Münsterplatz unter Strom

David Rutschmann

Von David Rutschmann

Sa, 16. September 2017

Bad Säckingen

Erster internationaler E-Mobilitätstag in Bad Säckingen / Elektroautos und -roller ausgestellt.

BAD SÄCKINGEN. Zwei Männer strecken die Köpfe in die Motorhaube des Tesla-Taxis, das auf dem Münsterplatz geparkt steht. Auf die Frage, ob eine Anschaffung eines eigenen Autos mit elektrischem Motor im Raum stehe, lächelt einer der Herren verschmitzt und macht durch seine Geste deutlich, dass ihm dazu das nötige Kleingeld fehlt. So scheint es einigen Besuchern des ersten internationalen E-Mobilitätstags in Bad Säckingen zu gehen.

Das Interesse für die Auto-Schau auf dem Münsterplatz ist nicht gering. Die Sonne spiegelt sich an dem Nachmittag auf den ausgestellten Fahrzeugen, deren Farbpalette von weiß bis schwarz reicht. Allesamt strombetrieben, oder zumindest als Hybrid teils elektrisch – abgesehen von dem Bus, der direkt vor dem Münster geparkt wurde. Doch auch der dieselbetriebene Bus soll an diesem Nachmittag ein Zeichen der Emissionslosigkeit setzen – schließlich sei der ÖPNV bereits eine umweltbewusstere Option als der Individualverkehr.

Als Sinnbild der Emissionslosigkeit sieht Bürgermeister Alexander Guhl den E-Mobilitätstag ohnehin – nicht nur um das neue Label "Bad Säckingen fährt emissionsfrei" zu bewerben. So stehe das namensgebende "E" dementsprechend auch mehr für "emissionsfrei" als für "elektrisch", erklärt Guhl auf der Bühne. "Wir haben in Bad Säckingen viele Bürger, die offen für neue Formen der Mobilität sind", antwortet er auf die Frage Christian Klaibers, weshalb die vielen Autos auf dem Münsterplatz zu sehen seien. Der Moderator von der Initiative Zukunftsmobilität befragt auf der Bühne einige Aussteller. Diese präsentieren kleine Autos und E-Roller, die für Mitarbeiter der jeweiligen Firmen und auch der breiten Öffentlichkeit zur freien Verfügung stehen sollen. "Elektromobilität soll alltagstauglich werden und für alle Belange genutzt werden können. Vom Kindersportwagen bis zu den Rollatoren für Senioren", sagt Guhl. So passen auch die E-Bikes ins Bild, die auf dem E-Mobilitätstag ebenfalls angeboten werden. Diese haben sich bereits gut in die Gesellschaft integriert. "Mehr als die Hälfte der verkauften Fahrräder sind E-Bikes", heißt es am Stand der Fahrradspezialisten.

Der Bauverwalter der Gemeinde Stein, Roland Gröflin, berichtet Christian Klaiber derweil, dass seine Erfahrung mit E-Mobilität ein anderes Tankverhalten zeige: "Das Auto wird aufgeladen, wenn es steht und so ist es meistens voll, wenn man damit fahren will." Die Gemeinde Stein wolle in absehbarer Zeit mindestens eine Tankstelle entsprechend aufrüsten.