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19. November 2009

Vertonte Flucht vom Alltag

BZ-INTERVIEW mit Liedermacher Arthur Horváth, der zugunsten der BZ-Weihnachtsaktion auftritt.

BAD SÄCKINGEN. Am 5. Dezember geht’s im Gloria-Theater Bad Säckingen darum, den Moment zu genießen. Der Leverkusener Liedermacher Arthur Horváth gibt zu Gunsten der BZ-Weihnachtsaktion ein Konzert, das die Zuhörer auf eine kleine e Reise mitnimmt. Über den Klang seiner Musik, die Inspiration dazu und seine Fans am Hochrhein sprach Horváth mit Heike Armbruster.

BZ: Was erwartet die Gloria-Besucher denn am 5. Dezember?
Horváth: Eine sehr melodische, luftige Musik mit akustischer Instrumentierung und viel Mitsingpotenzial; zwischendurch noch einige kabarettistische Einlagen. Eine Flucht aus dem Alltag. Ein Fan hat meinen Stil einmal so beschrieben: als ob Bryan Adams Reinhard Mey singt, und ich finde den Vergleich ganz lustig. Er passt. Ich kann rockig und röhrig singen, habe früher auch in einer Grunge-Band und einer Rhythm-and-Blues-Band gespielt. Und Reinhard May schreibt unglaublich tolle Texte. Bei meinem Konzert geht es vor allem um eine positive Grundstimmung und Energie. Die Menschen erfahren genug Negatives im Leben.

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BZ: Sie schreiben ihre Texte selbst. Ist es nicht schwierig, immer eine positive Grundstimmung zu finden?
Horváth: Gute Laune habe ich auch nicht immer. Meine erste Platte war sogar sehr melancholisch und traurig. Da habe ich Trennungen und Erinnerungen verarbeitet. Menschen aus meinem Umfeld, die ich verlor. Bei fröhlichen Liedern diese Tiefe zu erreichen ist schwierig, gelingt aber ab und an. Ich kann aber nicht sagen, jetzt schreibe ich einen positiven oder negativen Song. Die Lieder fließen aus einem heraus. So auch der Song "Die besten Jahre". Klar ist das Leben nicht nur schön, aber wenn man Glück empfindet, spiegelt sich das wieder. Viele Songs sind Liebeslieder an meine Frau.
BZ: Welcher denn besonders?
Horváth: Einfach nur ein schönes Liebeslied ist "Zu Hause". Jeder hofft, dieses "Zu Hause" zu finden, diesen Menschen, bei dem man ankommt. Und wenn man schon nicht mehr so recht dran glaubt, dann passiert es.
BZ: War das bei Ihnen auch so?
Horváth: Ja. Wobei, als ich meine Frau kennengelernt habe, habe ich gar nicht so richtig realisiert, dass das mal meine Ehefrau wird. Ich war mit einem Freund aus Belfast für Silvester in Köln. Sie war für Silvester mit einer Freundin, die als Glasmalerin am Kölner Dom arbeitete, für genau diesen einen Abend ebenfalls in Köln. Mein Freund hatte noch zwei Karten für diese Party und fragte diese beiden Schweizerinnen, ob sie Lust hätten, mitzukommen. Am Ende des Abends hab ich mir ihre E-Mail-Adresse geben lassen und den Zettel später auch noch mit gewaschen. Zum Glück stimmte die E-Mail-Adresse noch.
BZ: Es gibt aber noch ein anderes Lied, das Ihrer Frau gewidmet ist: "Zurück nach Zürich".
Horváth: Das war eigentlich nur ein kleines Akustiklied und gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Durch Umwege ist das plötzlich mein am meisten verkaufter Song und das Lied, das während den Europameisterschaften in der Schweiz in den Medien unglaublich präsent war. Das war ein Erlebnis der dritten Art. Geschrieben habe ich das Lied für meine Frau, die aus der Nähe von Zürich kommt und dort auch gerne wieder hinziehen würde.
BZ: Wie kommt denn der Kontakt zum Gloria-Theater und die Entscheidung zu diesem Konzert?
Horváth: Ich war Marketing- und Veranstaltungsdirektor für die Landesgartenschau in Leverkusen. Jochen Frank Schmidt war damals Werkstudent und wir organisierten gemeinsam die Suche nach einem Song für die Landesgartenschau. Er hatte viele gute Ideen und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Als Jochen Frank Schmidt mich bat, für die BZ-Weihnachtsaktion zu spielen, habe ich sofort zugesagt. Ich habe verfolgt, wie er und Alexander Dieterle das Riesenprojekt Gloria-Theater in Angriff genommen haben und die beiden haben mich mit Freunden live bei einem Konzert erlebt. Daher gibt es am Hochrhein einige Menschen, die CDs von mir besitzen. Menschen, die ich zum Teil sogar persönlich kenne und sehr schätze. Sozusagen ein harter Kern, den wir am 5. Dezember erweitern wollen.

Karten für das Konzert am 5. Dezember, 20 Uhr, gibt es ab sofort in der Geschäftsstelle der Badischen Zeitung, Tel. 07761/92190, und im Gloria-Theater, Tel. 07761/6490.

Autor: hea