Wenn jemand krank wird, gibt es ein Problem

David Rutschmann

Von David Rutschmann

Mi, 12. September 2018

Bad Säckingen

Knappe Lehrerversorgung an der Rudolf-Graber-Schule.

BAD SÄCKINGEN. An der Bad Säckinger Rudolf-Graber-Förderschule ist die Lehrerversorgung laut Rektor Steffen Huber in diesem Schuljahr "knapp ausreichend". "Es darf aber nichts schief gehen. Wenn eine Lehrkraft mal längerfristig erkranken würde, hätten wir keine Reserven", sagt Huber. 15 Lehrer müssen sich um 87 Schüler kümmern – die Zahl ist leicht angestiegen, bewegt sich laut Huber aber im gleichen Bereich wie in den vergangenen Jahren. Im Endeffekt seien nur elf Lehrer permanent an der Schule, die anderen müssen in den Inklusionsklassen der anderen Bildungseinrichtungen in Bad Säckingen aushelfen. Die Konsequenz: Es müssen größere Klassen mit 14 bis 15 Schülern gebildet werden; die erste und zweite sowie die sechste und siebte Klasse werden jahrgangsübergreifend unterrichtet. Huber: "Dadurch sparen wir Stunden ein. Wahrscheinlich wird es in den kommenden Jahren so bleiben – ich sehe keine große Lehrerschwemme auf uns zukommen."

Kompletter Absolventenjahrgang fehlt

Es gebe immer weniger Sonderpädagogen an den Förderschulen, was für diese wenigen Fachkräfte einen Mehraufwand bedeutet. Dieses Problem lässt sich nicht nur in Bad Säckingen beobachten: Kultusministerin Susanne Eisenmann teilte vergangene Woche mit, dass in diesem Schuljahr der komplette Absolventenjahrgang ausfällt – was laut Eisenmann mit der Umstellung der Lehramtsstudiengänge zusammenhängt. Huber: "Viele junge Lehreranwärter wandern ab in die Städte oder, wenn sie in der Region bleiben oder hierherkommen, nach einiger Zeit in die Schweiz. Dieses Problem liegt in der Bildungspolitik. Stuttgart muss etwas tun."

Die Versorgung durch den Schulträger, den Landkreis Waldshut, lobt Steffen Huber derweil. Die Ausstattung für den Unterricht sei "optimal", die Räumlichkeiten insoweit ausreichend, dass man zum Schulstart sogar Räume an die Anton-Leo-Schule abgeben konnte. Das "Sahnehäubchen" sei die Zusage des Landrats gewesen, für die Förderschulen im Landkreis FSJ-Stellen auszuschreiben. Entsprechend wird im neuen Schuljahr eine FSJlerin in der "ganz schwierigen Aufgabe" (Huber) der gebündelten ersten und zweiten Klasse für Unterstützung sorgen.