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04. Februar 2012 12:31 Uhr
Etatkürzungen
Boudgoust schließt Fusion der SWR-Orchester nicht aus
Bis zum Jahr 2020 muss der SWR 166 Millionen Euro sparen. Intendant Peter Boudgoust schließt daher eine Fusion der beiden großen Orchester des Senders nicht aus – was auch für Freiburg Folgen hätte.
Boudgoust sagte der "Stuttgarter Zeitung", im Zuge der Etatkürzungen werde es "keinen Schutzzaun" mehr um die Klangkörper geben. Der SWR müsse bis zum Jahr 2020 rund 166 Millionen Euro sparen. Von der Etatkürzung betroffen sowohl Fernsehen, Radio, Personal als auch die beiden großen Orchester, das Radiosinfonieorchester in Stuttgart und das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg.
Jetzt solle mit den Gremien, mit den Orchestermanagern und -vorständen des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg ohne Vorgabe geprüft werden, wie viel, auf welche Weise und mit welchem Ziel gespart wird.
Boudgoust sagte, er wolle nicht passiv abwarten, sondern frühzeitig – "wenn man den Weg noch bestimmen kann" – die Diskussion und Lösungen suchen, "nicht erst, wenn der Schaden eingetreten ist". Es werde in alle Richtungen gedacht. Auch die Fusion der beiden Orchester sei eine Möglichkeit. Die Möglichkeit, eines der beiden Orchester komplett aufzulösen oder gar Musiker zu entlassen, verneinte Boudegoust: "Radikale Schnitte sind uns wesensfremd, der Sender hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern."
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Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg wurde 1946 gegründet und gilt als eines der besten Deutschlands. Seit 1996 hat es seinen Sitz in Freiburg. Erst im April 2010 hatte der SWR den Mietvertrag für das Konzerthaus bis 2016 verlängert.
Am Dienstag fliegt das SWR-Sinfonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth nach Japan. In der Stuttgarter Zeitung äußerte sich ein Musiker skeptisch zu den Planspieles aus Stuttgart. Werde bei den einzelnen Orchestern gespart, seien diese auf dem Weg zur Bedeutungslosigkeit. Bleibt also nur die Fusion? "Wir werden das nicht akzeptieren. Darin ist sich das Orchester einig", so der Musiker.
Vor sieben Jahren führten ähnliche Sparüberlegungen aus städtischer Sicht zu einem Aufschrei in der Freiburger Kulturszene: Seinerzeit hatten Stadtparlamentarier und Oberbürgermeister Dieter Salomon laut über eine Fusion von Philharmonischem Orchester und SWR-Sinfonieorchester nachgedacht. "Da lässt sich schnell eine Million einsparen", so der OB im Februar 2005. Nach heftigen Protesten wurde die Idee jedoch knapp drei Wochen später wieder zu den Akten gelegt.
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Autor: dpa/BZ
