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11. Oktober 2017 19:21 Uhr

Spitäler Hochrhein GmbH rechnen mit 12,5 Millionen Euro Defizit für 2017

Aufhorchen lassen hat im Kreistag das Defizit von 12,5 Millionen Euro, mit dem die Spitäler Hochrhein GmbH rechnet. 4,8 Millionen Euro entfallen auf Waldshut, 7,6 Millionen Euro auf Bad Säckingen.

  1. Die Zukunft des Spitals Bad Säckingen ist weiter ungewiss. Foto: Manuel Fritsch

Eigentlich hätte der Geschäftsführer der Spitäler Hochrhein GmbH, Hans-Peter Schlaudt, in der Kreistagssitzung am Mittwoch in Görwihl die Ergebnisse seiner Analyse der GmbH vorstellen und den Kreisräten konkrete Vorschläge machen sollen, wie es mit den Spitälern in Bad Säckingen und Waldshut künftig weitergehen soll. Sechs bis acht Wochen Zeit hatte er sich bei seinem Amtsantritt für die Analyse ausbedungen und diese Zeit ist nun verstrichen. Dieser Zeitplan hat sich um mindestens zwei Wochen verzögert.

Weil das Gutachten zur Gebäudesituation – das Schlaudt nicht selbst anfertigt – noch nicht vorliegt, sollen die Kreisräte nun erst in einer Sondersitzung am 25. Oktober die nötigen Informationen für eine Entscheidung erhalten. Mit leeren Händen war Hans-Peter Schlaudt am Mittwoch indes nicht im Kreistag erschienen. Nach einem Exkurs in die Bundespolitik, mit dem er nach eigenen Worten "zeigen wollte, in welchem Korsett wir uns bewegen", lieferte er doch noch einige konkrete Daten und Informationen aus dem laufenden Betrieb der Spitäler Hochrhein GmbH.

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Aufhorchen ließ dabei das Gesamtdefizit von 12,5 Millionen Euro, mit dem die GmbH für das laufende Jahr 2017 rechnet. 4,8 Millionen Euro davon entfallen auf den Standort Waldshut, 7,6 Millionen Euro auf Bad Säckingen. Die Schließung der OP-Räume in Bad Säckingen hat das Defizit noch vergrößert, da nicht alle Operationen, die in Bad Säckingen ausfallen mussten, in Waldshut kompensiert werden konnten.

Die Tochtergesellschaft Medicum GmbH verzeichnet zudem aktuell einen Verlust von knapp 300 000 Euro. In diesem Zusammenhang informierte Schlaudt auch, dass die GmbH für 2015 und 2016 bisher noch kein Testat von den Wirtschaftsprüfern bekommen habe.

Ohne die abschließende Bewertung der Gebäudesituation zu kennen, rechnet Hans-Peter Schlaudt mit einem Investitionsstau an beiden Standorten von rund 40 Millionen Euro. Er gab den Kreisräten deswegen bereits eine Einschätzung mit, welche Projekte dringend angegangen werden müssten. So müssten medizinische Angebote weiterentwickelt sowie vollständige und zeitnahe Abrechnungen sichergestellt werden. Außerdem bedürfe es dringend baulich-technischer und medizintechnischer Ertüchtigungen sowie eines schnellen Ausbaus des IT-Bereichs. Die Organisation in OP, Notaufnahme und Entlassmanagement müsse verbessert werden. Außerdem müsse die Personalentwicklung vorangetrieben werden. Beantragt werden soll zudem eine gemeinsame IK-Nummer – sprich Bad Säckingen und Waldshut sollen künftig als ein gemeinsames Krankenhaus gelten.

"Wir haben drei Szenarien ausgearbeitet für die kommenden sieben Jahre", kündigte Schlaudt für den 25. Oktober an. Zu jedem der Szenarien gebe es ein Preisschild. "Was mir wichtig ist, ist, dass die Vorstellung der Ergebnisse, die Diskussion und der Beschluss zeitnah erfolgen. Wir können uns als Unternehmen keine Zeitspanne von vier Wochen erlauben, in denen die Leute rumlaufen und Werbung machen für die ein oder andere Lösung. Das erschüttert das Vertrauen noch mehr", warb er für eine schnelle Entscheidung. "Die Leute wollen Klarheit. Es ist unsere Aufgabe, dass wir eine Entscheidung herbeiführen und eine Perspektive bieten", so Schlaudt.

Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl wollte wissen, ob nach einer Entscheidung gleich "die Bagger rollen" könnten. Dies verneinte Schlaudt. Die Ausschreibungen müssten nach einer Entscheidung neu gefasst werden, da inzwischen Fristen verstrichen seien.

Autor: lix