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27. Juni 2015

Zugeparktes Nadelöhr

Die Feuerwehr Wallbach hat zunehmend Probleme, wenn sie im Stadtteil ausrücken muss.

  1. Die Rheinstraße in Wallbach ist eng. Stehen dann noch Autos dort, wird es für die Feuerwehr schwer, zu ihren Einsätzen zu kommen. Foto: Jörn Kerckhoff

BAD SÄCKINGEN-WALLBACH. Die Feuerwehr Wallbach hat Probleme. Zum einen muss sie eventuell länger als erwartet auf ein neues Einsatzfahrzeug warten, was wegen der geänderten Alarmierungsordnung nicht einfach zu verkraften ist. Zum anderen wird sie mit den Fahrzeugen, die sie hat, bei Einsätzen von parkenden Autos behindert. Beide Themen wurden während der Ortschaftsratssitzung in Wallbach am Donnerstag angesprochen.

Über den erhofften Zuschuss für die Neuanschaffung eines Fahrzeugs gibt es noch keinen Bescheid, das verkündete Stadtkämmerin Bettina Huber während der Sitzung des Gemeinderats Bad Säckingen am Montag. Die Anschaffung stehe zwar weiterhin im Haushalt, nun aber vorerst mit einem Sperrvermerk, berichtete Ortsvorsteher Fred Thelen den Wallbacher Räten am Donnerstag auf Nachfrage von Sven Schapfel (FW), selbst Mitglied bei der Feuerwehr. Ulrich Probst (CDU) stellte vehement fest, es gehe nicht darum, den Wallbachern ihre Wünsche zu erfüllen. Bei dem Fahrzeug handele es sich um eins für die Feuerwehr Bad Säckingen mit dem Standort Wallbach. Durch die neue Alarmierungsordnung sei die Zahl der Einsätze der Abteilung Wallbach deutlich gestiegen – Schapfel sprach gar von einer Verdoppelung. Auch Thelen bemerkte, dass bei dem Mehr an Einsätzen das Material stimmen müsse und forderte die Feuerwehr auf, sich bei diesem Thema immer wieder bemerkbar zu machen.

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Die Alarmierungsordnung wurde geändert, weil einige Einsatzorte in Bad Säckingen von der Abteilung Wallbach aus schneller zu erreichen sind, als von Obersäckingen aus, wo die Feuerwehr Bad Säckingen ihren Hauptstandort hat. Die schnellere Erreichbarkeit gilt allerdings auch nur, wenn die Wallbacher Feuerwehrleute ungehindert fahren können und das ist aktuell offenbar nicht immer der Fall. Die Feuerwehrwache Wallbach liegt an der ohnehin schmalen Rheinstraße, aus der Garage können die sperrigen Fahrzeuge nur links herum fahren, da sie durch die Enge sonst nicht auf die Hauptstraße kommen. Obwohl auf dem größten Teil der Rheinuferseite der Rheinstraße ein eingeschränktes Halteverbot gilt, ständen dort immer wieder geparkte Autos, an denen die großen Feuerwehrfahrzeuge nicht vorbeikämen, so Schapfel. Allein an die Vernunft der Anwohner zu appellieren, scheine nicht zu funktionieren. So sprachen sich einige Räte dafür aus, dass das Ordnungsamt dort mehr Strafzettel verteilen soll. Nur, wenn es an den Geldbeutel gehe, werde sich etwas ändern. Es könne nicht sein, dass die Feuerwehr bei ihren Einsätzen durch Falschparker behindert werde, so Heike Bechler (CDU).

Allerdings sahen die Wallbacher Ortschaftsräte auch übergeordnete Stellen in der Verantwortung. Die Landesbauordnung, die nur einen Stellplatz pro Wohneinheit vorsehe, gehe an der Realität vorbei und habe damit zu solchen Problemen beigetragen. Bei solchen Bauvorschriften hätten Ortschafts- und Gemeinderat keine Chance, von den Bauherren mehr Stellplätze zu verlangen. Es sei aber heutzutage so, dass in vielen Familien praktisch jedes erwachsene Mitglied ein eigenes Auto habe. Da bliebe bei den Bauvorschriften gar nichts anderes übrig, als die Fahrzeuge auf der Straße zu parken.

Autor: Jörn Kerckhoff