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09. Februar 2012

Millionen für gutes Wasser

Der städtische Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung will den Investitionsstau abbauen.

  1. Die Bad Säckinger Kläranlage soll aufgerüstet werden. Ein Nachklärbecken wird im kommenden Jahr zum Millionenprojekt für den städtischen Eigenbetrieb Abwasser. Foto: Archivbild: Erich Meyer

BAD SÄCKINGEN. In der öffentlichen Wahrnehmung führt er ein Schattendasein. Sein Geschäft ist unappetitlich. Es ist aber auch ökologisch besonders wertvoll. Ökonomisch kann er es mit vielen mittelständischen Unternehmen aufnehmen. In den nächsten zwei Jahren wird er aus dem Schattendasein heraustreten und zumindest phasenweise ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rücken. Der städtische Eigenbetrieb Abwasser investiert kräftig, macht dafür Schulden und erhöht daher die Gebühren.

Wenn Kämmerin Bettina Huber einen Haushaltsplanentwurf der Stadt vorlegt, dann präsentiert sie stets auch einen für den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung. So war es auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Beim Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung werden die beiden kommenden Jahre geprägt sein vom Abbau des Investitionsstaus. Um häusliches und industrielles Schmutzwasser und Oberflächenwasser wieder zu Trinkwasser zu machen, wird gebuddelt, gebaut und modernisiert.

Der Schuldenberg wächst auf mehr als 20 Millionen Euro an

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Weil der Betrieb das Geld dafür nicht auf der hohen Kante hat, holt er es bei den Banken. 1,9 Millionen Euro in diesem Jahr und knapp fünf Millionen Euro im kommenden Jahr sollen laut Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung an Krediten neu aufgenommen werden. Damit würde der Schuldenberg des Eigenbetriebs abzüglich Tilgung binnen zwei Jahren auf mehr als 20 Millionen Euro anwachsen. Das wäre eine neue Rekordhöhe und doch ist es eine Belastung, die am Ratsrund aller Voraussicht nach nicht zu allzugroßer Beunruhigung führen wird. Dies, weil Schulden des Eigenbetriebs auch "rentierliche Schulden" genannt werden.

Rentierlich sind sie insofern, als Zins und Tilgung Eingang in die Gebührenkalkulation finden und folglich gesichert ist, dass die Bürger die Zeche bezahlen. Stadtkämmerin Huber hat denn auch schon angekündigt, dass 2013 wieder an der Gebührenschraube fürs Abwasser gedreht werden muss.

Für 2012 hat der Entwurf des Vermögensplans (vergleichbar dem Vermögenshaushalt im ordentlichen Haushalt) ein Volumen von 3,27 Millionen Euro. 2013 sind es gar 12,778 Millionen Euro. 6,4 Millionen Euro davon allerdings sollen in die Rücklagen wandern. Investitionsschwerpunkte in jenem Jahr werden für je 2,2 Millionen Euro ein Regenüberlaufbecken im Industriegebiet und ein Nachklärbecken für die Kläranlage sein. In die Erneuerung des Kanalnetzes soll in beiden Jahren jeweils mehr als eine Million Euro investiert werden.

Autor: Axel Kremp