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14. Mai 2014

Urban Gardening ist im Gespräch für das ehemalige Minigolf-Gelände im Schlosspark

Urban Gardening ist im Gespräch für das ehemalige Minigolf-Gelände im Schlosspark.

BAD SÄCKINGEN. So hatten sich die Grünen und die Christdemokraten das nicht vorgestellt, als sie von der Bad Säckinger Stadtverwaltung einen Sachstandsbericht zur Umgestaltung des ehemaligen Minigolfplatzes im Schlosspark und den baldigen Beginn der Arbeiten forderten. Bürgermeister Alexander Guhl und Stadtbaumeister Michael Rohrer präsentierten eine Weiterentwicklung des Konzepts, dort einen botanischen Garten und einen Spielplatz anzulegen: Urban Gardening. Entschieden ist noch nichts; eine Vorentscheidung freilich dürfte gefallen sein.

Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, will der Gemeinderat schon in den nächsten Tagen nach Basel fahren, um sich dort Urban-Gardening-Projekte anzusehen. Der Bürgermeister und der Stadtbaumeister waren schon da. Sie kamen begeistert zurück und das Regierungspräsidium spricht höchst angetan von einer Bereicherung der Gesamtanlage Schlosspark.

Tilla Künzli vom Basler Verein Urban AgriCulture hielt im Gemeinderat ein flammendes Plädoyer. Die essbare Stadt ist das Ziel des Vereins, der in Basel bereits 40 Projekte betreibt. Eine Urban-Gardening-Anlage, so zeigte sie sich fest überzeugt, sei für die Stadt auch ein touristisch gut zu vermarktendes Produkt.

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Zehnköpfige Projektgruppe will bald loslegen

Angeregt wurde Urban Gardening in Bad Säckingen von Stefan Maier, der auf der SPD-Liste für den Gemeinderat kandidiert. Er will das Projekt gemeinsam mit zehn Mitstreitern umsetzen. "40 000 Euro ist enorm viel Geld ", sagte Tilla Künzli und entkräftete damit Bedenken aus dem CDU-Lager, wonach das bereitgestellte Geld für Umgestaltungen größerer Art nicht reichen werde. Die Weiterentwicklung der bisherigen Pläne, so sagten sowohl der Bürgermeister als auch Stadtbaumeister Michael Rohrer werde das Projekt weder verteuern noch verzögern.

Das Konzept sieht neben Spielgeräten wie einer Insektenwippe, einem Kletterbaum und Schaukeln auch eine Sitzfläche in der Mitte etwa für Unterricht, Beerenhecken, Hochbeete, einen Duftgarten und einen Barfußpfad vor.

Hellauf begeistert von den Plänen zeigten sich im Gemeinderat insbesondere die Sozialdemokraten; Zustimmung kam auch von den Liberalen und den Freien Wählern sowie von der Christdemokratin Maritta Vögtle. Skepsis bei Bernhard Biendl (Grüne): "Die Vorgaben des Gemeinderats sind verpflichtend; neue Ideen dürfen nicht zu Verzögerungen führen". Skepsis aber auch bei den Christdemokraten. Für die sprach Clemens Pfeiffer von einer "tollen Idee" für die aber ein anderer Platz gefunden werden solle. "Wir wollen einen Platz in der Innenstadt, an welchem Kinder tun und lassen dürfen was sie wollen. Wir wollen freie Bewegung und nicht noch einen Gemüse-Schlosspark", sagte Pfeiffer.

"Als der Bürgermeister in Basel solche Gärten besichtigte, hätte er auch Gemeinderäte einladen können", kritisierte CDU-Fraktionssprecher Michael Maier zunächst Alexander Guhl, um damit aber den Weg zu einer Lösung zu ebnen.

Nach einem – wohl der Unkonzentriertheit zu vorgerückter Stunde und langer Sitzung – geschuldeten Abstimmungskuddelmuddel mit zwei sich widersprechenden Beschlüssen gab’s dann doch noch Klarheit. Wenn auch knapp. Mit zwölf zu elf Stimmen beschloss der Gemeinderat, bereits in den nächsten Tagen in Basel Urban-Gardening-Projekte anzusehen, um dann möglichst umgehend mit den Arbeiten zu beginnen. Schon im Sommer soll sich das ehemaligen Minigolfgelände als Erlebnis- und Spielplatz präsentieren.

URBAN GARDENING

Unter Urban Gardening (urbaner Gartenbau) versteht man eine meist kleinräumige gärtnerische Nutzung städtischer Flächen. "Die essbare Stadt" ist da ein Schlagwort. Daneben geht es auch um Sensibilisierung für nachhaltige Lebensstile, Bildung, nachhaltige Stadtentwicklung und um Kommunikation. Im Schlosspark soll Urban Gardening mit Spielflächen gekoppelt werden. 40 000 Euro stehen für die Umgestaltung des ehemaligen Minigolfplatzes bereit.  

Autor: akr

Autor: Axel Kremp