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25. September 2015

Wildlife-Museum der Bad Säckinger Golfwelt

Sozialkritische Bilder und Porträts von Käthe Kollwitz

Die Sonderausstellung im Wildlife-Museum der Bad Säckinger Golfwelt beginnt am Sonntag / Zu sehen sind 24 grafische Arbeiten.

  1. Auch grafische Arbeiten zeigt die Kollwitz-Ausstellung. Foto: R. Frey

BAD SÄCKINGEN. Eine bedeutende Kunstausstellung beginnt am Sonntag, 27. September, im Wildlife-Museum der Golfwelt Hochrhein in Bad Säckingen. Gezeigt werden 24 grafische Arbeiten und Zeichnungen von Käthe Kollwitz, einer der wichtigsten Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Die Exponate kommen aus der Kunstsammlung des Stifters Erwin Himmelseher. Der 2012 verstorbene Himmelseher war nicht nur Geschäftsmann, Jäger und Sportmäzen, sondern auch ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Unter diesen Kunstwerken befanden sich auch Arbeiten von Käthe Kollwitz. "Er hat die Werke von ihr sehr geschätzt", sagt Günther Nufer, der Geschäftsführer der Golfwelt Hochrhein, der die Ausstellung mit Arbeiten aus Himmelsehers Sammlung bestückt hat. Er sei auch in Kontakt mit dem Käthe-Kollwitz-Museum Köln, sagt Nufer, der die Werkschau mit Kreiskulturreferent Jürgen Glocker konzipiert habe.

Im Ausstellungsraum des Wildlife-Museums der Himmelseher-Stiftung werden vorwiegend druckgrafische Arbeiten aus verschiedenen Epochen und Werkphasen zu sehen sein, darunter Selbstporträts, Motive wie Mutter und Kind sowie sozialkritische Bilder im Stil des Expressionismus und Realismus, für die Kollwitz bekannt war. "Sie war eine Künstlerin, die eher die Schattenseiten des Lebens dargestellt hat", so Nufer.

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Die Grafikerin, Zeichnerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) kam in Königsberg zur Welt, studierte in Berlin und München. Als Frau eines Arztes, der im Arbeiterbezirk in Berlin praktizierte, erlebte sie das Elend und die Not der Menschen mit. Als erste Frau wurde sie zur Professorin der Preußischen Akademie der Künste berufen. Kollwitz war eine sozial engagierte Künstlerin, die sich realistisch mit aktuellen Problemen und Themen wie Trauer, Armut und Tod auseinandersetzte. Die Erfahrung zweier Weltkriege und der Tod ihres Sohnes prägten die Arbeiten der Pazifistin und Nazi-Gegnerin. Als ihre Wohnung 1943 in Berlin zerbombt und viele ihrer Werke zerstört worden waren, siedelte sie nach Moritzburg bei Dresden über. Dort starb sie kurz vor Kriegsende.

Günther Nufer hatte erfahren, dass der Kunstsammler Erwin Himmelseher mit dem Grafen zu Münster befreundet war, dem Nachfahren der Familie, bei der Kollwitz in den letzten Kriegsmonaten im Rüdenhof bei Moritzburg untergebracht war. Ergänzend zu den Arbeiten von Käthe Kollwitz sind in einem separaten Raum Kunstgegenstände aus dem Nachlass von Erwin Himmelseher zu sehen. Eine Auswahl aus dieser Sammlung hat Günther Nufer ausgesucht.

Die Käthe-Kollwitz-Sonderausstellung beginnt am Sonntag, 27. September, 11 Uhr. Sie dauert bis 10. Januar und ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Autor: Roswitha Frey