Weihnachtsaktion für den Tafelladen

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Fr, 08. Dezember 2017

Bad Säckingen

Ein umgekehrter Adventskalender in der Bad Säckinger Altstadt dient als Spendenbox / Etwa 400 Menschen kaufen im Geschäft ein.

BAD SÄCKINGEN. Eine kleine blaue Box steht ganz unscheinbar an der Wernergasse, darüber hängt ein Zettel, auf dem "Umgekehrter Adventskalender" zu lesen ist. "Ab dem 1. Dezember jeden Tag ein neues haltbares Produkt (zum Beispiel Honig, Nudeln oder auch mal ein Spielzeug) in die blaue Kiste legen", fordert der Zettel auf. "Wir bringen die Waren zum Tafelladen Bad Säckingen."

Diesen umgekehrten Adventskalender ins Leben gerufen hat Jürgen Albiez, Vorsitzender des Vereins Pro Bad Säckingen. Er wohnt nur 100 Meter vom Tafelladen am Hotzenweg entfernt und weiß: "Richtig gefüllt sind die Regale dort nicht." Bisher seien in der Box Konserven und Spielzeug gelandet. "Das finde ich klasse", so Albiez, der auch sein Preisgeld für den dritten Platz beim Logowettbewerb für Pro Bad Säckingen an die Tafel spendet. Sein Verein werde immer wieder angesprochen, ob man für den Tafelladen spenden könne. "Das geht über den Buchladen, der anruft, bis hin zu Süßigkeiten, die nicht mehr verkauft werden können, zum Beispiel nach Ostern." Gerade in der Weihnachtszeit, in der so viel konsumiert wird, findet er die Aktion wichtig.

Auch Ewaldine Schwarz vom Caritasverband Hochrhein freut sich. "Wir sagen unseren Kunden immer, wenn Waren des täglichen Bedarfs gespendet werden. Das kommt natürlich super an", so Schwarz, die für den Tafelladen in Bad Säckingen verantwortlich ist. Im Laden gibt es Waren des täglichen Bedarfs: Obst und Gemüse, Backwaren und Milchprodukte, aber auch Tiefkühl- und Hygieneartikel. Der Mutter- und Kindladen bietet gebrauchte Kleidung, Tragetaschen, Spielsachen, Kinderwagen und Bücher an. Produkte, die im Laden verkauft werden, kommen einerseits von privaten Spendern, hauptsächlich aber aus Läden in der Umgebung: Supermärkte und Discounter, Fleischereien, Drogerien oder Bauernhöfe der Region.

Wir sind kein Supermarkt mit einem Vollsortiment, das ist nicht unser Anspruch."

Ewaldine Schwarz
"Obst und Gemüse sind meist reichlich da, aber Trockenprodukte werden immer benötigt", so Schwarz. "Wir brauchen Sachen wie Mehl, Zucker, Kaffee, Salz, Öl, Reis, Nudeln, und Milch ist auch ganz wichtig", zählt sie auf. Ja, die Regale seien manchmal leer. "Das ist ja normal nach einem Einkaufstag. Wir sind kein Supermarkt mit einem Vollsortiment, das ist nicht unser Anspruch." Seit März ist der Tafelladen in den ehemaligen Räumen der Bäckerei Schmid im Hotzenweg 8 zu finden und kommt sehr gut an bei den Kunden.

Die Ausweise, die man braucht, um im Laden einzukaufen, werden während der Ladenöffnungszeiten ausgestellt. Bisher seien weit mehr als 400 Ausweise ausgehändigt worden. Kunden des Ladens sind Senioren mit kleiner Rente, Arbeitslosengeld-II-Beziehende, anerkannte Flüchtlinge oder Alleinerziehende. Pro Einkaufstag kommen 70 bis 80 Kunden in den Laden, so Schwarz. "Die muss man dann nochmal mal zwei, mal drei, mal vier rechnen, viele kaufen ja für die Familie ein."

Nächste Woche sollen die bisher in der blauen Box eingegangen Spenden im Tafelladen landen. Freuen können sich die Kunden dann auch über Schäufele, die der Zonta Club Südschwarzwald wie jedes Jahr spendet – und über eine kleine Überraschung am Ende des Monats, die von den Ehrenamtlichen aus dem Laden kommen wird.

Tafelladen: Geöffnet dienstags 10 bis 12 Uhr, mittwochs 14 bis 16 Uhr, freitags 10 bis 12 Uhr. Geldspenden an Caritasverband Hochrhein e.V bei der Sparkasse Hochrhein.
IBAN: DE91 6845 2290 0026 0119 99
BIC: SKHRDE6W. Fragen beantwortet die Caritas: ewaldine.schwarz @caritas-hochrhein.de