollten jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um diese gefährliche Liaison mit Waldshut zu beenden. Sonst bedeuten die Investitionen in ein neues Gesundheitskonzept nur noch mehr Schulden für unsere Stadt. Was Sie von den Zusagen und Beteuerungen des Landrates und der Kreisräte halten können, haben Sie schmerzlich erfahren. Lassen Sie sich nicht noch einmal hinters Licht führen. Es war beschämend und hochnotpeinlich in Laufenburg. Vor allem für die Politmafia aus Waldshut.

Renate und Manfred Breuninger, Bad Säckingen


Irgendwann müsste der Neid befriedigt sein
Sehr geehrter Herr Landrat, liebe Mitstreiter im Kampf gegen das Spital Bad Säckingen, endlich haben Sie es geschafft, das Spital Bad Säckingen ist Geschichte. Haben sich Ihre jahrelangen Bemühungen doch gelohnt. Meinen Glückwunsch. Die Wogen der Empörung werden sich in einigen Monaten geglättet haben und Sie können dann in aller Ruhe die Pläne für den Gesundheitscampus beiseitelegen.

Die nun bei Ihnen freigesetzten Kapazitäten (Herr Albers wird ja wohl einen würdigen Nachfolger finden) könnten doch dafür eingesetzt werden, nach der gleichen Methode wie beim Spital, sich an die Demontage des Kur- und Bäderwesens in Bad Säckingen zu machen. Wie wäre es mit einer Pipeline von Bad Säckingen nach Waldshut, um das Thermalwasser hochzupumpen? Geld dafür müsste doch vorhanden sein. Da das Spital Waldshut ja anscheinend ohne Probleme unser Einzugsgebiet mitversorgen kann, werden doch die Millionen für das Zentralklinikum gespart. Irgendwann müssten doch dann die Gier und der Neid endlich befriedigt sein.

Etwas Gutes können jedoch auch wir der Schließung unseres Spitals abgewinnen: Wir können uns an den Weg gewöhnen. Denn sollte das Zentralklinikum doch kommen, wird es ja mit ziemlicher Sicherheit auch in Waldshut stehen. Zumindest bei der jetzigen "Regierung". Möge im Interesse der Betroffenen hoffentlich nie der Fall eintreten, dass ein Notfall auf der zu Stoßzeiten überlasteten B 34 zu spät nach Waldshut kommt und Sie, als Schuldige, zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Rainer Walter, Bad Säckingen

Bad Säckingen muss bei Campus mitsprechen
Spätestens nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtrats Waldshut-Tiengen für die Auslöschung des Spitals Bad Säckingen begriffen die Kreisräte in, vor und hinter Waldshut-Tiengen, wo der Hammer hängt. Sie wussten, wie auch sie zu beschließen hatten. Damit wurde eine Entwicklung besiegelt, die im Januar 2011 mit der Fusion der Krankenhäuser Waldshut und Bad Säckingen zu der unseligen Spitäler Hochrhein GmbH begonnen hatte. Die Stadt Bad Säckingen hatte darin praktisch keinen Einfluss.

Spätestens nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates von Waldshut-Tiengen musste unser Bürgermeister den Rettungsfallschirm öffnen, und das hat er richtig gut gemacht. In der ursprünglichen Sitzungsvorlage gab es nur eine sehr allgemeine Aufforderung zur Prüfung eines Gesundheitscampus. Mit der Schließung des Spitals Bad Säckingen gibt es die Spitäler Hochrhein nun nicht mehr in der gegenwärtigen Form.

Jetzt muss neu verhandelt werden. Die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung liegt nun zu 100 Prozent beim Kreis und beim Land. An dieser Stelle soll aber festgehalten werden, dass die Entscheidung für diesen Gesundheitscampus, den "Kompromissvorschlag in letzter Minute" ohne den seit Jahren wie eine Lawine anschwellenden Protest der Bevölkerung, des Personals und vieler Organisationen so nicht gefallen wäre. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit seien genannt die Bürgerinitiative, der Förderverein, ehemalige Chefärzte am Krankenhaus wie Dr. Stadler, Dr. Lunke und die vielen niedergelassenen Ärzte. Ihnen allen verdanken wir sehr viel. Ich kann die Wut über das Verhalten von Waldshut sehr gut verstehen, mir erging es genauso.

Jetzt gilt es zu handeln, und zwar zügig: Bei der Bestellung eines Gesundheitscampus-Managers muss Bad Säckingen ein entscheidendes Wort mitsprechen. Herr Dr. Schlaudt kann es nicht sein. Erfahrungen andernorts beim Vorliegen ähnlicher Probleme müssen herangezogen werden. Unter dem Stichwort Gesundheitscampus kann man übrigens im Internet sehr viel abrufen. Alle im Gesundheitsbereich und ähnlichen Einrichtungen Beschäftigen werden in einer Gesundheitskonferenz bei der Ausgestaltung beteiligt.

Die Bevölkerung wird regelmäßig informiert und gehört. Suchen wir nicht erst lange nach geeigneten Räumlichkeiten und diskutieren über Container. Die Notfallversorgung in der angedachten Form, der Betrieb einer inneren Abteilung, die Geriatrie usw. müssen, und können ohne Unterbrechung der Versorgung bis auf Weiteres in den Räumen des ehemaligen Spitals Bad Säckingen fortgeführt werden. Was nicht benötigt wird, kann vorübergehend bis zu einer anderweitigen Nutzung im Campus stillgelegt werden. Ich bin sicher, dass die Begehung den guten Zustand der Immobilie ergeben wird. Damit ist eine Versorgung möglich, die immer noch besser ist als die von 90 Prozent der Weltbevölkerung. Packen wir es gemeinsam an, das ist besser als weiteres Klagen!Arnold Becker, Bad Säckingen

Das Konzept für den Campus fehlt
Campus. Eigentlich ein Begriff für Gebäudekomplexe, die besonders für Forschung und Lehre angelegt werden. Um die eigene Bedeutung zu überhöhen, wird diese Bezeichnung inzwischen für alles Mögliche verwendet. Was den "Campus" angeht, der in Bad Säckingen entstehen soll, wird von keiner Seite auch nur annähernd erläutert, was das wird. Obwohl es weder einen Standort gibt, noch Baupläne, noch einen Beschluss des Sozialministeriums, das sich nicht festlegen will, solange es kein konkretes Konzept gibt. Das Ministerium hat von der Kreistagsentscheidung bislang nur aus der Presse erfahren. Eine Förderung durch das Land setzt ein Konzept voraus – das es einfach nicht gibt. Wir erleben einen Absturz des einst so stolzen Standortes Bad Säckingen in die Bedeutungslosigkeit.
Werner Thomann, Wehr-Öflingen

Haben unsere Gutachter keine Visionen mehr?
Nach dieser Kreistagssitzung frage ich mich, haben wir nur noch Gutachtenpolitiker, die einen Gutachter aus Berlin, der die Region und ihre Probleme nicht kennt, beraten müssen? Aber wie ich das von Unternehmensberatern kenne, gilt immer der Satz "wessen Geld ich bekomme, dessen Lied singe." Ich frage mich auch ernsthaft, haben unsere Gutachtenpolitiker keine eigenen Lösungen und Visionen mehr? Die krankenhausärztliche Versorgung der Bevölkerung im Westkreis ist ihnen dabei wohl nicht so wichtig.

Es ist kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit auch im ländlichen Raum immer größer wird. Die Zuhörer hatten den Eindruck, dass diese Kreistagssitzung von vornherein eine abgekartete Sache war. Die Variante 2 wurde gar nicht erst angesprochen und diskutiert, das heißt, wir wurden hintergangen. Mit Interesse verfolge ich die Vorgehensweise im Landkreis Lörrach. Dort wird mit den betroffenen Gemeinden vernünftig gesprochen und die bestehenden Krankenhäuser mindestens so lange in Betrieb gehalten, bis das neue Zentralkrankenhaus fertiggestellt ist. Ein Dankeschön an dieser Stelle an das Personal des Spitals Bad Säckingen und an den Förderverein pro Spital, die sich viele Gedanken, Ideen und Vorschläge für die Rettung des Spitals gemacht haben.Norbert Hofmann, Bad Säckingen Wir brauchen eine Notaufnahme
Wir brauchen eine Notaufnahme. Es macht traurig, dass unsere Volksvertreter, die unseren Willen umsetzen sollen, genau das nicht tun. Sie sind anderer Meinung als die Mehrheit der Menschen im Kreis Waldshut. Dem Kreistag (womöglich mehrheitlich Privatpatienten?) ist egal, was die Mehrheit der Bevölkerung will. Der Osten des Landkreises steht da wie "Hans im Glück" mit einem "Campus". Was wir brauchen, ist eine funktionsfähige Notaufnahme, um die gebotenen Hilfsfristen einhalten zu können.

Christina Wallaschek, Wehr-Brennet

Förderverein so lange wie möglich halten
Zum Leserbrief von Herrn Stephan Denk: Super, genau meine Meinung. Den Förderverein so lange wie möglich erhalten, damit noch eine gute Lösung für Bad Säckingen rauskommt.

Bernhard Doersam, Murg

Autor: Renate und Manfred Breuninger, Bad Säckingen