In Bad Säckingen und Wehr

CDU startet mit Optimismus ins Wahljahr 2019

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Mo, 21. Januar 2019 um 11:00 Uhr

Bad Säckingen

Die CDU-Stadtverbände Bad Säckingen und Wehr sind mit einem gemeinsamen Neujahrsempfang ins Wahljahr 2019 gestartet.

Rüdiger Leykum, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Bad Säckingen, war drauf und dran, aus der Not eine Tugend zu machen und die Verspätung des Hauptredners und Ehrengasts beim gemeinsamen Neujahrsempfang der CDU-Stadtverbände Wehr und Bad Säckingen der fehlenden A 98 zu schulden, doch wurde daraus nichts. Nicht Staus und schlechte Ost-Westverbindung, sondern ein Motorschaden war verantwortlich für die Verspätung von Manuel Hagel, dem Generalsekretär der CDU-Baden-Württemberg.

Der 30-jährige Schwabe ist seit 2016 Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg und wurde in jenem Jahr auch erstmals in den Landtag gewählt. Dort vertritt er dem Alb-Donau-Kreis. Und irgendwo auf der Strecke aus dem Oberschwäbischen an den Hochrhein wollte dann der Diesel seiner Limousine nicht mehr so, wie er sollte. Um Tagespolitik ging es in seiner Rede nur am Rande. Hagel widmete sich der Frage, was es denn heiße, Christdemokrat zu sein und was das christdemokratische Werte- und Menschenbild denn ausmache und von anderen Bildern unterscheide. Und weil sich Hagel im Trompeterschloss in Bad Säckingen recht lange dieser Frage widmete, lieferte er den Parteimitgliedern aus Bad Säckingen und Wehr die Marscherleichterung gleich mit. Es reiche, so sagte Hagel, sich einen einzigen Satz seines Vortrags zu merken. Und zwar diesen: "Der Mensch beginnt für uns nicht erst beim Abitur". Jeder junge Hauptschüler sei genauso viel Wert wie ein junger Abiturient. Und aus den Schulen im Land müssten wieder mehr Handwerksmeister hervorgehen und nicht nur Master. So appellierte er an seine Parteimitglieder, wieder wertschätzender über Auszubildende aus dem Handwerk zu reden.

Als Rüdiger Leykum den Neujahrsempfang eröffnete, war nicht nur der Platz des Ehrengastes leer. Im Saal des Schlosses blieben am Samstagnachmittag etliche Stühle unbesetzt. Wer kam, der hörte, wie Rüdiger Leykum dem ebenfalls anwesenden sozialdemokratischen Bürgermeister Alexander Guhl die Unterstützung der Union beim Aufbau des Gesundheitscampus zusagte. Dies allerdings nicht um jeden Preis. Der Campus, so sagte Leykum, dürfe nicht zu einer weiteren Verschuldung der Stadt führen und die Entwicklung der Stadt in anderen Bereichen beeinträchtigen. Darauf zu achten sei die Union den Menschen schuldig.

Eindeutig auch die Forderung nach einem zügigen Weiterbau der Autobahn. Mit den Parteifreunden in Wehr sei er sich einig, dass der exakte Trassenverlauf weitgehend egal sei, entscheidend sei, dass die Straße kommt. "Es darf am Ende nicht ein Baum sein, der der Straße im Weg steht", sagte Leykum, der damit dem Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner eine Vorlage lieferte.

"Wir müssen die Planer jetzt planen lassen", warnte auch Schreiner vor weiteren Trassendiskussionen. Die A 98 sei jetzt in einer entscheidenden Phase. Das Geld für den Weiterbau sei da, was fehle, seien die Pläne, sagte Schreiner, in dessen Augen die Jahre 2011 bis 2016 für die Autobahn verlorene Jahre waren. Das Ziel müsse sein, die Autobahn nahtlos Richtung Osten weiterzubauen, wenn sie denn einmal in Schwörstadt angekommen ist. "Dafür müssen wir den Druck im Kessel hochhalten".

"Das Land hat Leistungen bestellt und die Bahn liefert nicht", beklagte Schreiner die schlechte Betriebsqualität der Hochrheinbahn. Zu keinem anderen Thema erreichen ihn mehr Klagen aus dem Wahlkreis, sagte er. "Die Bahn muss liefern", forderte er das Unternehmen auf. Andernfalls müsse die Politik über Alternativen nachdenken. Und da, so die Andeutung Schreiners, würden ihm an der Grenze zur Schweiz schon Alternativen einfallen. Bekanntlich wird die Wiesentalbahn von Basel nach Zell schon seit Jahren von den Schweizerischen Bundesbahnen betrieben.

Mit Zuversicht blicken übrigens sowohl Schreiner als auch Leykum den bevorstehenden Wahlen entgegen. Aktuell, so sagte Schreiner, könne die Union im Landkreis, etwas mehr als 400 Kandidaten für die Kommunalwahl aufbieten. Der CDU-Stadtverband werde seine Kandidaten am Donnerstag nominieren. "Ich bin überrascht, dass wir so einen Zulauf haben", freut sich Rüdiger Leykum.

"Lassen Sie es uns anpacken", gab es vor dem gemeinsamen Glas Sekt aufs neue Jahr noch einen motivierenden Appell von Johannes Mulfur, dem Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Wehr.