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01. Juni 2017

Abendbus 111 fährt zunächst weiter

Gemeinde Badenweiler überweist für einen unbestimmten Zeitraum erforderliche 360 Euro monatlich an die AGUS.

  1. Seit Dezember 2016 finanzierten die Initiative Bus 111 in Zusammenarbeit mit der AGUS die letzte Busverbindung nach Badenweiler. Fürs Erste stellt nun die Gemeinde die weitere Finanzierung sicher – wie lange, ist noch ungewiss. Foto: Silke Hartenstein

BADENWEILER. Fürs Erste fährt der späte Abendbus der Linie 111 zwischen Müllheim und Badenweiler weiter. Die Gemeinde Badenweiler überweist für einen unbestimmten Zeitraum die hierfür erforderlichen Kosten in Höhe von rund 360 Euro monatlich an die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Markgräflerland (AGUS). Zugleich wird Badenweilers Verwaltung damit beauftragt, Transparenz in der Preisgestaltung der Abendbuslinien herzustellen.

Diesem Antrag von SPD-Fraktionssprecher Hans-Dieter Paul stimmte der Gemeinderat mit Ulrike Liebischs (Grüne) Enthaltung zu. Auslöser des Ganzen war der Antrag der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen: Die Gemeinde Badenweiler solle bis auf weiteres die Kosten für den Abendbus um 22.15 Uhr ab Müllheim für die Strecke Niederweiler bis Parkplatz Ost übernehmen, für Mai bis Dezember 2017 seien dies 2940 Euro. Hierzu stellte Gemeinderat Paul klar, dass laut Geschäftsordnung der Gemeinde dem Antrag der Grünen ein durchführbarer Vorschlag zur Finanzierung enthalten sein müsse. Da ein solcher Vorschlag fehlte, hätte man den Antrag aus formalen Gründen ablehnen können. Paul beantragte stattdessen die Vertagung dieses Tagesordnungspunkts und stellte zudem die beiden oben genannten Anträge.

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Nun soll die Verwaltung mit dem Betreiber der Buslinie SWEG klären, welche Fahrgastzahlen die SWEG seit Dezember 2016 erhoben hat und ob man zugunsten von Abendverbindungen eventuell eine oder mehrere der relativ dicht getakteten Tagesverbindungen streichen kann. Des weiteren sollen die Kosten der Abendbuslinie verglichen werden mit den Kosten eines Anrufsammeltaxiservices seitens der Gemeinde. Zudem soll die Verwaltung überprüfen, wohin genau die rund 100 000 Euro pro Jahr gehen, die die Badenweiler Thermen und Touristik GmbH für Konus zahlt – die Konus-Gästekarte ermöglicht Touristen die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen in den neun Verkehrsverbünden der Ferienregion Schwarzwald.

Zwei Jahre hintereinander hatte Badenweilers Gemeinderat die weitere Finanzierung des Gemeindeanteils an den späten Abendbussen mehrheitlich abgelehnt. Seit Dezember 2016 sprang die Bürgerinitiative Bus 111 in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Markgräflerland (AGUS) in die Bresche. Seitdem finanzierte sie über Spenden die Weiterfahrt des Abendbusses ab 22.15 Uhr von Müllheim über Niederweiler hinaus bis zum Badenweiler Parkplatz Ost und – werktags – auch wieder zurück zum Bahnhof Müllheim. Da das Spendenaufkommen nachgelassen hatte, kündigten Bus 111 und AGUS an, ihr Angebot Ende Mai einstellen zu müssen. Jürgen Hauke von der AGUS brachte eine Stellungnahme mit zur Gemeinderatsitzung. Diese besagte unter Anderem: Um ein nachhaltiges Resümee zur Akzeptanz einer neuen Busverbindung zu ziehen, müsse diese fünf Jahre aufrecht erhalten werden.

Im Antrag der Grünen war eine aktuelle Erhebung der Fahrgastzahlen enthalten. Diese stiegen seit vergangenem Dezember von 2,8 Fahrgästen pro Abendbusfahrt auf durchschnittlich 6,4 Fahrgäste im April. An zehn Tagen im April hätte laut Erhebung ein Sammeltaxi bis zur Endhaltestelle nicht genug Platz geboten. Des weiteren hätte ein Sammeltaxi keine ausreichende Kapazität für die teilweise über 20 Fahrgäste, die vom Müllheimer Bahnhof nach Niederweiler unterwegs waren.

Die Forderung nach Aufrechterhaltung der späten Abendbuslinie wurde durch eine Unterschriftensammlung unterstrichen. Wolfgang Stäglich von der Initiative Bus 111 übergab zu Beginn der Gemeinderatssitzung 311 Unterschriften an Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Von den 311 Bürgern, die die Aufrechterhaltung der Buslinie forderten, kamen 225 Unterschriften aus Badenweiler, 49 aus Müllheim und 37 von Gästen. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Sitzung verfolgten 20 Zuhörer das Geschehen. Als gut zwei Stunden später der Antrag der Grünen an die Reihe kam, harrten immer noch 15 Zuhörer aus.

Autor: Silke Hartenstein