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28. Juni 2016

Wetterkapriolen beim Fahnenhochwurf

Erste Stadtmeisterschaft musste abgebrochen werden.

  1. Fahnenschwingen und Fahnenhochwurf gehören in Südeuropa noch immer zum Standard folkloristischer Vorführungen. Foto: Gerd Leutenecker

BAD SÄCKINGEN. Es sollte die erste Stadtmeisterschaft im Fahnenhochwurf in Bad Säckingen sein – doch die Unwetter des Wochenendes haben auch den Fahnenwerfern zu schaffen gemacht. Am Samstagmorgen standen die Zeichen noch gut. Auf der Badmatte stand den Veranstaltern, dem Fasnachtsverein Schwarzer-See-Geister, morgens noch eine trockene Grünfläche für den Wettkampf bereit. Das ändert sich am Nachmittag schlagweise. Nach dem heftigen Gewitter und den starken Regenfällen standen die Flächen am frühen Nachmittag unter Wasser. "Die Veranstaltung musste um 13 Uhr komplett abgebrochen werden", schildert Jan-Gerd Werdehausen, Abteilungsleiter der Fahnenschwinger der Schwarzer-See-Geister. Die Verletzungsgefahr auf der überschwemmten Wiese sei einfach zu groß gewesen, erklärt er. Bis dahin hatten 15 Wettbewerbsteilnehmer in vier Kategorien die Fahnen geworfen – alle schafften es daher alle auf die Siegerliste. Neun Mannschaften aus anderen Ecken der Republik hatten sich angekündigt, vier hatten abgesagt. Die Garde aus dem Vogtland aus Thüringen ließ sich die Teilnahme aber dennoch nicht nehmen.

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Bei der Eröffnungszeremonie morgens ließ noch nichts auf das nahende Unwetter schließen. Beim Sternenmarsch der befreundeten Fahnenschwinger in der Fußgängerzone der Stadt lief noch alles nach Plan. Michael Koubik war der erste an der Fahne. Als Bürgermeisterstellvertreter begrüßte er die vielen Zuschauer. Bereitwillig ließ er sich im Fahnenhochwurf unterrichten und schwang die Fahne mit drei Trainingswürfen. Die Wettkampfbedingungen sehen vor, dass bei den Männern die Stange über vier Metern liegen muss und den Boden und die Stange nicht berühren darf. Erst dann wird der Wurf gewertet. Bei den Kindern, die einen Helm tragen müssen, reichen zwei Meter.

Aktuell liegt der Weltrekord im Fahnenhochwurf bei 13,1 Meter. Gehalten wird er von Mitgliedern aus dem schwäbischen Bad Urach. Die waren in Mannschaftsstärke an den Hochrhein gereist.

Mit Jan-Gerd Werdehausen ist ein Säckinger als Vorsitzender im Bund freier Fahnenschwinger und -schwenker Deutschland (BFFD) aktiv. Neben der Fasnacht der Schwarzer-See-Geister-Narren hat er noch einen sehr alten, aber weitgehend unbekannten Sport am Hochrhein aufleben lassen.

Für die Siegerehrung mussten die Fahnenhochwerfer und Zuschauer in die Behindertenwerkstatt in Wallbach ausweichen. In der Kategorie bis 15 Jahren gewann Amira Schlosser aus Plauen mit 4,10 Metern. Bei der Klasse Jugend Reinhardt Lars, ebenfalls aus Plauen, mit 6,50 Metern. Bei den erwachsenen Damen warf Ulrike Lauber-Rhog 6,50 Meter, bei den Herren Herbert Schillinger aus Bad Urach 11,50 Meter, gefolgt von Frank Krüger aus Bad Säckingen mit 8,50 Metern.

Die Gäste konnten neben Speis und Trank die ein oder andere Vorführung bestaunen. Unter anderem das sogenannte Konstanzer Fahnenspiel, mit dem morgens die Vorführungen eröffnet wurden. Die Choreographien folgen einem vorgegebenen Plan mit Fahnenwürfen und einem strukturiertem Bewegungsmuster – und in passender Tracht und Kleidung.

Autor: Gerd Leutenecker