Zur Navigation Zum Artikel

26. März 2010

Sparbulldozer wird Vereine nicht platt walzen

Die Hochrhein-Paddler, der erst 14 Jahre alte Kanute Simon Lomb und die Judoka Natalie Schmidt sind die Bad Säckinger Sportler des Jahres 2009.

  1. Foto: Frank Linke

  2. Der Sportausschuss hat die Bad Säckinger Sportler des Jahres 2009 geehrt: Funktionär Helmut Weindl, Reiner Rittmann in Vertretung für Natalie Schmidt, Simon Lomb, David Kiefer, Silvia Apfelbeck, Robin Eschbach, Philip Jüttner und Sarah Hertwig (linkes Bild von links) sowie das Drachenboot-Team der Hochrhein-Paddler, die Fußballer des Scheffel-Gymnasiums und die zweite Herren-Mannschaft der Basketballer vom Turnverein (rechtes Bild). Foto: frank linke

BAD SÄCKINGEN. Die Judoka Natalie Schmidt, der Kanute Simon Lomb und die Hochrhein-Paddler sind die Bad Säckinger Sportler des Jahres 2009.

Dicke Lorbeeren erntete am Mittwochabend die Bad Säckinger Sportelite 2009. Zur Sprache kamen bei der Ehrung für besondere Leistungen in 2009 durch den Sportausschuss erwartungsgemäß aber auch die städtischen Sparbemühungen, die wohl auch die Sportvereine treffen werden. Zur Diskussion stehen bekanntlich unter anderem die Sportstättennutzungsgebühren, deren Einführung in Bad Säckingen zu Beginn des Jahres auch das Landratsamt angeregt hatte. Wie Sportausschuss-Vorsitzender Felix Kromer erklärte, sollen sich die Vereine bei den anstehenden Verhandlungen zu den "Freiwilligkeitsleistungen" mit der städtischen Strukturkommission nicht einzeln positionieren, sondern durch den Sportausschuss vertreten lassen. Es gelte, mit einer Stimme zu sprechen, auch hinsichtlich dessen, was die Vereine von sich aus an Sparbeiträgen leisten können. Die entsprechende Argumentation hat eine interne Kommission schriftlich zusammengefasst und den Vereinen zwecks "Legitimation" zukommen lassen (Die BZ berichtete). Weil die Einschnitte gleichmäßig verteilt werden sollen, müsse zunächst eine Vergleichbarkeit der Vereine untereinander hergestellt werden. In punkto "Opfersymetrie" rief Kromer dazu auf, die Mitgliedsbeiträge der Vereine zu überprüfen.

Werbung


"Wir versuchen Gerechtigkeit herzustellen, aber wir verlangen auch, dass die Sportvereine das ihre dazu leisten", meinte Bürgermeister Martin Weissbrodt. Extrem niedrige Mitgliedsbeiträge und ein qualitativ hochwertiges Angebot, dass passe nicht zusammen, appellierte der "überzeugte Triebtäter in Sachen Sport", die Beiträge zu überdenken. "Wir werden nicht mit dem Sparbulldozer über die Vereine hinwegfahren", versprach Weissbrodt.

Bei der Wahl de Sportlerin des Jahres fiel die Entscheidung der Jury auf Natalie Schmidt vom Judo-Club Kawaishi Bad Säckingen. Pokal und Urkunde nahm Vorsitzender Reiner Rittmann stellvertretend entgegen. Natalie Schmidt überzeugte mit einem dritten Platz bei der IJF Weltmeisterschaft in Sindelfingen in der Kategorie "Masters Ü 30". Sportler des Jahres wurde der 14-jährige Simon Lomb von den Hochrhein-Paddlern. Verdient hat er sich die Auszeichnung durch zwei erste und einen vierten Platz bei den süddeutschen Meisterschaften, sowie einen zweiten und einen vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Zum Team des Jahres kürte die Jury die Drachenboot-Mannschaft der Hochrhein Paddler. Das Team errang bei der Deutschen Meisterschaft in München gleich vier erste Plätze sowie einen dritten und einen vierten Platz. Die Mannschaftsmitglieder: Jörg Kaltenbacher, Matthias Eschbach, Thomas Zalewski, Stefan Lomb, Marion Kaltenbacher, Kerstin Böhme und Isabel Lomb.

Die weiteren Plätze belegten die Fußballmannschaft des Scheffelgymnasiums und die zweite Herrenmannschaft der Basketball-Abteilung des TV. Bei den Einzelsportlerinnen gab es noch Preise für die Karatesportlerinnen Silvia Apfelbeck und Sarah Hertwig. Zu den erfolgreichsten Sportlern des Jahres 2009 dürfen sich Philip Jüttner von der Karateschule, David Kiefer (Leichathletik) vom Turnverein und Robin Eschbach (Kanu) vom Wassersportverein Schwörstadt zählen. Funktionär des Jahres ist Helmut Weindl, der Geschäftsführer des Turnvereins Bad Säckingen. Er setzt sich seit 1971 in vielfältiger Weise für den Sport ein.  

Autor: Frank Linke