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09. September 2010

SLG kauft Franke-Kunststoffsparte

Hersteller von Edelstahlspülen will sich aufs Kerngeschäft konzentrieren, Bernauer Kunststoffspezialist will expandieren.

  1. SLG: Klein steht der Name des neuen Herstellers von Kunststoffteilen schon am Zaun des ehemaligen Monte-Carlo-Gebäudes auf dem Franke-Gelände. Foto: Stefan sahli

  2. Kunststoff-Abfalleimer für Franke produziert in Bad Säckingen nun die Firma SLG. Foto: archivfoto: axel kremp

BAD SÄCKINGEN/BERNAU. Die SLG Kunststoff GmbH Bernau hat zum 1. September die Kunststoffspritzerei der Franke GmbH in Bad Säckingen übernommen. Das teilten beide Unternehmen erst gestern der Presse mit. Die Produktion und Montage von Abfalltrennsystemen wurde übergangslos von der SLG weitergeführt, die neun Mitarbeiter der Franke-Kunststoffsparte wurden übernommen. Franke will sich auf sein eigentliches Kerngeschäft konzentrieren, die SLG kündigt an, ihren neuen Standort in Bad Säckingen ausbauen zu wollen.

Als "kein typisches Outsourcing" bezeichnete Oliver Zimmermann, der Geschäftsführer der Franke GmbH, die Übernahme der Kunststoffspritzerei durch das Bernauer Unternehmen. "Wir wollen eng kooperieren", sagt Zimmermann. Die Kunststoffsparte habe nicht zum Kerngeschäft der Franke gehört, die Spritzerei sei nicht ausgelastet gewesen. Die SLG mit ihren rund 250 Mitarbeitern sei ein Profi bei der Entwicklung und Produktion von Kunststoffprodukten. Dies komme auch Franke zugute. Denn ausdünnen will der Bad Säckinger Spülenhersteller sein Geschäft mit Abfalltrennsystemen nicht, das 2005 durch die Übernahme des Gummersbacher Herstellers Nosch zur Franke kam. Die Sparte soll ausgebaut werden, die Herstellung neuer Produkte wird angestrebt. "Wir wollen auch im Bereich der Produktentwicklung zusammenarbeiten", teilen Franke und SLG mit. In der SLG Kunststoff GmbH habe die Franke GmbH hierfür einen kompetenten Partner gewonnen.

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Neben der Herstellung von Kunstoffteilen und der Montage der Baugruppen im Werk Bad Säckingen für Franke beabsichtigt die SLG, in Bad Säckingen künftig auch für andere Kunden zu produzieren. "Wir wollen die Produktion in Bad Säckingen insgesamt ausbauen", bekräftigt SLG-Geschäftsführer Dieter Stockkamp, der in der Franke-Kunstsoffspritzerei weitere Kapazitäten sieht. "Unser Ziel ist, die Spritzerei wieder optimal auszulasten", sagt er. In Bernau käme es oft zu Engpässen bei der Auftragsabwicklung, solche Überhänge könnten künftig nach Bad Säckingen ausgelagert werden. Der Erwerb der Kunststoff-Sparte der Franke käme damit auch dem Betrieb in Bernau zugute.

In den kommenden Monaten sei deshalb in Bad Säckingen eine Personalaufstockung geplant, bis Anfang des kommenden Jahres wolle man im Drei-Schicht-Betrieb produzieren – ohne in Bernau Personal abzubauen, wie Stockkamp versichert. Wie viele neue Arbeitsplätze in Bad Säckingen geschaffen werden, wurde jedoch offen gelassen.

SLG KUNSTSTOFF GMBH

Die SLG Kunststoff GmbH produziert Kunststoffspritzgussteile für verschiedene Branchen: Büromöbel und Bürostuhl, Weiße Ware und Haushalt, Medizintechnik, Maschinenbau, Automobil, Elektrotechnik und Messtechnik. Sie ist bemüht, neue Branchen zu erschließen. Zum Kundenkreis des Bernauer Betriebes gehören namhafte Hersteller wie VW, Siemens oder Ikea. Der Betrieb wurde 1978 in Görwihl-Tiefenstein gegründet, 1983 erfolgte der Umzug nach Bernau, wo SLG weiter expandierte. Aktuell beschäftigt die SLG Kunststoff GmbH rund 250 Mitarbeit und wird von Dieter Stockkamp, dem Sohn des Firmengründers Walter Stockkamp, geleitet.  

Autor: sts

Autor: Stefan Sahli